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Ökostrom Windenergie in der Krise

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Schlechte Zeiten für die deutsche Windbranche – jetzt hat auch Deutschlands größter Windturbinenherstelller Enercon Stellenstreichungen angekündigt. Gründe für die anhaltende Krise ist der wachsende Widerstand der Bevölkerung gegen Neuerrichtungen und der Flächenmangel.

Windbranche in der Krise
2019 wurden ein Drittel weniger Windräder errichtet als 2016.
Am Freitag wurde bekannt, dass der Turbinenhersteller Enercon 3.000 seiner 18.000 Stellen streichen wird. Der Branchenriese, der sich vor allem auf den deutschen Markt konzentriert hat, leidet besonders unter dem Abschwung. So wurden in den ersten neun Monaten des Jahres nur rund 350 Windräder gebaut, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilte. 2016 wurden im gleichen Zeitraum etwa dreimal so viele Windräder errichtet. Grund dafür sind vermehrte Bürgerproteste und Klagen gegen neue Windräder. Zudem wird die Suche nach geeigneten Flächen immer schwieriger und das System für Vergütungen wurde verändert.
 

Ökostrom-Ausbau in Gefahr

Seit 2017 wird nicht mehr jede gelieferte Kilowattstunde vergütet, sondern Windpark-Projekte müssen bei Ausschreibungen mitbieten. Den Zuschlag bekommen Projekte, die mit möglichst wenig Förderung auskommen. Gerade für kleine Investoren wurde Windenergie damit immer weniger lukrativ. Der Einbruch in der Windbranche bedroht den Ökostrom-Ausbau und die Klimaziele der Bundesregierung. Im Jahr 2030 sollen 65 Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie stammen. Windenergie sollte einen Großteil davon beisteuern. Nun hat die Regierung die Ausbauziele bereits von 2,9 Gigawatt auf 1,7 Gigawatt Leistung runtergeschraubt. Die Lücke soll nun von der Solarenergie geschlossen werden.