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Ratingagentur Moody's senkt Ausblick für Rettungsschirm EFSF
| vge
Die Euro-Krise verschärft sich weiter: Moody’s hat die Bestnote der Kreditwürdigkeit des Euro-Rettungsschirms EFSF in Frage gestellt. Wie die US-amerikanische Ratingagentur am Mittwoch mitteilte, wurde der Ausblick des EFSF von stabil auf negativ abgesenkt. Die Bestnote von Aaa werde allerdings vorerst beibehalten. Als Grund für die für die Maßnahme führte Moody's die Verschlechterung der Aussicht von Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg an, die am Montag bekanntgegeben worden war.
Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für den Rettungsschirm EFSF von stabil auf negativ abgesenkt.
Die drei Staaten würden in erheblichem Maße für den Rettungsschirm bürgen, hieß es in der Mitteilung. Deutschland trägt aktuell mit 29,1 Prozent den größten Teil des Rettungsschirms. Ein negativer Ausblick führt oft mittelfristig zu einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Durch ein schlechteres Rating müsste sich der EFSF zu höheren Zinsen Geld am Kapitalmarkt leihen, da das Ausfallrisiko für die Anleger steigt.
Zudem verschlechterte Moody's auch den Ausblick für mehrere Bundesländer von stabil auf negativ. Betroffen sind Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Die Ratingagentur begründete ihr Vorgehen mit der engen finanziellen Verflechtung der Bundesländer untereinander. Im Notfall müssten sie sich gegenseitig finanzielle Hilfen gewähren. Die Bonität der Bundesländer ist bislang sehr gut. Die Kreditwürdigkeit von Bayern und Baden-Württemberg wird aktuell sogar mit der Bestnote Aaa bewertet.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sieht die drohende Abstufung Deutschlands durch Moody’s als ersten, deutlichen Warnschuss. Diesen könne Europa nicht ignorieren, die europäische Politik müsse nun ihre Konsequenzen ziehen, sagte Seehofer der Passauer Neuen Presse. Europa sei nicht geholfen, wenn Deutschland durch die Rettungsschirme über seine Leistungsfähigkeit hinaus belastet werde.