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Steuerliche Regeln bei der Berufsunfähigkeits­versicherung

Sind die Beiträge zu einer Berufs­unfähigkeits­versicherung steuerlich absetzbar? Wie wird im Leistungsfall die monatliche Rente versteuert? Antworten liefert unser Ratgeber zu den steuerlichen Regeln bei der Berufs­unfähigkeits­versicherung.

Steuerliche Regeln
bei der BU-Versicherung
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  1. Private BU-Versicherung
  2. BU mit Rürup-Rente (Basis-Rente)
  3. BU mit bAV
  4. Wann Beiträge zur Krankenkasse fällig werden
  5. Das Wichtigste auf einen Blick
     

Ob sich die Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen lassen, richtet sich danach, zu welcher Schicht der Altersversorgung der Vertrag gehört. Grundsätzlich gilt: Steuern lassen sich praktisch nur in Kombination mit einer Rürup-Rente oder betrieblichen Altersversorgung (bAV) sparen. In beiden Fällen holt sich der Staat die Steuern allerdings bei einer späteren Rentenzahlung wieder zurück.

Private BU-Versicherung

Formular der EinkommenssteuererklärungBei einer privaten BU-Versicherung – als eigenständiger Vertrag oder als Zusatzversicherung etwa zu einer privaten Rentenversicherung – lassen sich meist keine Steuern sparen. Die Beiträge lassen sich zwar als „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ in der Einkommenssteuererklärung angeben. Praktisch wirken sich die Beiträge bei der Steuererklärung aber in den meisten Fällen nicht aus. Denn es gelten Höchstbeträge, die in der Regel schon durch die Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft sind.

Für Arbeitnehmer und Beamte gilt hier ein Höchstbetrag von 1.900 Euro, für Selbstständige und Freiberufler von 2.800 Euro im Jahr (Stand: 2018).

Steuern auf eine Rente

Sollte man berufsunfähig werden, fallen dafür auf die Rente vergleichsweise wenig Steuern an. Denn die private Berufsunfähigkeitsrente wird wie eine private Altersrente mit dem sogenannten Ertragsanteil versteuert. Je länger die Rente voraussichtlich ausgezahlt wird, desto höher ist der Anteil, den der Versicherte versteuern muss.

Wird ein Versicherter beispielsweise mit 42 Jahren berufsunfähig und sieht der BU-Vertrag Leistungen bis zu einem Alter von 67 Jahren vor, wird die Rente voraussichtlich 25 Jahre lang gezahlt. 26 Prozent der monatlichen Rente wären dann mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Auf den restlichen Teil muss keine Einkommenssteuer gezahlt werden.

Da es bei der Einkommenssteuer einen Grundfreibetrag für jeden gibt, ist die Steuerlast in vielen Fällen vergleichsweise gering – vorausgesetzt, man bezieht keine weiteren Einkünfte wie Mieten oder Kapitalerträge. Im Jahr 2018 liegt etwa der jährliche Freibetrag bei 9.000 Euro (18.000 Euro bei Verheirateten).

 

Übersicht des zu versteuernden Ertragsanteils (Auszug)

Nach EStDV 1955, § 55
 

Laufzeit der Rente
(Jahre)

Ertragsanteil
(Prozent)

1

2

1

3

2

4

4

5

5

10

12

15

16

20

21

25

26

30

30

35

35

40

39

45

42

50

45

BU mit Rürup-Rente (Basis-Rente)

Wird die Berufsunfähigkeits­versicherung als Zusatzversicherung mit einer Rürup-Rente (auch als Basis-Rente bezeichnet) gekoppelt, fördert der Staat die Beiträge steuerlich. Dafür dürfen die Risikobeiträge für den Berufsunfähigkeitsschutz jedoch maximal 49 Prozent der gesamten Prämie ausmachen.

Der Beitrag, den Verbraucher maximal in einen Rürup-Vertrag einzahlen dürfen, berechnet sich nach dem Höchstbeitrag in der knappschaftlichen Rentenversicherung (West), der jedes Jahr angepasst wird.

Von diesem Wert berücksichtigt das Finanzamt einen bestimmten Prozentwert, der jedes Jahr um zwei Prozentpunkte ansteigt. Ab dem Jahr 2025 können Versicherte dann 100 Prozent der maximal möglichen Beiträge steuerlich absetzen.

Für 2018 ergeben sich so 23.712 Euro, von denen 86 Prozent berücksichtigt werden. Für Verheiratete verdoppelt sich dieser Wert auf 47.424 Euro. Hiervon werden allerdings jeweils noch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (inklusive des Beitrags des Arbeitgebers) oder zu einem Versorgungswerk abgezogen.

Eine Rürup-Rente mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) lohnt sich vor allem für Selbstständige oder gut verdienende Arbeitnehmer, die ihre Höchstbeträge für die Altersversorgung noch nicht ausgeschöpft haben.

 

Rürup: Welcher Anteil der Beiträge abgesetzt werden kann

Jahr

Prozentwert

2018

86 Prozent

2019

88 Prozent

2020

90 Prozent

2021

92 Prozent

2022

94 Prozent

2023

96 Prozent

2024

98 Prozent

2025

100 Prozent

 

Steuern auf eine Rente

Kehrseite der Steuerersparnis während der Beitragszahlung: Die Rente bei Berufsunfähigkeit wird nachgelagert bei der Auszahlung besteuert. Dabei wird sie wie eine gesetzliche Alters- oder Erwerbsminderungsrente behandelt.

Wie hoch die Steuer ausfällt, hängt davon ab, in welchem Jahr die Rente zum ersten Mal bezogen wird. Bei einem Rentenbeginn in 2018 wären zum Beispiel 76 Prozent der Rente zu versteuern. Der steuerpflichtige Teil der Rente steigt in den nächsten Jahren regelmäßig an, bis im Jahr 2040 die komplette Rente zu versteuern ist.

 

Steuerpflichtiger Anteil einer Rürup-Rente (Auszug)

Rentenbeginn

Steuerpflichtiger Anteil
(Prozent)

2018

76

2019

78

2020

80

2021

81

2022

82

2023

83

2024

84

2025

85

2040

100

 

BU mit bAV

Angestellter mit Touchpad in LagerhalleAuch wer seinen Berufsunfähigkeitsschutz mit einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) über den Arbeitgeber kombiniert, kann Steuern sparen. Bei einer Entgeltumwandlung wenden Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttolohns dafür auf, eine Betriebsrente anzusparen. Meist gibt der Arbeitgeber noch einen Zuschuss obendrauf. Ab 2019 muss das Unternehmen pauschal 15 Prozent der Beiträge zuschießen – für alte Vereinbarungen gilt eine Übergangsfrist bis 2022.

Bis zu einem jährlichen Höchstbetrag können die Arbeitnehmer in die betriebliche Altersversorgung einzahlen, ohne Sozialabgaben oder Steuern darauf zahlen zu müssen. Dieser Höchstbetrag beträgt vier Prozent der Beitragsbemessungs­grenze der gesetzlichen Rentenversicherung und wird jedes Jahr angepasst. Ab 2019 lassen sich weitere vier Prozent steuerfrei einzahlen, auf die jedoch Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung zu zahlen sind.

Gesetzliche Rente sinkt

Was oft vergessen wird: Wer per Entgeltumwandlung eine Betriebsrente anspart, zahlt weniger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Dadurch sinkt der gesetzliche Rentenanspruch.

Mit der Ersparnis an Steuern und Sozialabgaben lassen sich die Kosten für einen Berufsunfähigkeitsschutz zu einem großen Teil finanzieren.

Steuern auf eine Rente

Wurde die Berufsunfähigkeits­versicherung als Teil einer betrieblichen Altersversorgung mit Entgeltumwandlung abgeschlossen, ist eine spätere BU-Rente allerdings voll zu versteuern. Da die Beiträge in der Ansparphase sozialversicherungsfrei waren, sind auf die Rente zudem Abgaben zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen.

Sonderfall alte Verträge

Für Direktversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen und pauschal besteuert wurden (nach § 40 b EStG), gilt eine Sonderregelung. Solche Betriebsrenten werden nur mit dem Ertragsanteil besteuert.

Nicht nur an die Steuer denken

Beim Abschluss einer BU-Versicherung sollten Sie nicht nur an mögliche Steuerersparnisse denken. In der Regel ist es besser, den Schutz als selbstständige Versicherung abzuschließen und nicht mit der Altersvorsorge zu kombinieren. Damit bleiben Sie flexibel.

Wann Beiträge zur Krankenkasse fällig werden

Stethoskop und Laptop vor Arzt am SchreibtischWer gesetzlich krankenversichert ist, sollte neben der Steuer darauf achten, ob für eine spätere Berufsunfähigkeitsrente Beiträge zur Kranken- und Pflegekasse fällig werden.

Für die meisten Verbraucher ist hier nur die betriebliche Altersversorgung (bAV) über den Arbeitgeber von Bedeutung. Auf eine Berufsunfähigkeits­versicherung, die in Kombination mit einer geförderten bAV abgeschlossen wurde, sind nämlich Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen.

Bei den anderen Formen der BU-Versicherung müssen Pflichtversicherte keine Beiträge leisten. Nur freiwillig Versicherte müssen in jedem Fall Beiträge auf eine BU-Rente abführen. Freiwillig versichert sind etwa Selbstständige oder gut verdienende Angestellte, deren Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze (2018: 59.400 Euro) liegt. Sie könnten eine private Krankenversicherung abschließen und sind daher nur freiwillig gesetzlich versichert.

Wer privat krankenversichert ist, muss die Beiträge für seine private Krankenversicherung weiterzahlen. Die Höhe der Prämie bleibt unverändert. Allerdings fällt bei Arbeitnehmern der Zuschuss des Arbeitgebers weg: Sie müssen mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Prämie komplett alleine aufbringen, sofern sie nicht versicherungspflichtig werden.

Nur wenn sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme neben ihrer BU-Rente eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente beziehen sollten, können sie beim Rententräger einen Zuschuss beantragen. Die Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung müssen sie allerdings auch dann selbst zahlen.

 

Beitragspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegekasse

Art der BU-
Versicherung

Pflichtversichert

Freiwillig Versichert

Private BU

Nein

Ja

Mit Rürup-Rente

Nein

Ja

Mit bAV

Ja

Ja

 

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Steuern je nach Schicht:
    Welche steuerlichen Regeln für eine Berufsunfähigkeits­versicherung gelten, richtet sich danach, zu welcher Schicht der Altersversorgung der Vertrag zählt.
  • Private Versicherung:
    Die Beiträge einer privaten BU-Versicherung lassen sich meist nicht absetzen. Dafür fallen für eine Rente nur wenige Steuern an.
  • Mit einer Rürup-Rente kombiniert:
    Mit einem Rürup-Vertrag lassen sich zunächst Steuern sparen. Bei einer Rente muss aber ein großer Teil versteuert werden.
  • Mit einer bAV kombiniert:
    Wer den Schutz mit einer bAV kombiniert, kann Steuern sparen. In der Regel muss man auf die Rente aber volle Steuern und Krankenkassenbeiträge zahlen.

Disclaimer

Wir haben die Inhalte mit größtmöglicher Sorgfalt zusammengestellt. Wir übernehmen jedoch keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Informationen. Der Ratgeber dient nur allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine steuerliche Beratung durch eine fachkundige Person, welche die individuellen Umstände berücksichtigt.

Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich