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Fusion Visa mit Visa-Europe: Milliarden werden fließen

| lsc

drei Visa Kreditkarten in verschiedenen Farben

Die Kreditkartengesellschaft Visa will bis Oktober alle Anteile von Visa Europe übernommen haben.

Die US-amerikanische Kreditkartengesellschaft Visa will die Anteile der unabhängigen Schwestergesellschaft Visa Europe bis Ende Oktober übernehmen. Dem britischen Sender Sky News zufolge sollen die Erlöse aus dem Verkauf 21 Milliarden US-Dollar (18,4 Milliarden Euro) betragen. Von der Fusion werden insbesondere europäische Großbanken profitieren.
Die bisherigen Besitzer von Visa Europe, rund 3.000 europäischen Banken, werden die Erlöse aus dem Verkauf entsprechend den Umsatzanteilen, den die einzelnen Institute erwirtschaften, aufteilen.

Dementsprechend ist davon auszugehen, dass vor allem die britische Barclays gut an der Fusion verdienen wird, denn ihre Kunden sorgen für zehn Prozent des Umsatzes mit Visa-Kreditkarten. Es wird erwartet, dass die Barclays rund zwei Milliarden Dollar des Verkaufsgewinns erhält.

Generell werden vor allem britische Geldhäuser zu den großen Profiteuren des Deals zählen, da sie zusammen zu einem Anteil von rund 40 Prozent an Visa Europe beteiligt sind. Geldhäuser wie Lloyds, RBS und HSBC könnten damit gemeinsam acht Milliarden Dollar Gewinn erzielen. Französische, spanische und italienische Banken werden ebenfalls höhere Beträge erhalten.

Die rund 1.500 deutschen Institute, die an Visa Europe beteiligt sind, werden indes keine so hohen Gewinne aus dem Verkauf erzielen können. Das hängt damit zusammen, dass deutsche Konsumenten zumeist die Girokarte der Kreditkarte vorziehen, sodass Visa Europe in Deutschland nicht so hohe Umsätze erzielt, wie dies zum Beispiel in Großbritannien der Fall ist.

Im Juni hat Visa die Übernahme von Visa Europe offiziell bestätigt. Hinter der Fusion steht der Wunsch, die eigene Position gegenüber dem größten Konkurrenten im Kreditkartengeschäft, Mastercard, zu verbessern.