Chefarztbehandlung im Krankenhaus
Die Chefarztbehandlung ist eine Wahlleistung im Krankenhaus. Während eines Krankenhausaufenthalts werden Sie als Patient in der Regel vom diensthabenden Personal (z. B. Stationsarzt) behandelt. Bei einer Chefarztbehandlung übernehmen die erfahrensten Mediziner des Krankenhauses Ihre Behandlung. Ohne eine Krankenhauszusatzversicherung müssen Sie die zusätzlichen Kosten in der Regel selbst tragen.
- Was versteht man unter einer Chefarztbehandlung?
- Wann ist eine Chefarztbehandlung sinnvoll?
- Kosten einer Chefarztbehandlung
- Chefarztbehandlung mit einer Zusatzversicherung
- Wahlleistungen im Krankenhaus
- Mögliche Vertretungen einer Chefarztbehandlung
- Häufige Fragen
Chefarztbehandlung im KrankenhausDas Wichtigste zusammengefasst
Die Wahlleistung der Chefarztbehandlung bietet Patienten im Krankenhaus eine umfassende Betreuung durch den erfahrensten Mediziner der Klinik.
Eine Chefarztbehandlung ist vor allem bei komplizierten oder komplexen Krankheitsbildern sinnvoll.
Durch die erhöhten Abrechnungssätze von Chefärzten sind Ihre Behandlungen deutlich teurer. Gesetzlich Versicherte müssen die zusätzlichen Kosten in der Regel selbst tragen.
Eine leistungsstarke Krankenhauszusatzversicherung übernimmt bis zu 100 Prozent der Mehrkosten Ihrer Chefarztbehandlung.

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Was versteht man unter einer Chefarztbehandlung?
Bei der Chefarztbehandlung handelt es sich um eine Leistung für stationäre Krankenhausaufenthalte, die über die gesetzlich vorgeschriebene Regelversorgung hinausgeht. Chefärzte sind die Mediziner mit der höchsten Qualifizierung einer Abteilung und Experten auf ihrem Fachgebiet.
Für die Chefarztbehandlung schließen Sie einen Behandlungsvertrag mit dem Krankenhaus ab, durch den der Chefarzt die volle Zuständigkeit für Sie übernimmt. Er wird in alle Entscheidungen miteinbezogen, betreut Sie während Ihres gesamten Krankenhausaufenthalts und verhindert dadurch häufige Arztwechsel.
Nicht ausschließlich Chefarzt
Auch wenn Sie sich für eine Chefarztbehandlung entschieden haben, werden nicht alle Behandlungsschritte vom Chefarzt persönlich übernommen. In manchen Fällen ist eine Vertretung des Chefarztes möglich.
Daneben umfasst die Chefarztbehandlung nicht nur die ärztliche Behandlung, sondern auch die Koordination des gesamten medizinischen Teams. Der Chefarzt überwacht den Krankheitsverlauf und stimmt Ihre Behandlungen mit den anderen Fachärzten ab. Wenn Ihre Behandlung die Überweisung in eine andere Abteilung des Krankenhauses notwendig macht, werden Sie auch dort vom zuständigen Chefarzt behandelt.
Der im Vertrag festgehaltene Chefarzt ist außerdem direkter Ansprechpartner für Sie und Ihre Angehörigen und sorgt dafür, dass Ihre individuellen Bedürfnisse bestmöglich berücksichtigt werden.
Wann ist eine Chefarztbehandlung sinnvoll?

Ist eine Chefarztbehandlung für Ihren Krankenhausaufenthalt sinnvoll?
Grundsätzlich kann die Chefarztbehandlung als Wahlleistung nur für stationäre Krankenhausaufenthalte gewählt werden. Wenn Sie ambulant behandelt werden, das Krankenhaus also am selben Tag wieder verlassen, erfolgt die Behandlung in der Regel durch das diensthabende Personal.
Eine Chefarztbehandlung ist in folgenden Fällen sinnvoll:
- Ihr Krankheitsbild ist komplex oder selten.
- Sie benötigen eine spezielle Operation.
- Es bestehen hohe Risikofaktoren, die Ihre Behandlung verkomplizieren.
- Sie haben eine unklare oder schwierige Diagnose.
- Sie möchten aus persönlicher Präferenz von den erfahrensten Medizinern der Klinik behandelt werden.
Da eine Chefarztbehandlung für Patienten fast immer mit erhöhten Kosten verbunden ist, sollten Sie abwägen, ob sie für Ihre Behandlung notwendig ist.
Routineoperationen
Erfolgt Ihr stationärer Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Routineoperation, etwa einer Gallenblasenentfernung, ist eine Chefarztbehandlung meist nicht notwendig. Standardisierte Eingriffe werden von Fach- und Oberärzten oft sicherer durchgeführt als von Chefärzten.
Kosten einer Chefarztbehandlung
Die Kosten einer Chefarztbehandlung ergeben sich durch die Basiskosten der Behandlung, die mit einem Faktor multipliziert werden. Die Basiskosten für jede Behandlung sind in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) genau festgehalten und werden auch als Einfachsatz bezeichnet. Je nach Krankenhaus, Fachgebiet und Aufwand kann dieser Einfachsatz erhöht werden.
Während der Regelhöchstsatz der gesetzlichen Krankenversicherung bei 2,3 liegt, kann in schriftlich begründeten Fällen mit dem Höchstsatz von 3,5 abgerechnet werden.
Mediziner mit besonderen Qualifikationen – zu denen auch Chefärzte zählen – können sogar noch höhere Gebühren verlangen. Dafür müssen Patienten vor der Behandlung einer gesonderten Honorarvereinbarung zustimmen.
| GOÄ-Ziffer – Behandlung | Kosten | |||
|---|---|---|---|---|
| Einfachsatz (1,0) | Regelhöchstsatz (2,3) | Höchstsatz (3,5) | Satz > 3,5 | |
| 453 – Vollnarkose | 12,24 € | 28,15 € | 42,84 € | Je nach Honorarvereinbarung |
| 1480 – Absaugen der Nebenhöhlen | 2,62 € | 6,03 € | 9,18 € | |
| 2144 – Einbau eines künstl. Kniegelenks | 209,83 € | 482,65 € | 734,42 € | |
| 3186 – Entfernung der Gallenblase | 145,72 € | 335,15 € | 510,01 € | |
| 3197 – Entfernung der Bauchspeicheldrüse | 269,29 € | 619,36 € | 942,51 € | |
Beispielhafte Kostenunterschiede bei variierenden Abrechnungssätzen (Stand: 01/25), Quelle: abrechnungsstelle.com
Für Privatversicherte werden die Kosten über den Einfachsatz hinaus in der Regel von ihrer Krankenversicherung erstattet, gesetzlich Versicherte müssen die zusätzlichen Kosten jedoch meist vollständig selbst begleichen.
Sollte es während Ihres Krankenhausaufenthalts zu Komplikationen in Ihrer Behandlung kommen, wird der Chefarzt darüber in Kenntnis gesetzt. Wenn seine Expertise benötigt wird, wird er auch ohne eine vereinbarte Chefarztbehandlung in Ihre Behandlung miteinbezogen.
In besonders komplizierten Fällen ist es außerdem möglich, dass der Chefarzt der einzige Mediziner mit der notwendigen Fachkenntnis zur Durchführung der Behandlung ist. In diesem Fall wird die Chefarztbehandlung nicht als Wahlleistung gewertet und somit von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Chefarztbehandlung mit einer Krankenhauszusatzversicherung
Für die Mehrkosten einer Chefarztbehandlung können gesetzlich Versicherte eine Krankenhauszusatzversicherung abschließen.
Im Alter von 30 Jahren erhalten Sie eine leistungsstarke Krankenhauszusatzversicherung bereits ab 8,83 € pro Monat.
Achten Sie darauf, dass der Tarif für Chefarzt / freie Arztwahl aufkommt, da diese auch Chefarztbehandlungen beinhaltet. Da Chefärzte in Ausnahmefällen auch ein Honorar über dem Höchstsatz von 3,5 verlangen können, erstatten die meisten Tarife der Krankenhauszusatzversicherung Arzthonorare ohne Begrenzung und damit zu 100 Prozent.
Neben der Chefarztbehandlung bietet die Versicherung auch weitere attraktive Wahlleistungen, wie etwa die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibett-Zimmer.
Unsere Empfehlungen für eine Krankenhauszusatzversicherung im Alter von 30 Jahren:
Komfort (2BZ)
- 2-Bett-Zimmer
- Chefarzt / freie Arztwahl
- Arzthonorare ohne Begrenzung
- Höherer Beitrag im Alter
- Ohne Wartezeit
- 2-Bett-Zimmer
- Chefarzt / freie Arztwahl
- Arzthonorare ohne Begrenzung
- Höherer Beitrag im Alter
- Ohne Wartezeit
Wahlleistungen im Krankenhaus
Jeder Patient in einem Krankenhaus hat das Recht auf eine Regelversorgung, die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird. Wahlleistungen, zu denen auch die Chefarztbehandlung gehört, gehen über den Leistungskatalog der Krankenkassen hinaus.
| Regelleistung GKV | Wahlleistung |
|---|---|
| Behandlung durch diensthabendes Personal | Freie Arztwahl / Chefarztbehandlung |
| Unterbringung im Mehrbett-Zimmer | Unterbringung im Ein- oder Zweibett-Zimmer |
| Basis-Ausstattung im Zimmer | Gehobene Ausstattung im Zimmer (z. B. eigener Safe & eigenes Badezimmer) |
| Standard-Krankenhauskost | Erweiterte Verpflegungsangebote (z. B. à la carte) |
| Unterbringung ohne Begleitperson | Unterbringung einer Begleitperson (Rooming-in) |
Gegenüberstellung ausgewählter Regel- und Wahlleistungen im Krankenhaus
Weil die durch Wahlleistungen entstehenden Mehrkosten nicht von den Krankenkassen übernommen werden, werden sie in erster Linie von privatversicherten Patienten und Kassenpatienten mit Zusatzversicherung genutzt.
Mögliche Vertretungen einer Chefarztbehandlung
Auch wenn Sie eine Chefarztbehandlung mit dem Krankenhaus vereinbart haben, werden Sie nicht ausschließlich durch den Chefarzt behandelt.
Zum einen gibt es Behandlungsschritte, die nicht auf die Expertise des Chefarztes angewiesen sind. Dazu zählen beispielsweise das Setzen eines venösen Zugangs oder der Wechsel eines Verbands. Solche Routinebehandlungen aus dem Krankenhausalltag werden in den meisten Fällen vom diensthabenden Personal durchgeführt. Diese werden dann mit dem Einfachsatz verrechnet. Sollten Sie auch hierfür eine Versorgung durch den Chefarzt wünschen, steigen die Kosten an. Eine Krankenhauszusatzversicherung deckt diese zusätzlichen Kosten ab.
Daneben gibt es sogenannte delegationsfähige Leistungen (bspw. chirurgischer Verschluss einer Wunde nach einer Operation). Diese dürfen auch durch andere Ärzte erfolgen. Allerdings ist der Chefarzt dazu verpflichtet, die Behandlung jederzeit auf Abruf unverzüglich persönlich weiterführen zu können.
Außerdem ist es möglich, dass während Ihres Krankenhausaufenthalts die Verlegung in einen anderen Fachbereich notwendig wird. Geht die Behandlung über den Fachbereich Ihres vereinbarten Chefarztes hinaus, werden Sie auch in anderen Fachbereichen von den dortigen Ärzten behandelt, die gesonderte Abrechnungen stellen dürfen. Man bezeichnet sie als liquidationsberechtigt. In der Regel sind dies ebenfalls Chefärzte oder Spezialisten. Um welchen Arzt es sich dabei genau handelt, ist in der internen Wahlarztkette des Krankenhauses geregelt.
Beispiel
Sie sind gestürzt und werden mit einem gebrochenen Handgelenk ins Krankenhaus eingeliefert. Sofern die Ursache für den Sturz unklar ist, erhalten Sie neben der Operation durch den Chefarzt der Unfallchirurgie auch eine Untersuchung durch den Chefarzt der Neurologie, um den Grund für den Sturz zu ermitteln.
Zuletzt kann allerdings jeder Mensch einmal verhindert sein. Chefärzte können krank werden oder aufgrund ihrer Stellung auch in akute Notfälle einbezogen werden. Sollte der von Ihnen gewählte Chefarzt verhindert sein und Ihre Behandlung nicht durchführen können, ist es für die Abrechnung der Kosten wichtig, ob es sich um eine vorhersehbare oder unvorhersehbare Verhinderung handelt.
Vorhersehbare Verhinderungen
Von einer vorhersehbaren Verhinderung ist dann die Rede, wenn bereits vor Ihrer Behandlung bekannt ist, dass der zuständige Chefarzt diese aus einem beliebigen Grund nicht durchführen kann. Dies ist beispielsweise bei Urlaub des Chefarztes der Fall. Über eine vorhersehbare Verhinderung des Chefarztes muss das Krankenhaus Sie frühzeitig informieren.
Unvorhersehbare Verhinderungen
Unvorhersehbare Verhinderungen treten erst nach Ihrer Wahlleistungsvereinbarung auf. Etwa, wenn der Chefarzt krankheitsbedingt ausfällt. Die Abrechnung erfolgt nur dann im Rahmen einer wahlärztlichen Leistung, wenn Sie der Behandlung durch den ständigen Vertreter des Chefarztes vorab zustimmen. Handelt es sich bei Ihrer Behandlung um einen akuten Notfall, werden Sie ohne Absprache von einem anderen Arzt mit den notwendigen Qualifikationen behandelt. Die Abrechnung erfolgt dann allerdings nicht als wahlärztliche Leistung.
Bei einer Verhinderung des Chefarztes können Sie sich zwischen drei Optionen entscheiden:
- 1
Behandlung durch den ständigen Vertreter
Die Behandlung findet durch den ständigen Vertreter des Chefarztes statt. Es handelt sich dabei in der Regel um einen Oberarzt desselben Fachgebiets (wahlärztliche Behandlung).
- 2
Verzicht auf wahlärztliche Behandlung
Die Behandlung wird vom diensthabenden Fachpersonal durchgeführt (Verzicht auf wahlärztliche Behandlung).
- 3
Verschiebung der Behandlung
Sie verschieben Ihre Behandlung auf einen späteren Zeitpunkt, an dem der Chefarzt nicht mehr verhindert ist (Ausnahme: akute Notfälle, die Behandlung erfolgt dann durch einen anderen Arzt mit den notwendigen Qualifikationen).
Häufige Fragen
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