Welcher Zins steht wo im Fokus? Je nachdem, ob Sie einen Kredit aufnehmen, eine Baufinanzierung abschließen oder Geld anlegen, begegnen Ihnen andere Arten von Zinsen. Wir erklären Ihnen die Unterschiede.

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Anna Molder, Online Redakteurin Finanzen bei CHECK24
Um vom Zinseszinseffekt zu profitieren, eignen sich beispielsweise Tages- oder Festgeldanlagen. Ein bestimmter Betrag wird dort zu einem festen oder variablen Zinssatz angelegt. Im nächsten Zeitraum werden die Zinsen nicht nur auf das Kapital, sondern auch auf die Zinsen des Vorzeitraums angerechnet. Mit jeder Periode, in der Zinsen hinzukommen, wächst der Gesamtbetrag und somit die Rendite schneller.
Damit sich die Geldanlage durch den Zinseszins erhöht, sind folgende Faktoren wichtig:
Je höher Anlagebetrag und Zinssatz sind, desto höher ist in der Regel der Zinsertrag und umso stärker wirkt sich der Zinseszinseffekt aus. Legen Sparer ihr Kapital für einen längeren Zeitraum an, so erhöht sich auch der Gewinn aus den Zinseszinsen. Werden bei mehrjährigen Anlagen die Zinsen einmal jährlich auf das Anlagekonto ausgeschüttet, so greift der Zinseszins im Folgejahr. Bei Anlagen, die eine häufigere thesaurierende Ausschüttung vorsehen (monatlich, quartalsweise, halbjährlich) steigert sich die Rendite, da die Zinsen aus dem vorherigen Ausschüttungsintervall immer mitverzinst werden.
| Anlagebetrag | Ertrag pro Jahr | Gesamtbetrag |
| 50.000 € | 2.000 € | 52.000 € |
| 52.000 € | 2.080 € | 54.080 € |
| 54.080 € | 2.163 € | 56.243 € |
| 56.243 € | 2.249 € | 58.492 € |
Im CHECK24 Geldanlage-Vergleich haben Sie die Wahl, Tages- und Festgelder mit- und untereinander zu vergleichen und für sich den idealen Anlagemix zu finden.
Folgende Grafik zeigt die Wirkung des Zinseszinseffekts unter Berücksichtigung verschiedener Zinssätze bei einer Anlagedauer von zehn Jahren.
Um genau zu berechnen, wie lange es dauert, bis sich eine Anlage verdoppelt, spielen Faktoren wie Zinssatz, Steuern und Ausschüttungsintervall eine wichtige Rolle. Um eine grobe Vorstellung über die Verdopplungszeit zu bekommen, können Sie die 72er-Regel anwenden. Dazu nehmen Sie die Zahl 72 und teilen sie durch den jährlichen Zinssatz. Im Ergebnis erhalten Sie den ungefähren Anlagezeitraum, der benötigt wird, bis sich Ihr Startkapital verdoppelt.
Auf alle Zinserträge wird die sogenannte Abgeltungssteuer fällig. Sparern steht jedoch ein jährlicher Steuerfreibetrag von 1.000 Euro zur Verfügung. Damit dieser geltend gemacht wird, müssen Anleger bei der jeweiligen Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. Bis zu diesem wird der Zinsertrag nicht verzinst.
Der Zinseszinseffekt kann bei unterschiedlichen Anlageformen zum Tragen kommen. Dazu gehören beispielsweise: Tagesgeld- oder Festgeldanlagen, Sparbriefe und langfristige Investments wie Aktien und ETFs (Exchange Traded Fund). Damit der Zinseszinseffekt greift und zum Vermögensaufbau beiträgt, ist es wichtig, dass die Geldanlage thesaurierend ist, die Zinsgewinne also automatisch reinvestiert werden.
Mit Prozent pro Jahr (p. a. = per annum) wird in der Finanzwelt der jährliche Zinssatz genannt, den Banken gewähren. Gleichgültig, wie lange Sparer einen Geldbetrag anlegen wollen, der Prozentsatz steht immer für Zinsen pro Jahr. Damit können Anlegerinnen und Anleger Bankangebote und somit die mögliche Rendite pro Jahr bestmöglich miteinander vergleichen.
Exponentielles Wachstum braucht Zeit. Vom Zinseszinseffekt profitieren Sparerinnen und Sparer besonders bei langfristigen Sparzielen wie dem Sparen fürs Alter. Umso früher sie Geld für ihre private Altersvorsorge eingezahlt haben, desto mehr Gewinn lässt sich auf den Zinseszins zurückführen. Wer hingegen später mit dem Anlegen anfängt und ein ähnliches Sparziel verfolgt, muss höhere Sparraten einplanen, um den Zinseszins auszugleichen.
Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.
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