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Kfz-Wechselkennzeichen: Versicherer wollen Kunden Rabatte gewähren

München, 29.06.2012 | 14:40 | srh

Kurz vor dem Start des Kfz-Wechselkennzeichens am 1. Juli  bieten die ersten Versicherer spezielle Konditionen für auf diese Weise zugelasse Fahrzeuge an. Bislang hatten sich die Assekuranzen zu diesem Thema eher verhalten geäußert - nun scheint sich dennoch ein Preiskampf anzubahnen. Das Wechselkennzeichen gilt als umstritten. Experten hatten zuletzt einen Erfolg des neuen Nummernschildes angezweifelt.

Wechselkennzeichen: Kfz-Versicherer gewähren Rabatte

Das Wechselkennzeichen bietet die Chance auf günstige Kfz-Prämien - versteuert werden muss aber jedes Auto einzeln.

So bestätigte etwa Engelbert Faßbender, Vorstand der DEVK, gegenüber dem Hamburger Abendblatt, dass der Versicherer bei Wechselkennzeichen einen Versicherungsrabatt bis zu 25 Prozent einräumen wird. Auch andere Kfz-Versicherer wie die Allianz, AachenMüchener, Zurich oder LVM haben Nachlässe angekündigt. Wer jedoch zu einer anderen Assekuranz wechseln will, muss bis 2013 warten. Jedoch sollten sich die Verbraucher auch von den angekündigten Rabatten nicht blenden lassen. Unter Umständen können zwei separate Kfz-Versicherungen günstiger sein als ein rabattierter Tarif mit Wechselkennzeichen.
 
Neben den Zulassungsgebühren der Fahrzeuge fallen noch die Kosten für vier Halterrahmen an. Und gegenüber zwei getrennten Autoversicherungen oder dem Saisonkennzeichen hat das Wechselkennzeichen einen gravierenden Nachteil: Es darf jeweils nur eines der Fahrzeuge gefahren werden. Das andere muss auf einem privaten Stellplatz stehen. Der Bundesrat rechnet daher zu Beginn mit einer geringen Nachfrage und geht nur von rund 54.000 Kunden aus.

Steuerliche Vorteile für das Wechselkennzeichen wie in der Schweiz und Österreich  wird es in Deutschland ohnehin nicht geben. Auf beide Kfz erhebt der Staat den vollen Steuersatz. Auch die Anmeldung der Fahrzeuge wird weder einfacher noch billiger. Daher überwiegen die kritischen Stimmen. "Ob Autofahrer mit dem Wechselkennzeichen zukünftig tatsächlich sparen können, scheint unwahrscheinlich", resümiert Stiftung Warentest. Und das Magazin Spiegel betitelt das Wechselkennzeichen aufgrund der vielen Nachteile als "Luftnummernschild". Selbst der ADAC in Gestalt seines Pressesprechers Jochen Österle befindet Medienberichten zufolge: "Es ist kein großer Wurf".

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