Lücken der gesetzlichen Unfallversicherung
Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine Pflichtversicherung für Arbeitnehmer, die über den Arbeitgeber finanziert wird. Ihr Schutz ist jedoch stark eingeschränkt. In folgenden Situationen leistet die gesetzliche Unfallversicherung nicht:
- Freizeitunfälle: Unfälle beim Sport, im Urlaub, bei der Hausarbeit oder bei Hobbys sind nicht versichert
- Unfälle im Haushalt: Stürze von der Leiter, Verbrennungen in der Küche oder Ausrutschen im Bad – kein gesetzlicher Schutz
- Invalidität unter 20 %: Die gesetzliche Unfallrente greift erst ab einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20 Prozent
- Kein Schutz für Nicht-Erwerbstätige: Hausfrauen, Hausmänner, Arbeitslose und viele Selbstständige sind nicht gesetzlich unfallversichert
- Kein weltweiter Schutz: Im Ausland besteht in der Regel kein Schutz über die gesetzliche Unfallversicherung
Eine private Unfallversicherung schließt genau diese Lücken: Sie leistet weltweit, rund um die Uhr und bereits ab einem Prozent Invalidität.
Für wen ist die Unfallversicherung besonders sinnvoll?
Grundsätzlich profitiert jeder von einer privaten Unfallversicherung. Für folgende Personengruppen ist der Schutz besonders empfehlenswert:
- Kinder: Kinder verletzen sich häufig beim Spielen und Toben – der gesetzliche Schutz greift nur in Kita, Schule und auf dem Schulweg
- Rentner und Senioren: Mit dem Renteneintritt entfällt der gesetzliche Unfallschutz vollständig – gleichzeitig steigt das Sturzrisiko im Alter
- Familien: Eltern, die den Lebensunterhalt sichern, sollten sich und ihre Kinder gegen die finanziellen Folgen eines schweren Unfalls absichern
- Selbstständige und Freiberufler: Viele Selbstständige haben keinen gesetzlichen Unfallschutz und sind bei Invalidität besonders verwundbar
- Studenten: Außerhalb der Hochschule und auf dem Weg dorthin besteht kein gesetzlicher Unfallschutz – gerade bei sportlichen Aktivitäten oder Auslandssemestern
- Sportler: Wer regelmäßig Sport treibt, hat ein erhöhtes Unfallrisiko – die gesetzliche Versicherung leistet bei Freizeitsportunfällen nicht
Auch wer bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzt, kann von einer privaten Unfallversicherung profitieren. Während die Berufsunfähigkeitsversicherung bei dauerhafter Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente zahlt, leistet die Unfallversicherung eine einmalige Kapitalzahlung – etwa für Umbaukosten, Hilfsmittel oder die Anpassung des Wohnumfelds.
Was kostet eine Unfallversicherung?
Eine private Unfallversicherung gehört zu den günstigsten Versicherungen überhaupt. Der Beitrag hängt unter anderem von der gewählten Versicherungssumme, der Progression und dem Beruf des Versicherten ab.
Beitragsbeispiele für eine private Unfallversicherung
| Leistungsumfang | Monatlicher Beitrag ca. |
|---|---|
| Basis-Schutz (100.000 € Grundsumme, ohne Progression) | ab 3–5 € |
| Guter Schutz (100.000 € Grundsumme, 225 % Progression) | ab 5–15 € |
| Premium-Schutz (200.000 € Grundsumme, 350 % Progression, Zusatzleistungen) | ab 10–20 € |
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Unfallversicherung vs. andere Versicherungen
Häufig wird die Unfallversicherung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Krankenversicherung verwechselt. Dabei erfüllt jede Versicherung einen anderen Zweck:
Unfallversicherung im Vergleich mit Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung
| Kriterium | Unfallversicherung | Berufsunfähigkeitsversicherung | Krankenversicherung |
|---|---|---|---|
| Leistet bei | Unfallbedingter Invalidität | Dauerhafter Berufsunfähigkeit (auch durch Krankheit) | Krankheiten und Verletzungen |
| Art der Leistung | Einmalige Kapitalzahlung | Monatliche Rente | Behandlungskosten |
| Freizeitunfälle | Ja | Nur bei dauerhafter Berufsunfähigkeit | Ja (Behandlung) |
| Beitragsniveau | Günstig (ab ca. 3 €/Monat) | Mittel bis hoch | Gesetzlich oder privat |
Die Unfallversicherung ist kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Krankenversicherung, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Die einmalige Kapitalzahlung bei Invalidität bietet finanzielle Flexibilität – etwa für Umbauten, Hilfsmittel oder den Ausgleich von Einkommensverlusten.
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Häufige Fragen
Ist eine private Unfallversicherung sinnvoll?
Eine private Unfallversicherung ist keine absolut notwendige Versicherung. Sie ist jedoch für bestimmte Personengruppen sinnvoll – in erster Linie für Menschen, die über keinen gesetzlichen Unfallschutz verfügen.
Zwar stehen Arbeitnehmer sowie Kinder und Jugendliche unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, dieser Schutz ist allerdings stark eingeschränkt. Der gesetzliche Unfallschutz greift lediglich bei Unfällen, die auf der Arbeit, im Kindergarten, in der Schule oder an der Uni oder auf dem Weg dorthin passieren. Erleiden Sie jedoch in der Freizeit, zu Hause oder beim Sport einen Unfall, sind Sie nicht versichert.
Ein privater Unfallschutz schützt Sie rund um die Uhr und an jedem Ort weltweit vor den finanziellen Folgen eines Unfalls.
