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Finanzielle Belastung eines Einpersonenhaushaltes durch Energiekosten

23.09.2021
 
  1. Ostdeutsche Haushalte sind rund 18 Prozent stärker durch Energiekosten belastet als westdeutsche Haushalte.
  2. Verfügbares Einkommen im Osten Deutschlands 16 Prozent niedriger als im Westen.
  3. Die Energiekostenquote ist in Mecklenburg-Vorpommern am höchsten, in Bayern am niedrigsten.

 

Die Kosten für Energie belasten Verbraucher im Osten Deutschlands stärker als im Westen. Ein ostdeutscher Einpersonenhaushalt muss rund 4,6 Prozent seiner verfügbaren Einkünfte für Strom und Gas aufwenden, ein westdeutscher nur 3,9 Prozent.

Bei einem Stromverbrauch von 1.500 kWh bzw. einem Gasverbrauch von 5.000 kWh pro Jahr ist Strom im Osten der Bundesrepublik etwa drei Prozent teurer als im Westen, Gas sogar fünf Prozent. Hauptursache für die unterschiedlich hohen Energiekostenquoten ist aber der Unterschied beim verfügbaren Einkommen. Ein Durchschnittsverbraucher im Osten der Bundesrepublik hat monatlich 278 Euro oder 16 Prozent weniger zur Verfügung als im Westen.

Energiekosten: Mecklenburg-Vorpommern am stärksten belastet, Bayern am geringsten

Anteil Energiekosten an Kaufkraft

Im Bundesdurchschnitt benötigt ein Einpersonenhaushalt 4,0 Prozent seiner Kaufkraft für Strom und Gas. Die Kaufkraft setzt sich aus dem verfügbaren Nettoeinkommen, Kapitaleinkünften und staatlichen Zahlungen zusammen.

Besonders groß ist die finanzielle Belastung für Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern mit 4,8 Prozent. Dort ist die Pro-Kopf-Kaufkraft laut der GfK Kaufkraftstudie 2021 mit rund 1.699 Euro im Monat deutschlandweit am niedrigsten. Strom und Gas sind aber verhältnismäßig teuer. In den anderen ostdeutschen Flächenstaaten ist das Bild ähnlich. Bayern verwenden für Energie anteilig am wenigsten von ihrem verfügbaren Einkommen.

Das Beispiel Hamburg zeigt, dass hohe Energiekosten nicht zwingend eine hohe finanzielle Belastung bedeuten: Strom und Gas sind dort etwa so teuer wie in Mecklenburg-Vorpommern. Die Kaufkraft ist mit rund 2.134 Euro deutschlandweit am höchsten. Der Anteil der Energiekosten am verfügbaren Einkommen beträgt dadurch nur rund 3,7 Prozent.

Finanzielle Belastung eines Single-Haushalts durch Gas- und Stromkosten

Soviel Prozent der Einkünfte geben Single-Haushalte in Deutschland für den Bezug von Strom und Gas aus.

Bundesländer absteigend sortiert nach Höhe der Energiekosten. Alle Werte gerundet.

Bundesland Kaufkraft pro Kopf Strom Gas gesamt Energiekostenquote
Mecklenburg-Vorpommern 1.699 € 46 € 36 € 82 € 4,8 %
Thüringen 1.710 € 46 € 35 € 81 € 4,8 %
Sachsen-Anhalt 1.701 € 45 € 35 € 80 € 4,7 %
Sachsen 1.720 € 44 € 35 € 79 € 4,6 %
Brandenburg 1.828 € 46 € 35 € 81 € 4,4 %
Saarland 1.852 € 45 € 35 € 80 € 4,3 %
Schleswig-Holstein 1.955 € 48 € 33 € 81 € 4,2 %
Rheinland-Pfalz 1.927 € 45 € 35 € 81 € 4,2 %
Bremen 1.772 € 40 € 34 € 74 € 4,2 %
Nordrhein-Westfalen 1.939 € 45 € 35 € 80 € 4,1 %
Niedersachsen 1.926 € 44 € 34 € 79 € 4,1 %
Berlin 1.819 € 43 € 32 € 75 € 4,1 %
Hessen 2.054 € 44 € 34 € 78 € 3,8 %
Hamburg 2.134 € 47 € 31 € 79 € 3,7 %
Baden-Württemberg 2.124 € 45 € 34 € 79 € 3,7 %
Bayern 2.148 € 45 € 33 € 78 € 3,6 %
West (inklusive Berlin) 2.012 € 45 € 34 € 79 € 3,9 %
Ost 1.734 € 45 € 35 € 80 € 4,6 %
Gesamt 1.970 € 45 € 34 € 79 € 4,0 %
Quelle: CHECK24; eigene Berechnungen; Stand: 01. September 2021.

Kristin Heinrich
CHECK24 Energieexpertin
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