Umfrage zum Onlinebanking 13 Millionen Deutsche gehen nicht mehr in die Bankfiliale
| skl

Immer mehr Deutsche erledigen ihre Bankgeschäfte vom Sofa aus - das hat Folgen für den Bankensektor hierzulande.
Bankfilialen verschwinden, Kunden ziehen Direktbanken vor
Der Trend der Digitalisierung hat große Auswirkungen auf den Bankensektor. Gegenüber der Funke Mediengruppe sagte Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, am Dienstag: „Immer mehr Kunden machen nur noch Onlinebanking und nutzen gar keine Filiale mehr. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir in den kommenden Jahren 20 oder 25 Prozent weniger haben.“ Die Ergebnisse der Bitkom-Studie scheinen diese Einschätzung zu belegen. Fast jeden dritten Befragten zieht es zu einer reinen Online-Bank, jeder Zehnte hat dort bereits sein Girokonto, jeder Zwölfte hat vor, sein Konto innerhalb der nächsten zwölf Monate umzuziehen.Der Vorteil von Direktbanken gegenüber Filialbanken ist, dass sie kein dichtes Filialnetz und eine entsprechend hohe Zahl von Mitarbeitern unterhalten. Was diese reinen Online-Banken dadurch an Kosten einsparen, geben viele an ihre Kunden weiter, etwa mit einem Girokonto zum Nulltarif. Bereits ein Drittel der Umfrageteilnehmer hat schon einmal sein hauptsächlich genutztes Girokonto gewechselt.
Digitale Angebote bei Kontowahl wichtiger als Bankname
Mit dem Nutzungsverhalten ändern die Kunden auch ihre Präferenzen bei der Auswahl des Girokontos. Mehr als die Hälfte aller Befragten (57 Prozent) gab an, dass ihnen digitale Angebote wie Onlinebanking, Banking-Apps oder Online-Beratung wichtig sind. Dagegen ist die Bekanntheit der Marke nur für 47 Prozent wichtig. Da klingt es wenig überraschend, wenn 42 Prozent der Befragten sich vorstellen können, künftig Bankgeschäfte wie Überweisungen über digitale Zahlungsdienstleister wie Paypal zu tätigen. Mehr als ein Drittel würde Bankgeschäfte auch über Internetunternehmen wie Google, Apple oder Amazon abwickeln.Smartphone wird fürs Onlinebanking immer wichtiger
Parallel zu dem gestiegenen Interesse an Online-Angeboten und Banking-Apps, wird auch das Smartphone immer wichtiger fürs Onlinebanking. Während 2015 hierzulande nur jeder Dritte das Smartphone fürs Onlinebanking nutzte, sind es 2018 schon 44 Prozent. Auf der anderen Seite schwindet die Relevanz von Desktop-PCs. 2015 verwalteten zwei Drittel der Onlinebanking-Nutzer ihr Girokonto über einen Computer, in diesem Jahr waren es bereits weniger als die Hälfte. Es verwundert nicht, dass gerade internetaffine jüngere Leute ihr Mobiltelefon für Bankgeschäfte nutzen. Unter den 14- bis 29- Jährigen ist es jeder Zweite, unter den Befragten ab 65 dagegen nur jeder fünfte. Auch digitale Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Google Home erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit, wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht. Jeder dritte Bundesbürger ist laut Studie dazu bereit, die persönlichen Finanzen über Sprachbefehle zu regeln.Jeder achte Deutsche bereit zur Weitergabe von Kontodaten
Während die Zahl der Bankfilialen stetig abnimmt, akzeptieren immer mehr Bürger Online-Dienste. Zwölf Prozent der Bürger wünschen sich, dass ihnen Unternehmen Angebote machen und nach ihrer Zustimmung Kontobewegungen analysieren und Sparpotentiale aufzeigen.Weitere Nachrichten über Konto-Kredit
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