Elektrisch, elegant, erwachsen

Der neue Nissan Leaf ist alltagstauglich

Foto: CHECK24/Rhode

Die CHECK24-Autoredaktion hat den neuen Nissan Leaf ausgiebig getestet.

Foto: Nissan

Bei der Fahrt durch den Taunus macht die 2. Generation des Stromers sowohl von vorne...

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... als auch von hinten eine gute Figur. Das Design ist nach europäischem Geschmack.

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In den Kofferraum des Stromers passt ordentlich was rein.

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Die Instrumententafel besteht wieder klassisch aus analogem Tacho und Bildschirm.

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Neu ist das e-Pedal in der Mittelkonsole zwischen dem Auto-Piloten und dem Ganghebel.

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Der neue Leaf wird frontal mit Wechselstrom oder Gleichstrom geladen.

Größere Reichweite, mehr Sicherheit, gefälliges Design: So will der neue Leaf raus aus der Elektro-Nische und laut Nissans Kommunikations-Chef Oliver Franz ein „vollwertiges Auto" werden.

Seit März steht die zweite Generation der Stromer-Limousine bei den Händlern. Mit 5.000 allein in Deutschland abgesetzten Wagen in diesem Jahr rechnet Elektro-Manager Michel Jansen.

Was kann der neue Nissan Leaf?

Die Eckdaten sprechen für sich:

  • Batterie bei gleicher Größe 40 kWh (bisher 30 kWh)
  • Reichweite bis zu 285 km (WLTP-Messverfahren), nach alter NEFZ-Norm bis zu 378 km
  • Leistung 115 kWh/150 PS (plus 38 Prozent)
  • Drehmoment 320 Nm (plus 26 Prozent)
  • Beschleunigung 0-100 in 7,9 Sek.

In Frankfurt steht der Testwagen in der höchsten Ausstattungsvariante „Tekna” bereit.

Startknopf drücken, Bremse treten, Ganghebel nach hinten links drücken: Nur die Info „D” im Cockpit-Display zeigt an, dass der Wagen bereit fürs Elektro-Abenteuer ist. Hören tue ich es nicht.

Wie fährt sich die zweite Generation?

Bei der Auffahrt auf die Autobahn zeigen sich die Vorteile des Elektroantriebes. Noch liegt der Wagen hinter einem Lkw. Das Gaspedal durchgedrückt - der Rücken bekommt sofort engen Kontakt mit dem Sitzleder – und schon habe ich mich vor dem Brummi eingefädelt.

144 km/h Spitze reichen zum Mitschwimmen auf der Autobahn. Der Leaf ist als Anti-Tesla konzipiert. Er ist Begleiter, nicht Sportler.

Dennoch liegt er satt auf der Straße. Die Akkus im Fahrzeugboden wiegen etwa 300 Kilo – das sorgt für Bodenhaftung.

Das zeigt das Elektroauto bei der Fahrt über die hügeligen, kurvigen und engen Landstraßen des Taunus.

Welche Schwächen gibt es?

Da der Motorensound fehlt, sind Reifen- und Windgeräusche verstärkt zu hören. Das Fahrwerk meldet Bodenunebenheiten an die Passagiere.

Der intelligente Spurhalte-Assistent ist zudem mit den dünnen Fahrbahnmarkierungen überfordert. So kann ich des Öfteren Ausflüge über die Mittellinie machen, ohne dass das Sicherheitssystem Bedenken anmeldet. Gut für die Kurvenhatz!

Auf Autobahnen und Bundesstraßen funktioniert das System aber tadellos. Auch der optionale ProPILOT macht im dichten Verkehr seinen Dienst. Kolonnenfahren ist damit stressfrei. Der Wagen hängt sich einfach an den Vordermann.

Das ist uns aufgefallen

Das beste Feature ist das serienmäßige zuschaltbare e-Pedal. Es macht das Bremspedal fast unnötig.

Nimmt der Fahrer Gas weg, bremst der Wagen – von sanft bis zum vollständigen Stopp bei vollständiger Gaswegnahme.

Zur Eingewöhnung reichen wenige Kilometer. Der Ehrgeiz ist geweckt, punktgenau vor der Ampel und an der Kreuzung zum Stehen zu kommen.

Für die Reichweite ist das Spiel mit dem Gas ebenfalls förderlich. Durch die Rekuperation laden sich die Akkus während der Fahrt auf und der Leaf hält länger durch.

Wie ist der Innenraum?

Im Innenraum ist der Kilometerzähler wieder analog. Die Instrumente werden durch einen mittig platzierten 7-Zoll-Touchsreen ergänzt.

Der Fahrer kann aus vier Fahrmodi wählen – von „volle Leistung” (D-Modus) bis „spart am meisten” (B- und Eco-Modus kombiniert).

Das Bäumchen aus der ersten Leaf-Generation, welches die aktuelle Fahrweise symbolisch dargestellt hat und zum Strom sparen animierte, ist nicht mehr an Bord.

Insgesamt ist die Verarbeitung im Innenraum des neuen Leaf solide.

Was geht besser?

Einige Details fallen jedoch negativ auf:

  • Die Vordersitze sind nur manuell verstellbar. Die Sitzflächen sind recht kurz.
  • Das Lenkrad ist nicht axial verstellbar.
  • Durch den hohen Fahrzeugboden müssen Passagiere auf den hinteren Sitzen die Beine stark anwinkeln.
  • Die Schalter – beispielsweise für die Sitzheizung, sehen aus wie vor zehn Jahren.

Das kann Nissan besser, wie andere Modelle beweisen. Warum haben sie es dann beim Leaf versäumt?

Das ist wohl dem Anspruch des Herstellers geschuldet, ein für die breite Masse erschwingliches Auto anzubieten.

Außerdem ist Nissans Stromer vor allem für Japan und die USA konzipiert. Europäische Vorlieben sind nicht berücksichtigt.

Wie schnell lädt der Stromer?

Als Ladezeiten gibt Nissan an:

  • 16 Stunden an der Haushaltssteckdose
  • 8 Stunden an einer 22-kW-Ladestation
  • 40 Minuten (80 Prozent Aufladung) an einem Schnelllader mit bis zu 50 kW Einspeisung.

Was kostet der Leaf?

Der neue Leaf kostet in der Basisversion 31.950 Euro. Da sind das e-Pedal und vier Fahrerassistenzsysteme schon dabei.

Der vollausgestattete Testwagen kostete 42.100 Euro.

Käufer können vom Gesamtpreis noch den Umweltbonus von 4.000 Euro abziehen.

Fazit der CHECK24-Autoredaktion

Der neue Leaf ist genau das Auto für die anvisierte Zielgruppe geworden. Europäisch-modern gezeichnet, sicher, bezahlbar und für 90 Prozent des täglichen Bedarfes absolut alltagstauglich.

Nissan will mit seinem Stromer die Eigentumsbesitzer in den Speckgürteln der Metropolen erreichen. Für sie ist der Leaf das ideale Pendler-Auto.

Unser Tipp für Käufer

Verzichten Sie auf Schnickschnack. Der Nissan Leaf in der Basisausstattung reicht völlig aus und hat gerade erst beim Euro NCAP Crashtest dank seiner serienmäßigen Sicherheitsausstattung die volle Punktzahl erreicht.

Kaufen Sie sich vom gesparten Geld lieber eine Ladestation – falls Sie eine aufstellen können.

Wenn Sie sich noch gedulden wollen: „Es kommt ein Leaf mit größerer Reichweite und Leistung”, verrät Michels noch.

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Sascha Rhode

Redakteur Sascha Rhode

Schreibt, seit er lesen kann. Seit 2012 ist er für CHECK24 auf Mission Kfz unterwegs. Privat steht er auf altes Eisen – auf vier wie zwei Rädern.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

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