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Rettungsgasse – so geht’s richtig

aktualisiert am 18.12.2020

Was ist eine Rettungsgasse?

Eine Rettungsgasse ist eine freie Fahrspur für:

  • Feuerwehr
  • Notarzt
  • Polizei
  • Abschleppdienste
  • Geistlichen, der zum Unfallort gerufen wird

Laut § 38 Absatz 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen alle Verkehrsteilnehmer bei einem Unfall laut Gesetz eine Spur frei machen.

Nur so kommen die Einsatzteams mit Ihren Autos schnell zum Unfallort und können Verletzten zeitnah helfen.

Wann muss man eine bilden?

Nicht erst bei Stillstand im Stau, sondern schon bei Fahren im Schritttempo (Geschwindigkeit von 7 bis 12 km/h) muss eine Rettungsgasse freigehalten werden.

Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei der Prüforganisation Dekra: „Nach schweren Verkehrsunfällen kann jede Verzögerung bei der Unfallrettung über Leben und Tod entscheiden.”

Und nicht nur das: „Wer rechtzeitig eine Rettungsgasse bildet, erhöht nicht nur die Überlebenschancen von Verletzten”, so Egelhaaf. „Er tut sich sogar selbst einen Gefallen, denn damit trägt er letztlich auch zu einer schnelleren Räumung der Unfallstelle bei.”

Seit wann ist sie Vorschrift?

In der Bundesrepublik gibt es die Rettungsgasse, damals als „freie Gasse” bezeichnet, seit dem 1. März 1971.

Das Freihalten einer Fahrspur war anfangs nur auf Autobahnen und Schnellstraßen vorgeschrieben.

Wie sind die aktuellen Regelungen?

Seit Anfang 2017 gelten einheitliche Regelungen für die Bildung von Rettungsgassen auf der Autobahn bei zwei oder mehrspurigen Streckenabschnitten. Dies ist in § 11 Absatz 2 StVO festgelegt.

Daneben gibt es auch Vorgaben für die Bildung einer Rettungsgasse auf Landstraßen mit je einer Fahrbahn pro Richtung.

  • Was gilt bei drei oder mehr Spuren?

Bei drei- oder mehrspurigen Autobahnen (je Fahrtrichtung) wird die Rettungsgasse immer zwischen der linken und den anderen Fahrspuren gebildet.

Autofahrer auf der Fahrspur ganz links müssen nach links ausweichen und möglichst nah an die Leitplanke heranfahren. Auf allen anderen Spuren müssen Sie nach rechts orientieren.

  • Was gilt bei zweispurigen Straßen?

Hier wird die Rettungsgasse zwischen der linken und der rechten Fahrspur gebildet. Autofahrer auf der linken Fahrspur müssen möglichst nah an die Leitplanke heranfahren.

Standspur mit nutzen!

Die Fahrer auf der rechten Spur zur Bildung einer Rettungsgasse mit Ihrem Auto halb auf die Standspur fahren.

  • Was gilt auf Landstraßen?

Auf einspurigen Landstraßen müssen alle Autofahrer an den rechten Fahrbahnrand fahren. So wird in der Mitte (also auf beiden Seiten des Markierungszeichens) automatisch eine Rettungsgasse frei.

  • Was gilt in der Stadt?

In Städten ist die Situation etwas komplizierter, da es hier immer auf die jeweilige Straßenführung ankommt.

Hören oder sehen Autofahrer Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht, sollten sie nach Möglichkeit ausweichen, um eine Spur freizumachen.

In jedem Fall sollten sie langsam weiterfahren und mit dem Blinker anzeigen, wohin sie fahren wollen. Dann möglichst parallel zum Rand der Fahrspur anhalten und Abstand zum Vordermann halten.

Autofahrer dürfen in diesem Fall auch auf einen Fahrradweg oder Bürgersteig auffahren. Es darf dadurch jedoch niemand gefährdet werden.

Bei Rot über die Ampel

Zeigt eine Ampel gerade Rot, dürfen Autofahrer dennoch vorsichtig in die freie Kreuzung einfahren, solange dabei niemand gefährdet wird.

Welche Strafen drohen?

Wer sich nicht an die Vorschriften hält und keine Rettungsgasse bildet, wird seit dem 19. Oktober 2017 ordentlich zur Kasse gebeten. Denn ein solches Vergehen wird als Ordnungswidrigkeit gewertet.

Vergehen Bußgeld Punkte  Fahr­verbot
Bei stockendem Verkehr auf Autobahnen oder Landstraßen keine Rettungsgasse gebildet 200 € 2 keines
… mit Behinderung 240 € 2 1 Monat
… mit Gefährdung 280 € 2 1 Monat
… mit Sachbeschädigung 320 € 2 1 Monat
Einsatzfahrzeug trotz Blaulicht
Weg nicht freigemacht
240 € 2 1 Monat
… mit Gefährdung 280 € 2 1 Monat
… mit Sachbeschädigung 320 € 2 1 Monat

Wer einem Rettungsfahrzeug mit seinem Auto in der Rettungsgasse folgt, begeht nach § 315c Strafgesetzbuch (StGB) eine Verkehrsstraftat (Gefährdung des Straßenverkehres). 

Für ein solches Vergehen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren.

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Michael Langenwalter

Autor: Michael Langenwalter

Kurvt seit mehr als 30 Jahren kreuz und quer durch die PS-Welt. Mit einem besonderem Faible für kernige Offroader.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.