Die Unfallversicherung leistet eine Einmalzahlung bei dauerhafter Invalidität nach einem Unfall. Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten verlieren – egal ob durch Unfall oder Krankheit.
Auf dieser Seite erfahren Sie, worin sich beide Versicherungen unterscheiden, für wen welche sinnvoll ist und wann eine Kombination empfehlenswert ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Unfallversicherung und Grundfähigkeitsversicherung decken unterschiedliche Risiken ab und ergänzen sich gegenseitig.
- Die Unfallversicherung leistet eine Einmalzahlung bei Invalidität nach einem Unfall. Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente bei Verlust von Grundfähigkeiten – auch durch Krankheit.
- Eine Grundfähigkeitsversicherung ist vor allem für Berufstätige mit körperlicher Tätigkeit eine gute Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung
- Die Unfallversicherung ist deutlich günstiger und stellt meist keine oder wenige Gesundheitsfragen.
Unfallversicherung und Grundfähigkeitsversicherung im direkten Vergleich
Vergleich: Unfallversicherung vs. Grundfähigkeitsversicherung
| Kriterium | Unfallversicherung | Grundfähigkeitsversicherung |
|---|---|---|
| Leistet bei | Dauerhafter Invalidität nach einem Unfall | Verlust bestimmter Grundfähigkeiten durch Unfall oder Krankheit |
| Leistungsart | Einmalzahlung (Kapitalleistung) | Monatliche Rente |
| Versicherte Fähigkeiten | Körperliche Beeinträchtigung gemäß Gliedertaxe | Definierte Grundfähigkeiten wie Sehen, Hören, Gehen, Treppensteigen, Autofahren, Heben und Tragen |
| Gesundheitsfragen | Oft ohne oder mit wenigen Gesundheitsfragen | Gesundheitsprüfung erforderlich, aber weniger umfangreich als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung |
| Kosten | Ab ca. 3–10 €/Monat | Ab ca. 20–60 €/Monat |
| Für wen geeignet | Alle Altersgruppen, auch Kinder und Rentner | Berufstätige, insbesondere mit körperlicher Tätigkeit |
| Geltungsbereich | Weltweit, rund um die Uhr | Bezogen auf den Verlust von Grundfähigkeiten – unabhängig vom Ort |
Wann brauchen Sie welche Versicherung?
Die Grundfähigkeitsversicherung wird häufig als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung empfohlen – vor allem für Personen mit körperlich anspruchsvollen Berufen, bei denen eine Berufsunfähigkeitsversicherung sehr teuer oder schwer zu bekommen ist.
Die Unfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung, weil sie:
- Deutlich günstiger ist als eine Grundfähigkeitsversicherung
- Keine oder wenige Gesundheitsfragen stellt – ideal bei Vorerkrankungen
- Auch Kinder, Hausfrauen/Hausmänner und Rentner absichert, für die eine Grundfähigkeitsversicherung nicht in Frage kommt
- Bei schweren Unfällen eine hohe Einmalzahlung leistet – z. B. für behindertengerechte Umbauten oder Rehabilitationsmaßnahmen
- Weltweit und rund um die Uhr schützt – auch in der Freizeit und beim Sport
Die Grundfähigkeitsversicherung hat dagegen den Vorteil, dass sie auch bei Krankheiten leistet – etwa bei Verlust der Sehkraft durch eine Augenerkrankung, bei Gehörschäden oder wenn Sie durch eine Erkrankung nicht mehr Treppen steigen können.
Für Personen, die keine Grundfähigkeitsversicherung abschließen können (z. B. wegen Vorerkrankungen oder als Rentner), ist die Unfallversicherung eine wichtige Basisabsicherung.
Lassen sich beide Versicherungen kombinieren?
Ja – und in vielen Fällen ist das auch empfehlenswert. Die beiden Versicherungen ergänzen sich ideal:
- Die Grundfähigkeitsversicherung sichert das laufende Einkommen mit einer monatlichen Rente, wenn wichtige Grundfähigkeiten verloren gehen – egal ob durch Krankheit oder Unfall.
- Die Unfallversicherung liefert zusätzlich eine hohe Einmalzahlung nach einem schweren Unfall – für Umbauten, Reha oder den finanziellen Neustart.
Wer bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, benötigt in der Regel keine zusätzliche Grundfähigkeitsversicherung. Eine Unfallversicherung ist aber auch dann eine sinnvolle Ergänzung.
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