Das Wichtigste in Kürze
- Die Auszahlung der Unfallversicherung hängt von drei Faktoren ab: Grundsumme, Invaliditätsgrad und Progression.
- Ohne Progression erhalten Sie den prozentualen Anteil Ihrer Grundsumme, der dem Invaliditätsgrad entspricht.
- Mit einer Progression von 225 %, 350 % oder 500 % steigt die Auszahlung bei schweren Verletzungen überproportional an.
- Wir empfehlen eine Progression von mindestens 225 %, besser 350 % – so erhalten Sie bei 100 % Invalidität ein Vielfaches Ihrer Grundsumme.
- Vergleichen Sie die Gliedertaxen verschiedener Anbieter – dieselbe Verletzung kann je nach Tarif unterschiedlich bewertet werden.
Die 3 Faktoren, die Ihre Auszahlung bestimmen
Die Höhe der Kapitalzahlung nach einem Unfall wird durch drei Stellschrauben bestimmt, die Sie beim Vertragsabschluss selbst wählen oder die sich aus dem Unfallschaden ergeben:
- Grundsumme (Versicherungssumme): Der Betrag, den Sie bei Vertragsabschluss festlegen. Experten empfehlen das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens – mindestens jedoch 100.000 Euro.
- Invaliditätsgrad: Nach einem Unfall stellt ein Arzt fest, wie stark Ihre körperliche Leistungsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt ist. Die Gliedertaxe des Tarifs ordnet jedem Körperteil einen festen Prozentsatz zu – z. B. 55 % für eine Hand oder 50 % für ein Auge.
- Progression: Mit einer Progression steigt die Auszahlung bei höheren Invaliditätsgraden überproportional an. Übliche Staffeln sind 225 %, 350 % und 500 %. Ohne Progression erhalten Sie exakt den prozentualen Anteil der Grundsumme.
Auszahlung = Grundsumme × Invaliditätsgrad × Progressionsfaktor
Bei niedrigen Invaliditätsgraden (unter 25 %) greift die Progression in der Regel noch nicht. Erst ab 25 % Invalidität beginnt die überproportionale Steigerung.
Auszahlungsbeispiele: So viel erhalten Sie
Die folgenden Beispiele zeigen, wie stark sich Grundsumme und Progression auf die tatsächliche Auszahlung auswirken. Alle Beträge basieren auf typischen Progressionsstaffeln:
Auszahlung bei 100.000 € Grundsumme
| Invaliditätsgrad | Ohne Progression | 225 % Progression | 350 % Progression | 500 % Progression |
|---|---|---|---|---|
| 20 % | 20.000 € | 20.000 € | 20.000 € | 20.000 € |
| 50 % | 50.000 € | 75.000 € | 100.000 € | 150.000 € |
| 70 % | 70.000 € | 135.000 € | 200.000 € | 290.000 € |
| 100 % | 100.000 € | 225.000 € | 350.000 € | 500.000 € |
Auszahlung bei 200.000 € Grundsumme
| Invaliditätsgrad | Ohne Progression | 225 % Progression | 350 % Progression | 500 % Progression |
|---|---|---|---|---|
| 20 % | 40.000 € | 40.000 € | 40.000 € | 40.000 € |
| 50 % | 100.000 € | 150.000 € | 200.000 € | 300.000 € |
| 70 % | 140.000 € | 270.000 € | 400.000 € | 580.000 € |
| 100 % | 200.000 € | 450.000 € | 700.000 € | 1.000.000 € |
Bei den meisten Tarifen setzt die Progression erst ab einem Invaliditätsgrad von 25 % ein. Darunter erhalten Sie den regulären prozentualen Anteil der Grundsumme. Genau deshalb ist die Progression besonders bei schweren Verletzungen so wertvoll.
225 %, 350 % oder 500 %: Welche Progression passt zu Ihnen?
Die Wahl der richtigen Progressionsstaffel hängt von Ihrem persönlichen Absicherungsbedarf und Ihrem Budget ab:
Progression im Vergleich
| Progression | Für wen geeignet? | Mehrkosten |
|---|---|---|
| 225 % | Solider Grundschutz für die meisten Versicherten. Empfohlenes Minimum. | Geringer Aufpreis gegenüber Tarifen ohne Progression |
| 350 % | Empfehlenswert für Familien, Alleinverdiener und Selbstständige, die bei schweren Unfällen besonders hohe finanzielle Belastungen erwarten. | Moderater Aufpreis |
| 500 % | Maximaler Schutz bei Vollinvalidität. Sinnvoll, wenn eine niedrigere Grundsumme gewählt wird, aber hohe Absicherung bei schweren Unfällen gewünscht ist. | Höherer Aufpreis, der sich erst bei schweren Verletzungen auszahlt |
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