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Debatte nach Unwetterschäden: Versicherer gegen Versicherungspflicht für Elementarschäden

München, 9.6.2016 | 12:30 | kro

Sollten Unwetterschäden an Gebäuden und Hausrat über eine Pflichtversicherung gedeckt werden? Diese Forderung kommt nach den jüngsten Starkregenfällen wieder auf. Nein, sagen die Versicherer laut dem Branchenmagazin Versicherungswirtschaft Heute (VWheute).

Hochwasser HauswandNach den jüngsten Starkregenfällen ist die Forderung nach einer Pflichtversicherung wieder aufgekommen.
„Es muss in der Verantwortung der Menschen bleiben, wie sie ihr Haus absichern“, wird die Bayerische zitiert. Stattdessen sollte der Hochwasserschutz ausgebaut und Naturgefahren in Bebauungsplänen verstärkt berücksichtigt werden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht dies ähnlich: „Wenn jeder Schaden in jedem Fall bezahlt wird, bleiben staatlicher und individueller Hochwasserschutz auf der Strecke. Niemand müsste sich mehr ernsthaft an zunehmende Extremwetterereignisse anpassen“, erklärte ein GDV-Sprecher.

Die Allianz hat laut Welt Online auch verfassungsrechtliche Bedenken: Der Pflichtversicherungsschutz sei – wie etwa bei der Kfz-Haftpflicht – dem Schutz Dritter vorbehalten, nicht aber dem Eigenschutz für persönliche Sachschäden, so eine Sprecherin.

Stimmen für eine Versicherungspflicht

Der Bund der Versicherten (BdV) dagegen sieht eine gesetzliche Pflicht zur Versicherung gegen Elementarschäden als den einzig richtigen Weg. Für alle ohne Versicherung seien die Soforthilfen der Bundesländer oft nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Auch Politiker wie der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) befürworten eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden. Die Justizminister der Länder hatten im Juli 2015 eine Pflichtversicherung gegen Naturkatastrophen dagegen abgelehnt.
 

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