2017 wird’s wieder teurer So können Verbraucher auf erhöhte Girokonto-Gebühren reagieren
| lsc

Verbraucher sollten Nachrichten, die sie von ihrer Bank bekommen, zurzeit besondere Beachtung schenken.
Eine Auswertung der Stiftung Warentest von Anfang Dezember zeigt: Sie werden immer weniger. Die größte Privatkundenbank des Landes, die Postbank, hat am ersten November dieses Jahres eine neue Bedingung für das Gratis-Konto eingeführt: Nur bei einem Geldeingang von 3.000 Euro pro Monat bleibt die Kontoführung weiterhin kostenlos. Wer diese Anforderung nicht erfüllen kann, zahlt mittlerweile 3,90 Euro monatlich. Am selben Tag hat auch die GLS Bank einige Neuerungen eingeführt: Die Kontoführungsgebühren des Privatkontos betragen nun 3,80 Euro statt vormals 2 Euro, Überweisungen auf Papier kosten jetzt 2,50 Euro statt 0,50 Euro und für die Kreditkarte zahlen Kunden mittlerweile 30 Euro im Jahr. Vor der Konditionsänderung kostete sie 5 Euro jährlich.
Einen Monat später drehten die Münchner Bank und die Berliner Sparkasse an der Gebührenschraube. Erstere führte zum ersten Dezember neue Kontomodelle ein, Letztere erhöhte den monatlichen Grundpreis fürs Onlinebanking von zwei auf drei Euro. Doch dabei wird es nicht bleiben. Informationen der Stiftung Warentest zufolge werden zum ersten Januar Kunden von sechs* weiteren Banken mehr für ihr Girokonto und/oder damit verbundene Leistungen zahlen müssen. Zu diesen zählen:
- Sparda-Bank Münster
- Sparda-Bank Hamburg
- Sparda-Bank Hessen
- Kreissparkasse Köln
- PSD Berlin Brandenburg
Zwei Wege, um mit Gebührenerhöhungen umzugehen
Die gute Nachricht lautet jedoch: Es gibt noch kostenlose Alternativen. Vor allem Onlinebanken bieten attraktive Girokonten mit geringen Kosten. Die Ing-DiBa und die Consorsbank stellen ihren Kunden das Konto dauerhaft ohne Grundgebühr und eine kostenlose Kreditkarte ohne Mindestnutzung zur Verfügung. Das Wissen um Alternativen kann verärgerten Bankkunden dabei helfen, die für sie richtigen Schlüsse zu ziehen. Doch welche Möglichkeiten haben Verbraucher überhaupt, auf Gebührenerhöhungen zu reagieren?Im Wesentlichen gibt es nur zwei Wege: Entweder sie akzeptieren die neuen Bedingungen oder sie wechseln umgehend zu einer anderen Bank. Wer sich dafür entscheidet, die gestiegenen Kosten in Kauf zu nehmen, sollte überprüfen, ob ihn seine Bank vorschriftsgemäß über die Preisänderungen informiert hat. Wie die Verbraucherzentrale Sachsen dem Handelsblatt mitteilte, müssen Banken Änderungen zwei Monate im Voraus ankündigen und dabei erwähnen, dass eine kostenfreie und fristlose Kündigung möglich ist. Wird eine dieser Anforderungen nicht erfüllt, gilt die Änderung als unwirksam. Bankkunden haben dann das Recht, zu viel gezahlte Entgelte zurück zu verlangen, so die Verbraucherschützer.
Konto wechseln und sparen
Wer hingegen mit den neuen Konditionen nicht einverstanden ist, kann sich bei der eigenen Bank nach einem günstigeren Kontomodell erkundigen. Doch Achtung: Beim Girokonto kommt es nicht nur auf die monatlich zu zahlende Grundgebühr an. Viel wichtiger ist es, auf den Gesamtpreis inklusive aller Leistungen – zum Beispiel Kosten für die Kreditkarte, Bargeldabhebungen oder einen Dispo-Kredit – zu achten.Auf der Suche nach einem neuen Girokontoanbieter sollten Verbraucher ebenfalls stets alle Kriterien berücksichtigen. Ist ein neues Konto gefunden, braucht der Kunde seit September nichts mehr zu tun, als den Wechsel zu veranlassen. Altes und neues Kreditinstitut sind per Gesetz zur Kontenwechselhilfe im Sinne des Kunden verpflichtet. Verbraucher können seither deutlich einfacher und schneller die Bankverbindung wechseln – und viel Geld sparen.
*Die Stiftung Warentest zählt zu den Instituten, die mit 1. Januar 2017 ihre Preise erhöhen, auch die DKB. Die Direktbank hat jedoch bereits zum 1. Dezember dieses Jahres ein neues Kontomodell eingeführt. Über die Änderungen informiert dieser Artikel.
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