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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist die Strombörse?

06.03.2020

Die Strombörse ist ein Handelsplatz für elektrische Energie, der nach dem Prinzip der Wertpapierbörse funktioniert. Die gehandelten Produkte sind dabei zeitlich begrenzte Strommengen, die in Megawattstunden (MWh) angegeben werden. Die deutschen Börsenstrompreise entstehen an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig, der größten kontinentaleuropäischen Strombörse. Der Handelsindex der EEX heißt Phelix (Physical Electricity Index).

Woher stammt der Strom für die Strombörse?

Der Strom, der an der Leipziger Energiebörse (EEX) gehandelt wird, stammt aus Deutschland, Österreich und Frankreich. Strom aus anderen europäischen Ländern wird an eigenen Strombörsen gehandelt.

Wie funktioniert der Stromhandel?

An der Leipziger Strombörse (EEX) wird ausschließlich elektronisch mit Strom gehandelt. Nur Energiekonzerne, Stromanbieter und Großkunden sind als Handelsteilnehmer zugelassen. Private Stromverbraucher können nicht am direkten Stromhandel teilnehmen. Die Handelsteilnehmer sind über Schnittstellen an die Börse angebunden und können ihre Gebote für Kauf und Verkauf direkt elektronisch übermitteln.

Anschließend werden Angebot und Nachfrage nach festen Handelsregeln auf der Internetseite der EEX zusammengeführt und die daraus entstehenden Börsenstrompreise veröffentlicht. Dabei bleiben alle Angaben über Käufer und Verkäufer anonym, um einen fairen Handel zu gewährleisten. Insgesamt werden jedoch nur 13 Prozent des Stroms an der Energiebörse gehandelt, die restlichen 87 Prozent kaufen die Stromanbieter direkt von den Energieerzeugern im außerbörslichen OTC-Handel.

Wie entwickeln sich die Börsenstrompreise?

Strom ist an der Börse aktuell sehr günstig. Im Durchschnitt kostet eine Megawattstunde Strom im Mai 2020 19,43 Euro. Im September 2008 mussten Stromanbieter für eine Megawattstunde noch 88,61 Euro bezahlen. Aktuell kaufen die Energieversorger an der Strombörse um 78 Prozent günstiger ein. Der Wert im Mai liegt nur knapp über dem Vormonat April (16,35 Euro).

Hohe Strompreise trotz gesunkener Börsenstrompreise?

Während die Börsenstrompreise seit Jahren seit Jahren auf relativ niedrigem Niveau befinden, werden die Strompreise für Verbraucher immer höher. Doch warum geben die Stromanbieter die gesunkenen Einkaufspreise nicht an ihre Kunden weiter? Ein Grund dafür ist, dass die meisten Stromversorger ihren Strom nicht direkt an der Börse kaufen, stattdessen schließen sie Direktverträge mit den Stromerzeugern. Von den günstigen Börsenstrompreise profitieren somit weder die Stromanbieter noch die Verbraucher.

Terminmarkt der EEX

Auf dem Terminmarkt werden langfristige Stromhandelsgeschäfte getätigt. Da Preis und Abnahme für einen bestimmten Zeitraum im Voraus vereinbart werden, spricht man bei Termingeschäften auch von Futures. Die EEX hat die speziellen Energiewendeprodukte Cap-Futures und Wind-Futures eingeführt, um die erneuerbaren Energien im Markt zu integrieren.

Cap-Futures: Da die Stromerzeugung aus Wind und Sonne nicht verlässlich planbar ist, wurden die Cap-Futures entwickelt. Mit diesen Handelsprodukten können sich Stromerzeuger bei hoher Stromerzeugung gegen einen Preisverfall schützen. Gleichzeitig werden Käufer bei geringer Stromproduktion von Preisspitzen geschützt.

Wind-Futures: Diese Handelsprodukte funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Cap-Futures und wurden für das spezielle Risiko der Windstromerzeugung entwickelt.

EPEX Spot – der Spotmarkt

Der Spotmarkt der EEX befindet sich in Paris und nennt sich EPEX Spot. Hier werden kurzfristige Handelsgeschäfte mit Strom getätigt. Gehandelt wird mit kurzfristig lieferbarem Strom – die geschlossenen Handelsgeschäfte müssen innerhalb einer Zeitspanne von ein bis zwei Tagen physisch erfüllt sein.


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