CO2-Fußabdruck verringern So viel Klimaschutz steckt in nachhaltigen Girokonten
| fbr

Mit einem nachhaltigen Girokonto verbessern Verbraucher ihre persönliche Klimabilanz. Foto: Westend61/Getty
Dieses Beispiel aus dem Alltag zeigt, wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz auch bei Banken verstärkt in den Fokus rücken. „Banken sind sich ihrer gesellschaftlichen Aufgabe durchaus bewusst. Zu erkennen ist das an vielen Sponsorings für gesellschaftliche, künstlerische und soziale Projekte“, sagt Christian Nau, Geschäftsführer Girokonto bei CHECK24. „In dieser Tradition haben sie erkannt, dass es jetzt auch darum geht, Vorbildcharakter im Bereich Klimaschutz zu zeigen.“ Denn der menschengemachte Klimawandel und der damit verbundene Temperaturanstieg auf der Erde, hauptsächlich verursacht durch einen zu hohen CO2-Ausstoß, ist eines der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart. Unterstrichen wird das vom Bundesverfassungsgericht. Erst im vergangenem Jahr hatten die Karlsruher Richter entschieden, dass die Schutzpflicht des Staates auch den Schutz seiner Bürger vor Umweltveränderungen miteinschließt. Das betrifft auch die Herstellung einer Klimaneutralität. Viele Bürger sehen das ähnlich: Laut der aktuellen Umweltbewusstseinsstudie des Umweltbundesamtes sagen über 90 Prozent, dass „dringend Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ nötig sind.
Mit nachhaltigem Girokonto CO2-Fußabdruck reduzieren
Eine Haltung, die nun auch Banken bedienen wollen. „Natürlich steht hinter nachhaltigen Kontoangeboten ein Geschäftsinteresse der Banken, aber auch ein Interesse der Kunden“, sagt Nau. „Banken wie die Tomorrow und die GLS Bank haben Nachhaltigkeit an die Spitze ihres Geschäftsmodells gestellt und bieten auch entsprechend nachhaltige Girokonten an“, sagt Nau. Dass Klimaschutz und Umweltbewusstsein für viele Verbraucher eine immer entscheidendere Rolle spielt, zeigt auch eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte. Demnach beeinflussen Klimasorgen das Verbraucherverhalten und den Konsum in Deutschland – 58 Prozent haben sich der Studie zur Folge bereits „Sorgen über das Klima“ gemacht. Das wirkt sich auch auf das Konsumverhalten aus. So haben beinahe zwei Drittel ihren Konsum verändert, „um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken“. Über die Hälfte hat nachhaltige Produkte gekauft, 31 Prozent nahmen dafür auch deutlich höhere Preise in Kauf.„Klimaschutz wird oft mit stärkeren Kosten in Verbindung gebracht. Im Supermarkt zahle ich mehr für regionale Produkte, auch Ökostrom ist teurer. Bei nachhaltige Girokonten ist das anders. Diese sind nicht zwingend teurer als nicht-nachhaltige“, sagt CHECK24 Finanzexperte Nau. „Wer ohnehin schon umweltbewusst lebt, kann seinen eigenen CO2-Fußabdruck mit einem nachhaltigen Girokonto ohne Mehrkosten weiter reduzieren.“ Nachhaltigkeit ist dabei ein vielschichtiges Phänomen. „Zum einen geht es dabei um den Klimaschutz, zum anderen um soziale Gerechtigkeit“, sagt Nau. „Beim Klimaschutz geht es dabei vor allem um CO2-Ausgleich. Der ist gut messbar durch Kompensationsprojekte wie Baumpflanzungsaktionen.“ Der Nachweis von Klimaneutralität und –positivität erfolge dann durch unabhängige Prüfer.
Auswahl klimaneutraler und klimapositiver Konten im CHECK24 Girokonto-Vergleich
| Girokonto | Klimastatus | Klimaprojekte |
|---|---|---|
| Tomorrow Change | klimaneutral | • Kundeneinlagen ausschließlich in nachhaltige Projekte investiert • Pro Kartenzahlung wird Regenwald vor Abholzung geschützt |
| Tomorrow Zero | klimaneutral | • Kundeneinlagen ausschließlich in nachhaltige Projekte investiert • Pro Kartenzahlung wird Regenwald vor Abholzung geschützt |
| C24 Smartkonto | klimapositiv | 110 Prozent CO2-Ausgleich über Kompensationsprojekte |
| C24 Maxkonto | klimapositiv | 110 Prozent CO2-Ausgleich über Kompensationsprojekte |
| ING Girokonto | klimaneutral | • CO2-Ausgleich über Kompensationsprojekte • Finanzierungsprojekte, die mit den IFC Nachhaltigkeitskriterien der Weltbank vereinbar sind |
Nachhaltigkeitsstrategie der Bank wichtiger Faktor
Wie umweltbewusst eine Bank arbeitet, ist dabei nicht allein an deren CO2-Bilanz abzulesen. Dabei sind auch andere Faktoren wichtig, zum Beispiel die genaue Investmentstrategie der Bank. „Ein Vergleich verschiedener Banken zeigt, dass nachhaltig nicht gleich nachhaltig ist. Es kann vorkommen, dass sich eine Bank als nachhaltig bezeichnet und am Ende nur einen Teil der Geschäfte in solche Projekte investiert wird“, sagt Madlen Müller Referentin Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Aus diesem Grund müsse sich jeder interessierte Verbraucher genau damit auseinandersetzen und nicht nur den Werbeversprechen glauben. „Die Begriffe nachhaltig oder auch ethisch sind in diesem Bereich nicht verbindlich festgelegt. Es besteht somit das Risiko, dass die ausgewählte Bank doch nicht die Werte vertritt, die sich der Verbraucher vorstellt“, warnt Müller. „Eine nachhaltig arbeitende Bank investiert in ethisch-ökologische Projekte. Kontroverse Branchen und Unternehmen werden ausgeschlossen. Daher ist der Vergleich verschiedener Banken hier das A und O.“Klimaneutral vergleichen: Nachhaltiges Girokonto im CHECK24 Girokonto-Vergleich finden
Im CHECK24 Girokonto-Vergleich gibt es viele umweltfreundliche Girokonten. Erkennbar sind diese an den grünen Siegeln „klimaneutral“ und „klimapositiv“ bei dem jeweiligen Kontoangebot. Wer auf das „i“ klickt, erhält zudem weitere Informationen, welche nachhaltigen Projekte eine Bank genau macht. „Klimaneutralität und –positivität lassen sich Banken von anerkannten Zertifizierungsstellen berechnen“ sagt Nau. „Auf Basis dieser Ergebnisse bewerten wir ein Konto in unserem Vergleich. In erster Linie geht es dabei um CO2-Ausstoß und den CO2-Fußabdruck der Bank.“ Auch der CHECK24 Girokonto-Vergleich ist klimaneutral. „Wir wollen als Vergleichsportal klimaneutral sein und sind das auch in Summe“, so Nau.
Die C24 Bank gibt an, sogar mehr CO2 auszugleichen, als sie ausstößt. „Für uns sind Nachhaltigkeit und Klimaschutz elementare Grundsätze unseres Handelns. Daher stellen wir die gesamte C24 Bank und damit alle unsere Girokonten klimapositiv“, sagt Franz Josef Nick, Geschäftsführer der C24 Bank in einer Pressemitteilung. Die Bank versichert, 110 Prozent ihrer CO2-Emissionen über Klimaschutzprojekte auszugleichen. Auch die GLS Bank, die 2021 nach eigenen Angaben über 330.000 Kunden hatte, hat sich ethisch-ökologischen Grundsätzen verschrieben und verzichtet laut ihren Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen auf Investments in kritische Bereiche wie zum Beispiel die Atom- und Kohleindustrie. Das Kreditvolumen der GLS betrug 2021 4,5 Milliarden Euro. Aus dem Kreditneugeschäft flossen Gelder zu 30 Prozent in sozial-ökologisches Wohnen, zu 23 Prozent in erneuerbare Energien und zu 15 Prozent in die nachhaltige Wirtschaft.
Die Debitkarte der Tomorrow gibt es für 20 Euro Aufpreis aus nachhaltig angebauten Kirschholz. Foto: Tomorrow
Weitere Nachrichten über Konto-Kredit
- 03.09.2024
Automat, Schalter, Supermarkt: Bargeld einzahlen bei ING, DKB & Co. - so geht's
Trotz fehlendem Filialnetz und Bankschalter: So zahlen Kunden einer Direktbank Bargeld auf ihr Girokonto ein. » mehr
- 07.07.2024
Neuer CHECK24 Kontoumzug: Girokonto kostenlos mit nur einem Klick wechseln
Innerhalb von fünf Minuten das Girokonto wechseln? Das geht mit dem neuen Kontoumzug von CHECK24. Mit nur einem Klick werden auch Daueraufträge umgezogen. Das war bisher noch nicht möglich. Wie der neue Service funktioniert und wie schnell es tatsächlich geht. » mehr
- 05.04.2024
Maestro-Logo verschwindet auf Girocards: Was das Maestro-Ende für Bankkunden bedeutet
Der Zahlungsverkehr in Deutschland befindet sich im ständigen Wandel. Zum 1. Juli 2023 wurde die zusätzliche Zahlungsfunktion Maestro auf der Girocard eingestellt. Wir haben die wichtigsten Antworten zum Maestro-Aus zusammengestellt und uns angeschaut, welche Kontokarten Banken ihren Kunden zur Verfügung stellen. » mehr