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Geld abheben zu teuer? - Kartellamt ermittelt gegen Banken

| eko

Vorsicht am verbundsfremden Geldautomat: Einzelne Banken brummen den Kunden Gebühren von bis zu 10 Euro auf.

Vorsicht am verbundsfremden Geldautomat: Einzelne Banken brummen den Kunden Gebühren von bis zu 10 Euro auf.

Ärger am Automaten: Einzelne Banken verlangen von Kunden anderer Geldinstitute bis zu 10 Euro für das Abheben am Geldautomaten. Verbraucherschützer halten das schon lange für Wucher, jetzt ermittelt das Kartellamt gegen 280 Banken und Sparkassen.
Eine Transaktion kostet die Institute im Schnitt nur etwa 70 Cent, die durchschnittliche Gebühr für Fremdabhebungen liegt aber bei satten sechs Euro. Die Gewinnspanne ist also enorm. Zudem hat eine aktuelle Studie der FMH Finanzberatung gezeigt, dass Kunden häufig gar nicht sehen können, wie viel Geld sie für Fremdabhebungen zahlen müssen. Da sich immer mehr Verbraucher beschwerten, wird jetzt das Bundeskartellamt aktiv.

Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Wettbewerbsbeschränkung, verbotene Diskriminierung und Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Die ins Visier geratenen Geldinstitute müssen bis Ende des Monats Fragebögen zu ihren Abhebungsgebühren ausfüllen. Erst nach deren Auswertung wird das Kartellamt über die Einleitung eines formellen Verfahrens entscheiden - das kann Monate dauern.

Unabhängig vom Ergebnis der Prüfungen hoffen Verbraucherschützer auf eine Signalwirkung. Die Banken könnten jetzt einlenken und ihre Preispolitik am Geldautomaten transparenter machen, die Kosten zudem senken. Sparkassen und Volksbanken haben bereits angekündigt, die bisherigen Gebühren ändern zu wollen. Dem Kunden soll künftig an fremden Geldautomaten direkt angezeigt werden, wie viel es ihn kostet, wenn er Geld abhebt.