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Europa will die Macht der Rating-Agenturen einschränken
| sbi

Die Macht der Rating-Agenturen soll beschnitten werden: Die EU-Kommission plant ein Rating-Verbot.
Die EU-Kommission will den Einfluss der Rating-Agenturen verringern. Wie Spiegel Online berichtet, will die Europäische Union die Veröffentlichung von Bewertungen über kriselnde Euro-Staaten vorübergehend verbieten. In der vergangenen Woche hatte die Agentur Standard&Poor's fälschlicherweise die Bonität Frankreichs kurzzeitig herabgestuft - nach eigenen Angaben aufgrund eines technischen Defekts.
Die Nachricht löste bei Anlegern Angst vor einer möglichen Verschärfung der Euro-Krise aus. Anlässlich der Rating-Panne präsentierte EU-Binnenmarktsekretär Michael Barnier heute einen entsprechenden Reformvorschlag in Straßburg. Abstufungen von Krisenländern ziehen immer Turbulenzen an den Finanzmärkten nach sich. Den Rating-Agenturen wird vorgeworfen in der Urteilsfindung intransparent zu sein. Zudem lägen sie oftmals falsch und würden so zur Verschärfung der Krise beitragen.
Veröffentlichungen über die Zahlungsunfähigkeit von Ländern soll von der neuen Wertpapieraufsicht ESMA vorübergehend untersagt werden können. Die neue Regelung soll insbesondere Euro-Staaten betreffen, die in Verhandlungen über Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF oder dem Internationalen Währungsfonds IWF stehen. Mit einem Verbot könnte verhindert werden, das ein Rating in einem ungeeigneten Moment "negative Folgen für die Finanzstabilität des Staates und mögliche destabilisierende Effekte auf die Weltwirtschaft" haben könnte, so der Kommissionsbericht.
An ein Rating-Verbot sind jedoch auch Bedingungen geknüpft: Zusätzlich zu laufenden Hilfsverhandlungen müssen durch das Rating weitere Länder oder das gesamte Finanzsystem der EU gefährdet sein. Weiterhin wäre eine Abstimmung der ESMA mit anderen Aufsehern erforderlich. Kritiker warnen jedoch davor, dass bereits das Zurückhalten der Information zeigen würde, dass es in einem konkreten Fall erhebliche Probleme gibt. Dadurch könnten ebenfalls erhebliche Turbulenzen verursacht werden. 2007 standen die Rating-Agenturen schon einmal im Fokus der Öffentlichkeit, als diese Bestnoten an Kreditderivate vergaben, die heute als wichtiger Auslöser für die US-Hypothekenkrise gelten. Lehman Brothers wurde von Standard & Poor’s noch wenige Tage vor der Pleite als sicher eingestuft.
Veröffentlichungen über die Zahlungsunfähigkeit von Ländern soll von der neuen Wertpapieraufsicht ESMA vorübergehend untersagt werden können. Die neue Regelung soll insbesondere Euro-Staaten betreffen, die in Verhandlungen über Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF oder dem Internationalen Währungsfonds IWF stehen. Mit einem Verbot könnte verhindert werden, das ein Rating in einem ungeeigneten Moment "negative Folgen für die Finanzstabilität des Staates und mögliche destabilisierende Effekte auf die Weltwirtschaft" haben könnte, so der Kommissionsbericht.
An ein Rating-Verbot sind jedoch auch Bedingungen geknüpft: Zusätzlich zu laufenden Hilfsverhandlungen müssen durch das Rating weitere Länder oder das gesamte Finanzsystem der EU gefährdet sein. Weiterhin wäre eine Abstimmung der ESMA mit anderen Aufsehern erforderlich. Kritiker warnen jedoch davor, dass bereits das Zurückhalten der Information zeigen würde, dass es in einem konkreten Fall erhebliche Probleme gibt. Dadurch könnten ebenfalls erhebliche Turbulenzen verursacht werden. 2007 standen die Rating-Agenturen schon einmal im Fokus der Öffentlichkeit, als diese Bestnoten an Kreditderivate vergaben, die heute als wichtiger Auslöser für die US-Hypothekenkrise gelten. Lehman Brothers wurde von Standard & Poor’s noch wenige Tage vor der Pleite als sicher eingestuft.
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