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Maria Trottner
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01.08.2022 | München | Energie

Energiekosten weiter auf Rekordniveau – Gas-Umlage wird Kosten für Verbraucher*innen erhöhen

  • Preise für Strom, Heizen und Mobilität steigen weiter – Musterhaushalt zahlte im Juli Ø 6.874 Euro  
  • Börsengaspreis seit Monaten auf hohem Niveau – Rohölpreis sinkt leicht
  • Tankrabatt senkt Mobilitätskosten um fünf Prozent zum Vormonat
Die Preise für Strom, Heizen und Mobilität sind im Juli leicht gestiegen und bleiben auf Rekordniveau. Die jährlichen Energiekosten für einen Musterhaushalt lagen im Juli 2022 bei durchschnittlich 6.874 Euro. Das sind vier Prozent mehr als im Vormonat und 63 Prozent bzw. 2.662 Euro mehr als im Juli 2021. Damals betrugen die Kosten noch 4.212 Euro.

„Die Energiekosten steigen seit 2020 stetig und sind seit Ende 2021 regelrecht explodiert“, sagt Billy Scheufler, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland haben die Energiepreise weiter nach oben getrieben. Ein vollständiger Lieferstopp kann die Situation noch verschärfen."

Heizen (Heizöl, Gas):

– Am stärksten sind die Preise für das Heizen gestiegen – um 145 Prozent. Im Juli 2021 musste der Musterhaushalt im Schnitt für Gas und Heizöl noch 1.332 Euro aufwenden, aktuell sind es bereits 3.266 Euro.

– Der Börsenpreis für Gas befindet sich seit Monaten auf hohem Niveau und ist im Juli erneut stark gestiegen. Im Juli wurden durchschnittlich 171 Euro pro MWh Gas im Großhandel fällig (+375 Prozent zum Vorjahr) (European Gas Spot Index THE).

– Der durchschnittliche Heizölpreis (2.000 Liter) ist im Juli nur leicht gestiegen. Dies liegt am leicht sinkenden Rohölpreis. Nachdem im Juni bis zu 124 Euro pro Barrel fällig wurden, kostetet im Juli das Barell etwas mehr als 100 Dollar.

– Durch die Gas-Umlage werden die Kosten für alle Verbraucher*innen weiter steigen. CHECK24 hat berechnet, wie hoch die Mehrkosten für verschiedene Haushalte je nach Höhe der Umlage sein können.

 – Ein Singlehaushalt würde bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh zwischen 89 und 298 Euro zahlen, eine Familie mit einem Verbrauch von 20.000 kWh hingegen zwischen 357 und 1.190 Euro.
„Mit der Anwendung von Paragraf 26 werden die Mehrkosten einer Ersatzbeschaffung gleichmäßig auf alle Gaskund*innen verteilt", sagt Billy Scheufler, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh könnte es nur durch die neue Umlage von fünf Cent pro Kilowattstunde bis zu 1.190 Euro im Jahr teurer werden.“

Mobilität (Benzin, Diesel, Strom):

– Ebenfalls gestiegen sind mit rund 22 Prozent die Kosten für Mobilität. Lagen diese im Juli 2021 noch durchschnittlich bei 1.355 Euro, muss ein Musterhaushalt aktuell 1.659 Euro dafür aufwenden. Das liegt hauptsächlich am starken Preisanstieg für Benzin (+16 Prozent) und Diesel (+41 Prozent).

– Im Gegensatz zum Vormonat sind die Kosten für Mobilität erneut leicht gesunken (minus fünf Prozent). Ein Grund dafür ist der Tankrabatt. Dieser ist beim Diesel weniger spürbar (minus vier Prozent zum Mai). Benzin ist im Schnitt 13 Prozent günstiger als im Mai.

Strom:

– Die Kosten für Strom lagen mit im Schnitt 1.949 Euro im Juli 28 Prozent über dem Vorjahresmonat (1.525 Euro). Auch der Börsenstrompreis bewegt sich auf hohem Niveau. Im Juli des aktuellen Jahres kostete eine Megawattstunde 304 Euro. Im Vorjahresmonat wurden nur 80 Euro fällig – ein Plus von 280 Prozent (Leipziger Strombörse EEX Day Ahead volumengewichtet).

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: der Russland-Ukraine-Krieg, die Reduktion von Gaslieferungen durch Nordstream 1, die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstiegs.
Im monatlichen Energiekostenindex von CHECK24 beobachten wir, wie viel ein Musterhaushalt im Jahr für Strom und jeweils gewichtet entsprechend der bundesweiten Verteilung für Heizen (Gas und Heizöl) sowie Mobilität (Benzin, Diesel, Strom) ausgeben muss. Die Daten werden rückblickend bis einschließlich Juni 2010 erhoben.
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