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Lexikon: Strom- und Gasbegriffe einfach erklärt

Das CHECK24-Lexikon erklärt Ihnen die wichtigsten Begriffe rund um den Anbieterwechsel, sowie Strom- und Gas-Themen. Von A wie Abschlag bis Z wie Zweitarifzähler erfahren Sie alles, was den Stromvergleich bzw. Gasvergleich betrifft.

A | B | C | D | E | F | G | H | I | |  K | L | M | NO | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
 
A
Abschlag
Ein Abschlag oder eine Abschlagszahlung ist die Teilzahlung eines Betrages. Es handelt sich meist um eine vorläufige Zahlung, die unter dem Vorbehalt einer endgültigen Rechnung steht. Abschläge werden angewendet, wenn man eine Leistung über einen längeren Zeitraum erhält – etwa für Strom- oder Gaslieferungen. So ist für den Anbieter das Risiko geringer, dass es zu einem Zahlungsausfall kommt. Umgekehrt steigt für den Kunden das Risiko, je länger der Abschlagszeitraum ist, da er bei einer Insolvenz des Anbieters sein Geld oft nicht zurückbekommt. Stromanbieter verlangen von ihren Kunden oft monatliche oder vierteljährliche Abschläge, teilweise aber auch jährliche Vorauskasse. Die fällige Summe wird auf der Basis des bisherigen Verbrauchs ermittelt. Liegen bei Neukunden keine Daten vor, wird der zu erwartende Verbrauch geschätzt. Am Ende des Abrechnungszeitraumes werden die Abschlagszahlungen in der Jahresendabrechnung mit dem tatsächlichen Verbrauch verrechnet. Der Kunde muss dann einen eventuellen Fehlbetrag nachzahlen oder erhält eine Gutschrift auf die nächste Rechnung. Bei vielen Stromanbietern hat der Kunde die Möglichkeit, um eine Änderung seines Abschlags zu bitten, wenn sich sein Verbrauch während eines Abrechnungsjahrs deutlich ändert.
Akkumulator
Als Akkumulator (kurz: Akku) bezeichnet man einen wiederaufladbaren Speicher für elektrische Energie. Die Speicherung erfolgt zumeist auf elektrochemischer Basis, das heißt, beim Aufladen wird elektrische in chemische Energie umgewandelt. Der Akkumulator besteht aus einer oder mehreren Sekundärzellen. Durch einen Ladevorgang wird den Zellen zunächst elektrische Energie zugeführt. Diese wird dann in chemische Energie umgewandelt. Wird ein Verbraucher angeschlossen, wird die chemische Energie wieder in elektrische zurückgewandelt und dem Akku entzogen. Er entlädt sich.

Der Akku entlädt sich jedoch auch, wenn kein Elektrogerät angeschlossen ist. Hier spricht man von Selbstentladung. Wie schnell es zur Selbstentladung kommt, ist abhängig vom Zelltyp des Akkumulators sowie dem Alter der Zellen und der Lagertemperatur.

Mit Hilfe von Akkus können Geräte oder Fahrzeuge unabhängig vom Stromnetz betrieben werden. Teilweise werden sie auch verwendet, um eine Teilfunktion nach Trennung des Geräts vom Stromnetz zu ermöglichen.
Ampere
Ampere (A) ist die nach dem französischen Physiker und Mathematiker André Marie Ampère benannte gesetzliche Maßeinheit für die elektrische Stromstärke (I). Bewegen sich Ladungsträger – zum Beispiel Elektronen oder Ionen – durch einen Stoff oder ein Vakuum, fließt elektrischer Strom. Wieviel Strom in einer bestimmten Zeit fließt, wird in Ampere angegeben. 
Anbieterwechsel
Bei einem Stromanbieterwechsel ändert ein Stromkunde den Versorger, von dem er Energie bezieht. Der physikalische Stromanschluss bleibt dabei unangetastet. Es ändert sich lediglich das Unternehmen, mit dem die Stromlieferungen abgerechnet werden und das die entsprechenden Strommengen ins Netz einspeisen muss. Ein Anbieterwechsel ist für Stromverbraucher seit der Liberalisierung der Energiemärkte möglich, die 1998 eingeleitet wurde. Laut Energiewirtschaftsgesetz muss er von den beteiligten Energieversorgern und Netzbetreibern kostenlos durchgeführt werden. Die Bearbeitung des Wechsels und Umstellung des Stromversorgung dauert sechs bis zwölf Wochen. Durch einen Anbieterwechsel und einen günstigeren Stromtarif sind im Einzelfall jährliche Einsparungen von bis zu 500 Euro möglich. Günstige Tarife lassen sich online durch einen Stromvergleich ermitteln. 
Anreizregulierung
Die Anreizregulierung soll die Betreiber der Stromnetze zu mehr Kosteneffizienz zwingen und so für sinkende Energiepreise sorgen. Sie wurde in Deutschland 2009 eingeführt, weil ein mangelnder Wettbewerb festgestellt wurde. Die Regulierungsbehörden geben im Rahmen der Anreizregulierung für jedes Unternehmen eine Erlösobergrenze für die Netznutzungskosten vor. Nur die Unternehmen, die mit ihren Kosten unterhalb dieser Grenze liegen, können mit den Zahlungen der Stromanbieter, die deren Netz nutzen, überhaupt Geld verdienen. Die Festsetzung der Grenze richtet sich zwar nach der Kostenstruktur des einzelnen Netzbetreibers. Sie soll aber in jedem Jahr etwas abgesenkt werden, um die Unternehmen zu zwingen, sich dem Niveau des effizientesten Netzbetreibers anzunähern. Die Anreizregulierung sieht zusätzlich auch Abzüge bei schlechter Netzqualität vor. Dadurch und durch ergänzende Regelungen soll verhindert werden, dass die Bemühen der Netzbetreiber um Kosteneffizienz zu Lasten der Stabilität und Versorgungssicherheit gehen.
Anschlussleistung
Die Anschlussleistung gibt den Bedarf eines Gerätes an Strom an. Auch der gesamte Energiebedarf eines Haushalts, wenn alle angeschlossenen Geräte eingeschaltet sind, wird als dessen Anschlussleistung bezeichnet. Die Anschlussleistung kennzeichnet den maximalen Stromverbrauch. Die abgegebene Leistung kann dagegen je nach Wirkungsgrad deutlich niedriger ausfallen. Die Anschlussleistung ist eine wichtige Größe, um Sicherungen und Leitungen passend auszulegen. Sie wird deshalb in der Produktbeschreibung von Geräten angegeben – bei elektrischen Verbrauchern in Watt. Die Anschlussleistung einer herkömmlichen Glühbirne kann beispielsweise bei 60 Watt, die einer Energiesparlampe bei 11 Watt liegen. Ein Elektroherd mit Backofen kann dagegen eine Anschlussleistung von 11.000 Watt erreichen. Bei Verbrauchern mit einem sehr hohen Energiebedarf, beispielsweise Industriebebetriebe, führen die Stromanbieter meist eine Leistungsmessung durch, um die tatsächlich entnommene Leistung zu ermitteln.
Arbeitspreis
Als Arbeitspreis wird der verbrauchsabhängige Teil des Strompreises bezeichnet. Er bezeichnet den Betrag, der pro Einheit an entnommener elektrischer Energie bezahlt werden muss, also zum Beispiel 20 Cent pro Kilowattstunde. Die fällige Summe ergibt sich also aus der Multiplikation der verbrauchten Einheiten mit dem Arbeitspreis. Zusätzlich zum Arbeitspreis wird meist auch ein fester Grundpreis fällig, der pro Tag, Monat oder Jahr bezahlt werden muss. Während der Arbeitspreis die Kosten des Stromverbrauchs decken soll, wird der Grundpreis mit fixen Kosten des Stromanbieters, unter anderem für die Bereitstellung des Zählers, begründet.
Atom
Die Bausteine aller festen, flüssigen und gasförmigen Stoffe bezeichnet man als Atome. Das Atom ist die kleinste Einheit eines chemischen Elements. Die Atome der verschiedenen Elemente unterscheiden sich dabei in Größe, Masse sowie der Fähigkeit, sich mit anderen Atomen zu Molekülen oder festen Körpern zu verbinden.

Ein Atom besteht aus einem Atomkern und einer Atomhülle. Der Atomkern wird aus positiv geladenen Protonen und elektrisch neutralen Neutronen gebildet. Die Atomhülle besteht aus Elektronen, die negativ geladen sind. Kern und Hülle ziehen sich elektrostatisch an und sind so aneinander gebunden. Die Atome eines bestimmten Elements, die sich in der Zahl der Neutronen unterscheiden, gehören zu den sogenannten Isotopen des Elements.

In Atomkraftwerken werden die Eigenschaften der Atome genutzt, um elektrische Energie zu erzeugen: Bei der Kernspaltung absorbiert der Atomkern eines Uran- oder Plutonium-Isotops ein Neutron und zerfällt. So wird Energie frei, die zunächst in Wärmeenergie und schließlich in elektrische Energie umgewandelt wird. 
Atomenergie
Atomenergie ist der der Oberbegriff für Sekundärenergien wie Strom, die aus der bei Kernreaktionen freiwerdenden Energie hergestellt werden. Dabei zerfallen die Atomkerne von Elementen wie Uran in einem kontrollierten Prozess und setzen Wärme frei. Atomenergie wird in Atomkraftwerken genutzt, um Wasserdampf zu erzeugen und damit Turbinen zur Stromerzeugung anzutreiben. Einerseits hat die Kernenergie den Vorteil, dass im Kraftwerk kein CO₂ freigesetzt wird. Problematisch sind jedoch die Gefahren nach Störfällen durch freiwerdende Strahlung und radioaktive Partikel, die ungeklärte Endlagerung des Atommülls und der umweltschädliche Uranabbau. Deutschland will deshalb bis 2022 aus der Nutzung der Atomenergie aussteigen.
B
BDEW
Der BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.) ist ein Zusammenschluss von rund 1.800 deutschen Versorgungsunternehmen und Stromanbietern, die in den Bereichen Erdgas, Strom und Fernwärme sowie Wasser und Abwasser tätig sind. Er berät und unterstützt seine Mitglieder und vertritt ihre Anliegen gegenüber Politik, Fachwelt, Medien und Öffentlichkeit. Der BDEW repräsentiert nach eigenen Angaben rund 90 Prozent des Stromabsatzes, gut 60 Prozent des Nah- und Fernwärmeabsatzes, 90 Prozent des Erdgasabsatzes, 80 Prozent der Trinkwasserförderung sowie rund ein Drittel der Abwasserentsorgung in Deutschland. Der BDEW entstand 2007 durch den Zusammenschluss des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), des Verbands der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger in Deutschland (VRE), des Verbands der Netzbetreiber (VDN) und des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW).
Biomasse
Der Begriff Biomasse kennzeichnet grundsätzlich alle Stoffe oder Stoffgemische, die in Lebenwesen gebunden sind oder von ihnen erzeugt werden. In der Energietechnik bezeichnet der Ausdruck Biomasse dagegen nur energetisch nutzbare Stoffe, also zum Beispiel Holz, Mais oder Stroh. Stromanbieter verwerten Biomasse beispielsweise in Kraftwerken, die Holz, Holzpellets oder Hackschnitzel verbrennen, oder in Form von Biogas in Gaskraftwerken. Die Nutzung von Biomasse anstelle von fossilen Brennstoffen entlastet das Klima, weil dabei lediglich so viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird, wie die Pflanzen kurz zuvor während ihres Wachstums aufgenommen haben. Langfristig gebundene Kohlenstoffe werden nicht freigesetzt, so dass sich der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre nicht ändert. Als weitere Vorteile der Biomasse gelten die kurzen Transportwege, wenn regional erzeugte Biomasse genutzt wird, sowie die Verringerung der Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Als nachteilig gelten die Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau, die Entstehung von Monokulturen und die Rodung von Wäldern, der oft hohe Düngereinsatz beim Anbau von Energiepflanzen sowie bei der Verbrennung von fester Biomasse die höheren Ruß- und Feinstaubemissionen als bei der Verwendung von Öl oder Gas. Ökologisch vorteilhafter als der Anbau von Energiepflanzen gilt die Nutzung von Abfallstoffen aus der Nahrungsproduktion und Landwirtschaft.
Blackout
Der englische Begriff Blackout bezeichnet das plötzliche Versagen eines Zustands und wird im Energiebereich für einen großflächigen Stromausfall gebraucht. Ursachen für einen Blackout können der Ausfall eines Kraftwerks, die Beschädigung einer Leitung, ein Kurzschluss oder eine Überlastung des Netzes sein. Geraten durch ein solches Ereignis Spannung und Frequenz des Stroms außerhalb der Sollwerte und steht nicht genug Regel- und Ausgleichsenergie zu Verfügung, um den geforderten Zustand wiederherzustellen, werden Leitungen und Kraftwerke abgeschaltet. Dadurch kann im Extremfall ein Domino-Effekt entstehen, der ganze Landstriche lahm legt. Nach einem Blackout muss die Stromversorgung Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden. Dabei wird mit sogenannten schwarzstartfähigen Kraftwerken wie Laufwasserkraftwerken begonnen, die ohne externe Stromversorgung anlaufen können.

Durch einen Blackout entstehen enorme volkswirtschaftliche Schäden. Kritische Anlagen wie Krankenhäuser verfügen über eine Notstromversorgung, um im Falle eines Stromausfalls den Betrieb aufrechthalten zu können. Auch Atomkraftwerkebenötigen eine sichere Stromversorgung, um die Kühlung aufrechtzuhalten und eine Kernschmelze zu verhindern. Ihr Versagen führte in der japanischen Stadt Fukushima im März 2011 zu einem katastrophalen Atomunfall. Im europäischen Verbundnetz müssen Stromnetze so geführt werden, dass sie den Ausfall eines Betriebsmittels problemlos verkraften. Es müssen also mehrere Störungen zusammentreffen, damit ein Blackout entstehen kann. Nach der Stilllegung von acht Kernkraftwerken im Sommer 2011 wurde eine Kaltreserve von fossilen Kraftwerken geschaffen, um Engpässe ausgleichen und einen Blackout verhindern zu können. 
Blockheizkraftwerk
Ein Blockheizkraftwerk ist eine Anlage zur gleichzeitigen Produktion von elektrischem Strom und Wärme zum Heizen, die vorwiegend am Ort des Wärmeverbrauchs betrieben wird.
Braunkohle
Braunkohle ist ein fossiler Rohstoff, der durch Druck und Luftabschluss aus organischen Substanzen entstanden ist. Sie hat einen geringeren Energiegehalt und einen höheren Schwefelanteil als Steinkohle. In Deutschland wird weltweit die meiste Braunkohle abgebaut. Der überwiegende Teil wird zur Stromerzeugung verwendet, ein Teil wird zu Produkten wie Briketts und Braunkohlekoks weiterverarbeitet. Im aktuellen Energiemix stammt rund ein Viertel des deutschen Stroms aus Braunkohlekraftwerken. Mit dem rheinischen, dem mitteldeutschen und dem Lausitzer gibt es drei große deutsche Braunkohlereviere. Der Abbau erfolgt im Tagebauverfahren. Problematisch dabei sind die massiven Eingriffe in die Landschaft, die Umsiedlung ganzer Dörfer und die erforderliche Absenkung des Grundwasserspiegels. Zudem entstehen bei der Verbrennung der Braunkohle klimaschädliche CO₂-Emissionen sowie andere Schadstoffe. Stromanbieter, die Braunkohlemeiler betreiben, setzen große Hoffnungen in die Abtrennung und Speicherung von CO₂. Diese Technik verringert jedoch den Wirkungsgrad der Kraftwerke und befindet sich noch in der Erprobung.
Brennwert
Erdgas ist kein einheitliches Produkt, der Energiegehalt schwankt je nach Herkunft und chemischer Zusammensetzung. Da der Gaszähler die Gasmenge nur nach Volumen erfasst (bei normierten Druck- und Temperaturverhältnissen), ist der Brennwert entscheidend, um die gelieferte Energiemenge in Kilowattstunden zu ermitteln. Grob wird Gas in zwei Kategorien eingeteilt: H-Gas mit einem Brennwert von elf bis zwölf Kilowattstunden pro Kubikmeter und L-Gas mit neun bis zehn kWh. Die Gasanbieter ermitteln den durchschnittlichen Brennwert des Gases, das sie während eines Abrechnungszeitraums in ihr Netz einspeisen, und geben diesen Abrechnungsbrennwert auf ihrer Rechnung an. Die verbrauchte Energiemenge ergibt sich aus der Multiplikation dieses Brennwertes mit den verbrauchten Gas-Kubikmetern.
Brennwerttechnik
Die Brennwerttechnik in Heizanlagen nutzt zusätzlich zur Verbrennungswärme auch die Kondensationswärme des Wasserdampfs und anderer Gase. Dadurch kann der Energiegehalt des Brennstoffs besser ausgenutzt werden und die Energieeffizienz steigt. So entsteht in Gasheizungen ohne Brennwerttechnik ein sogenannter latenter Abgasverlust von rund elf Prozent. Die Brennwerttechnik leistet somit einen Beitrag zur Energieeinsparung. Brennwertkessel sind für Gasheizungen, Ölheizungen und Pelletanlagen erhältlich. Unterschieden werden sogenannte Voll-Brennwertkessel und Niedrigtemperatur-Brennwertkessel. Letztere arbeiten umso effektiver, je niedriger die Rücklauftemperatur des Heizwassers ist, und eignen sich daher vorwiegend für den Einsatz an Systemen mit niedriger Vorlauftemperatur (z.B. Fußbodenheizungen).

Voll-Brennwertkessel wirken dagegen unabhängig von der Heizwassertemperatur und verwenden die einströmende Verbrennungsluft zur Kondensation. Diese Variante der Brennwerttechnik ist daher umso effektiver, je niedriger die Außentemperatur und damit die Belastung der Heizanlage ist. Für den Einsatz der Brennwerttechnik ist eine Abgasanlage erforderlich, die feuchte- und säureunabhängig ist. An gemauerte Schornsteine dürfen Brennwertgeräte ohne Anpassungen nicht angeschlossen werden. Zudem ist ein Anschluss an das Abwassernetz zur Ableitung des Kondensats sowie gegebenenfalls eine Neutralisationsanlage für den Säureanteil nötig.
Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur ist eine selbstständige Bundesoberbehörde mit Sitz in Bonn. Sie ist zuständig für den Wettbewerb auf dem Elektrizitäts-, Gas-, Telekommunikations-, Post- und seit 2006 auch für den Eisenbahninfrastrukturmarkt. Die technische Zentrale der Bundesnetzagentur befindet sich in Mainz. Sie ist dem Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums zugeordnet, eine Abteilung unterliegt der Fachaufsicht des Bundesverkehrsministeriums. Die Bundesnetzagentur ging aus dem Bundesministerium für Post und Telekommunikation (BMPT) und dem Bundesamt für Post und Telekommunikation (BAPT) hervor. Aufgabe der Bundesnetzagentur ist es, durch Liberalisierung und Deregulierung für einen funktionierenden Wettbewerb und einen diskriminierungsfreien Netzzugang zu sorgen. Auch die Kontrolle der Netznutzungskosten gehört zu ihrem Tätigkeitsfeld. Im Energiebereich teilt sich die Bundesnetzagentur die Aufgaben mit den Bundesländern: Netzbetreiber mit weniger als 100.000 Kunden und mit Netzen, die keine Ländergrenzen überschreiten, werden von den Landesbehörden reguliert, alle anderen von der Bundesnetzagentur.
C
CO2
CO₂ (Kohlendioxid, Kohlenstoffdioxid oder umgangssprachlich auch Kohlensäure) ist ein farb- und geruchloses, saures Gas, das aus der Verbindung eines Kohlenstoffatoms und zweier Sauerstoffatome entsteht. Es kommt natürlich mit einem Anteil von rund 0,039 Prozent in der Erdatmosphäre vor und ist das Endprodukt einer vollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen unter ausreichender Luftzufuhr. Es kann daher nicht wie andere Schadstoffe gefiltert werden. Außerdem entsteht CO₂ als Produkt der Zellatmung von Lebewesen. Umgekehrt wandeln unter anderem Pflanzen und manche Bakterien CO₂ in Biomasse um, zum Beispiel durch Photosynthese.

CO₂ gilt als Treibhausgas, weil es die von der Erde abgegebene Wärmestrahlung absorbiert und dadurch die unteren Schichten der Atmosphäre erwärmt. Ein gewisser Treibhausgas-Anteil in der Erdatmosphäre ist nötig, um Leben möglich zu machen. Der natürliche Ausstoß von CO₂ wird von Organismen und Pflanzen in einem Gleichgewicht gehalten. Seit der Industrialisierung steigt der Anteil von CO₂ in der Atmosphäre aber kontinuierlich an, was auf die Verbrennung fossiler Energieträger zurückzuführen ist. CO₂ gilt daher als ein wesentlicher Grund für die Erderwärmung und den Klimawandel. Regenerative Energien sollen zunehmend die Versorgung übernehmen, weil sie CO₂-neutral Strom liefern können.
 
D
Doppeltarifzähler
Ein Doppeltarifzähler ist ein Stromzähler mit zwei getrennten Zählwerken für die Hoch- und Niedertarifzeit. Er ermöglicht es, den Stromverbrauch in diesen Zeiträumen getrennt zu erfassen und ist Voraussetzung, um von einem Schwachlasttarif profitieren zu können, der nachts und am Wochenende günstigere Stromtarife bietet. Wann genau die Niedertarifzeit beginnt, wird vom jeweiligen Netzbetreiber festgelegt. Meist wird vom Stromanbieter für die Bereitstellung eines Doppeltarifzählers ein höherer Grundpreis fällig als für einen normalen Zähler. Doppeltarifzähler werden mehr und mehr von intelligenten Stromzählern ersetzt, die dank Digitaltechnik den Stromverbrauch sekundengenau erfassen können und somit auch Tarife mit mehr als zwei Zeitzonen oder variablen Strompreisen ermöglichen.
E
EEG-Umlage
Die EEG-Umlage deckt die Mehrkosten ab, die den Stromnetzbetreibern durch die Ökostromförderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entstehen. Die Produzenten erhalten für jede Kilowattstunde Strom aus regenerativen Energiequellen, die sie ins Netz einspeisen, eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung vom Netzbetreiber. Diese liegt meist höher als der Börsenpreis für Strom. Diese Mehrkosten werden von den vier Übertragungsnetzbetreibern gesammelt und als EEG-Umlage an die Stromanbieter weitergegeben, die sie in die Stromrechnung der Endverbraucher einfließen lassen. Für viele Industriekunden gilt dabei eine Ermäßigung. 

Die EEG-Umlage wird immer Mitte Oktober für das Folgejahr bekannt gegeben. Seit Januar 2017 beträgt sie 6,88 Cent pro Kilowattstunde.             
Einspeisevergütung
Die Einspeisevergütung ist ein im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegter Betrag, den die Netzbetreiber an Stromproduzenten bezahlen müssen. Voraussetzung ist, dass der eingespeiste Strom aus erneuerbaren Energiequellenstammt. Die Einspeisevergütung liegt meist über den Marktpreisen für Strom. Sie soll den erneuerbaren Energien schneller zur Wirtschaftlichkeit verhelfen sowie ihren Ausbau beschleunigen. Die genaue Höhe der Einspeisevergütung hängt vom Primärenergieträger, der Anlagengröße und teilweise auch dem Standort ab. Die Einspeisevergütung wird – je nach Anlage – für 15 bis 20 Jahre garantiert und bezahlt.

Die Sätze werden regelmäßig gesenkt, um Ökostrom an das Marktpreisniveau heranzuführen – diese Veränderung der Einspeisevergütung betrifft aber immer nur Neuanlagen, die ab diesem Termin in Betrieb gehen. Die zusätzlichen Ausgaben der Netzbetreiber für die Einspeisevergütung werden als EEG-Umlage von den Stromanbietern auf den Strompreis aufgeschlagen und von den Stromverbrauchern bezahlt.            
Eintarifzähler
Der Eintarifzähler ist derzeit die Standardausstattung in Haushalten zur Messung des Stromverbrauchs. Er zeichnet auf, welche Menge an elektrischer Energie in Kilowattstunden abgenommen wurde. Da der Verbrauch unabhängig von der Tageszeit erfasst wird, können Schwachlasttarife, die nachts oder am Wochenende günstigere Strompreise bieten, mit einem Eintarifzähler nicht genutzt werden. Auch lastvariable Stromtarife können nicht abgeschlossen werden. Eintarifzähler sind auch mit dem Kürzel HT oder ET gekennzeichnet. In Neubauten werden inzwischen keine Eintarifzähler mehr verwendet. Gesetzlich vorgeschrieben ist der Einbau von intelligenten Stromzählern, so genannter Smart Meter. Diese können den Stromverbrauch detaillierter erfassen und sollen variable Strompreise in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage ermöglichen.            
Emissionshandel
​Beim Emissionshandel wird das Recht ge- und verkauft, bestimmte Mengen an Schadstoffen ausstoßen zu dürfen. Dadurch sollen die für die Allgemeinheit schädlichen Abgase einen Preis bekommen und die Verursacher zu einer Reduzierung angeregt werden. Außerdem soll der Emissionshandel dazu führen, dass der Ausstoß dort verringert wird, wo dies zu den geringsten Kosten möglich ist. Dadurch sollen Ökonomie und Ökologie in Einklang gebracht werden. In der EU gibt es seit 2005 einen Emissionshandel für CO₂, dem allerdings nur besonders energieintensive Industriezweige unterliegen. Rechtsgrundlage ist die Europäische Emissionshandelsrichtlinie.

Das Emissionshandelssystem erfasst derzeit die CO₂-Emissionen von ca. 12.000 Anlagen in 31 Staaten Europas, die für knapp die Hälfte der europäischen CO₂-Ausstoßes verantwortlich sind, davon rund 1.600 Anlagen in Deutschland. Dazu gehören Kraftwerke mit einer Feuerungswärmeleistung über 20 Megawatt, die Strom oder Wärme erzeugen, sowie Industrieanlagen aus den Branchen Eisen- und Stahlverhüttung, Kokereien, Raffinerien und Cracker, die Zement- und Kalkherstellung, Glas-, Keramik- und Ziegelindustrie sowie aus die Papier- und Zellstoffproduktion. Seit 2012 ist auch der Flugverkehr in den Emissionshandel einbezogen.            
Energiebörse Leipzig (EEX)
Die Energiebörse Leipzig (European Energy Exchange - EEX) ist ein Handelsplatz für Energie und energienahe Produkte. Neben Strom werden dort auch Kohle und Erdgas sowie Zertifikate für den CO₂-Emissionshandel ge- und verkauft. Stromanbieter, die keine eigenen Kraftwerke betreiben, können hier die elektrische Energie für ihre Kunden kaufen. Die Energiebörse Leipzig (EEX) entstand im Jahr 2002 durch den Zusammenschluss der beiden deutschen Energiebörsen in Leipzig und Frankfurt. Der Spothandel ist in ein eigenes Unternehmen (EPEX Spot SE) mit Sitz in Paris und Leipzig ausgelagert, an dem die französische Powernext SA zu 50 Prozent beteiligt ist. Unterschieden wird der langfristige Terminhandel, der kurzfristige Handel am Spotmarkt und der Handel mit Regelenergie. Gehandelt werden standardisierte Stromblöcke, die einer Belieferung mit einer bestimmten Leistung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes entsprechen. Beispielsweise werden zur Deckung der Grundlast Baseload-Blöcke von 24 Megawattstunden gehandelt, die für eine konstante Einspeisung von 1 MW Leistung über 24 Stunden stehen.              
Energieeffizienz
​Die Energieeffizienz ist ein Maß dafür, mit welchem Energieeinsatz ein bestimmtes Ziel erreicht wird. Eine höhere Energieeffizienz führt dazu, dass der Verbrauch und die Umweltbelastung sinkt, ohne dass auf Anwendungen verzichtet werden muss. Höhere Kosten für effizientere Geräte sollen dabei durch den geringeren Verbrauch an Energieträgernausgeglichen werden, im Idealfall sind sogar finanzielle Einsparungen möglich. Das Potential im Bereich Strom beziffert die Deutsche Unternehmensinitiative für Energieeffizienz (DENEFF) bis 2020 auf jährlich 68,3 Mrd. Kilowattstunden. Das entspricht der Jahresproduktion von etwa zehn Atomkraftwerken. Die EU schreibt für zahlreiche Elektrogeräte sogenannte Energielabel vor, die vor dem Kauf auf die Energieeffizienz hinweisen. Dazu wurden verschiedene Klassen geschaffen, die durch Buchstaben gekennzeichnet sind. Als effizienteste Klasse wurde "A" definiert. Weil durch Fortschritte bei der Energieeffizienz einige Geräte die Anforderungen inzwischen weit unterschreiten, wurde die Skala durch A+, A++ und A+++ erweitert.              
Energieeinsparverordnung (EnEV)
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein Teil des deutschen Baurechtes und soll einen effizienten Energieeinsatz in den Gebäuden erreichen. Die erste Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) trat im Jahr 2002 in Kraft, seitdem gab es mehrere Neufassungen. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) setzt Standards für Neubauten und Modernisierungen von Bestandsgebäuden. Vorgegeben wird unter anderem eine Obergrenze für den Primärenergieverbrauch. Daneben werden auch Anforderungen an den sommerlichen Hitzeschutz gestellt. Zudem schreibt die Energieeinsparverordnung vor, dass Nachtspeicherheizungen, die 30 Jahre oder älter sind, durch effizientere Heizungsanlagen ersetzt werden müssen.
Energiemix
Als Energiemix wird die Mischung verschiedener Quellen zur Energieerzeugung bezeichnet. Die Verwendung mehrerer Quellen hat den Vorteil, nicht vollständig von einem Energieträger abhängig zu sein. Beim Strom wird statt vom Energiemix auch vom Stommix gesprochen. Jeder Stromanbieter ist verpflichtet, den Energiemix seiner Stromlieferungen anzugeben. Durch diese Stromkennzeichnung sollen die Umweltauswirkungen transparent werden. Da die statistische Auswertung einige Zeit in Anspruch liegt, wird der Strommix für ein Jahr immer erst im November des Folgejahres veröffentlicht. 2015 stammte der Strom im Bundesdurchschnitt zu 30 Prozent aus erneuerbaren Energien, zu 14 Prozent aus Kernkraft und zu 51 Prozent aus fossilen Energiequellen wie Kohle und Gas.
Energieträger
Energieträger sind Rohstoffe, in denen Energie gespeichert ist, die durch Umwandlung (z.B. in Strom) für den Menschen nutzbar gemacht werden kann. Häufig wird der Begriff Energieträger synonym für Energiequelle verwendet. In der Energietechnik wird jedoch zwischen beiden Begriffen unterschieden. Die Energiequelle ist das System, das die Energie zur Verfügung stellt, während der Energieträger die mengenmäßige Einheit darstellt.
Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) regelt grundlegend das Recht der leitungsgebundenen Energie. Leitungsgebunden ist Energie dann, wenn sie über Leitungsnetze zum Verbraucher gelangt. Die Regelungen des EnWG beziehen sich somit auf die Versorgung mit Strom und Gas, nicht aber auf Öl oder Flüssiggas, da dies nicht über Leitungen zum Endkunden transportiert wird.

Das Energiewirtschaftsgesetz trat 1935 erstmals in Kraft und ist seitdem mehrmals überarbeitet worden. Zweck des Gesetzes ist es laut §1, eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas zu sichern. Dabei soll diese zunehmend auf erneuerbaren Energien beruhen. Zudem soll ein wirksamer und unverfälschter Wettbewerb und der langfristige und zuverlässige Betrieb von Energieversorgungsnetzen gesichert werden. Ziel des Gesetzes ist es auch, das Europäische Gemeinschaftsrecht auf dem Gebiet der leitungsgebundenen Energieversorgung umzusetzen.

Im Energiewirtschaftsgesetz sind beispielsweise die Grundversorgung und die Aufgaben der Bundesnetzagentur geregelt. Die Regelungen des EnWG werden durch eine Reihe von Durchführungsverordnungen, zum Beispiel die Grundversorgungsverordnung, konkretisiert.
Erdgasspeicher
Erdgasspeicher sind Anlagen, die Gas aufnehmen und speichern können. Durch Erdgasspeicher können jahreszeitliche Schwankungen des Verbrauchs ausgeglichen werden. Sie werden meist in den Sommermonaten gefüllt und während der Heizperiode teilweise geleert. Von Bedeutung waren Erdgasspeicher auch während der Lieferengpässe durch die Gaskrisen zwischen Russland und der Ukraine. In Deutschland gibt es derzeit mehr als 40 Untertage-Speicher mit einer Kapazität von knapp 20 Milliarden Kubikmetern, was rund einem Fünftel des deutschen Jahresverbrauchs entspricht. Genutzt werden natürliche und künstliche Hohlräume, zum Beispiel ausgebeutete Gaslagerstätten, ehemalige Salzstöcke und die Poren von Kalk- und Sandsteinschichten, die mit bis zu 200 bar Überdruck befüllt werden. Kleine oberirdische Gasspeicher aus Metall gleichen dagegen tageszeitliche Verbrauchsspitzen aus. In Zukunft sollen Erdgasspeicher auch Methangas aufnehmen, das aus überschüssigem Ökostrom erzeugt wurde, und so als Stromspeicher dienen. Das Gas kann später in Blockheizkraftwerken zurückverstromt oder wie normales Gas verbraucht werden.
Erdgassteuer
Auf den Verbrauch von Erdgas wird - wie auf den Verbrauch anderer Energieträger wie Mineralöl oder Strom - eine Steuer erhoben: die Erdgassteuer. Dies ist im Energiesteuergesetz geregelt. Dabei werden unterschiedliche Steuersätze zur Verwendung von Erdgas als Kraftstoff in Fahrzeugen und zur Verwendung von Erdgas in Heizungsanlagen zugrundegelegt. Aktuell werden für Gas zum Verheizen 0,55 Cent pro Kilowattstunde fällig. Die Erdgassteuer fällt an, wenn Erdgas zum Verbrauch aus dem Leitungsnetz entnommen wird. Der reine Erdgashandel wird nicht besteuert, ebenso ist Biogas von der Erdgassteuer befreit. Die Erdgassteuer ist in den Gaspreisen, die Gasanbieter ihren Kunden in Rechnung stellen, bereits enthalten.
Erdwärme
Als Erdwärme oder Geothermie wird die in den zugänglichen Teilen der Erdkruste gespeicherte Wärme bezeichnet, die dem Boden entzogen und zur Erzeugung von Strom oder zum Heizen und Kühlen genutzt werden kann. Ein Teil der Erdwärme geht auf Restwärme aus der Entstehungszeit der Erde zurück, ein anderer Teil auf radioaktive Zerfallsprozesse in der Erde, in den obersten Bodenschichten auch auf die Sonneneinstrahlung. Je nach geologischen Gegebenheiten ist die Verfügbarkeit von Erdwärme regional und lokal unterschiedlich. Von oberflächennaher Geothermie wird gesprochen, wenn die Wärme der Sonneneinstrahlung in den obersten Bodenschichten genutzt wird. Wegen der relativ geringen Temperaturen ist gewöhnlich der Einsatz einer Wärmepumpe erforderlich. Tiefe Geothermie nutzt dagegen Bohrungen von mehreren Kilometern Tiefe, um heißes Wasser von rund 100 Grad Celsius oder mehr zu fördern. Die Auswirkungen der Erdwärmenutzung auf die Erdkruste bei Wärmeabbau in größerem Rahmen sind allerdings noch unklar. Beim Probebetrieb eines Erdwärme-Kraftwerks in Landau in der Pfalz kam es zu leichten Erdbeben.
Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien ist ein Sammelbegriff für Energieformen, deren Quellen nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind oder die sich innerhalb kurzer Zeit selbst erneuern. Umgangssprachlich werden oft auch die aus diesen Quellen erzeugten Sekundärenergien (z.B. Strom aus Photovoltaikanlagen) als erneuerbare Energien bezeichnet. Die wichtigsten erneuerbaren Energien sind die Sonnenergie, die Windkraft, die Wasserkraft, die Erdwärme, die Gezeitenströmungen und die Biomasse. Mit Ausnahme der Biomasse entsteht bei der Nutzung kein CO₂-Ausstoß, bei der Verbrennung von Biomasse wird nur die Kohlendioxidmenge freigesetzt, die von den Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen wurden. Erneuerbare Energien gelten daher als Lösung für das Problem endlicher fossiler Ressourcen sowie des Klimawandels. Die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Ein Problem der meisten erneuerbaren Energien ist, dass sie nicht kontinuierlich und planbar zur Verfügung stehen und daher Speichertechnologien nötig sind. Ökostromtarife, die eine Belieferung aus erneuerbaren Energiequellen garantieren, sind inzwischen im Stromvergleich teilweise auf den vorderen Plätzen zu finden.
F
Fernwärme
Fernwärme ist thermische Energie, die von außen an ein Gebäude geliefert und nicht im Haus selbst erzeugt wird. Verwendet werden isolierte Rohre, die über oder unter der Erde verlegt sind. Als Medium kommt heißes Wasser, in älteren Fernwärmenetzen auch Dampf zum Einsatz. Im Gebäude werden in einer Übergabestation Brauch- und Heizwasser durch die Fernwärme erwärmt. Vorteile sind der geringe Platzbedarf und der geringe Wartungsaufwand. Fernwärme kommt vor allem in Städten zum Einsatz, wo eine große Zahl von Abnehmern und eine konstante Nachfrage vorhanden sind. Erzeugt wird die Fernwärme in Heizwerken oder in Heizkraftwerken, die gleichzeitig auch Strom produzieren und einen besonders hohen Wirkungsgrad erzielen. Fernwärme gilt daher als klimafreundlich. Als Brennstoffe dienen fossile Energieträger und Biogas. Genutzt wird auch die Abwärme von Industrieanlagen und Müllverbrennungsanlagen, teilweise auch Erdwärme. In der Schweiz wird auch aus Atomkraftwerken Fernwärme ausgekoppelt. In den Sommermonaten kann Fernwärme in Absorptionskältemaschinen auch zur Kühlung von Gebäuden genutzt werden. In Deutschland werden rund sieben Prozent der Privathaushalte mit Fernwärme beheizt. Bei kleineren lokalen Fernwärmenetzen wird oft auch von Nahwärme gesprochen. Auf dem Fernwärmemarkt gibt es keinen Wettbewerb - ein Anbieterwechsel wie nach einem Gasvergleich ist daher nicht möglich. 
Fossile Energieträger
Fossile Energieträger sind Primärenergieträger, die im Laufe von Jahrmillionen aus den Überresten von Pflanzen und Tieren entstanden. Sie enthalten einen hohen Anteil an organischen Kohlenstoffverbindungen. Zu den fossilen Energieträgern zählen Öl, Erdgas, Steinkohle, Braunkohle und Torf. Ihre Verbrennung mit Sauerstoff setzt den in der Vorzeit gebundene Kohlenstoff als CO₂ frei, das als Treibhausgas wirkt. Die zunehmende CO₂-Konzentration in der Atmosphäre wird für den Klimawandel mit verantwortlich gemacht. Ein weiteres Problem der fossilen Energieträge ist die Endlichkeit der Vorräte. Deshalb ist langfristig der Umstieg auf erneuerbare Energien geplant. Aktuell deckt die Welt aber noch rund 90 Prozent ihres Energiebedarfs mit fossilen Energieträgern. Stromkunden können sich im Stromvergleich für Ökotarife entscheiden und Strom aus erneuerbaren Energien nutzen.
Fracking
Mithilfe des Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, kann Gas und Öl gefördert werden, das in tiefen Gesteinsschichten gebunden ist. Da es sich bei dem Gestein oft um Tongesteine handelt, spricht man auch von Schiefergas. 
G
Gänsebratenspitze
"Gänsebratenspitze" ist eine scherzhafte Bezeichnung für den starken Anstieg des Stromverbrauchs, der regelmäßig in den Vormittagsstunden des 25. Dezembers zu beobachten ist. Nach Angaben des BDEW steigt der Strombedarf ab 9 Uhr stark an und normalisiert sich erst gegen Mittag wieder. Insgesamt verbrauchen die deutschen Privathaushalte an diesem Tag dadurch rund 480 Millionen Kilowattstunden - das ist rund ein Drittel mehr als an einem durchschnittlichen Wintertag. Diese Gänsebratenspitze führen die Stromanbieter auf die zahlreichen Festtagsbraten zurück, die am Vormittag des ersten Weihnachtsfeiertages zubereitet werden. Am 26. Dezember normalisiert sich der Verbrauch dann wieder. Die Stromanbieter können die Spitzenlast der Gänsebratenspitze allerdings leicht auffangen, da gleichzeitig der Energiebedarf der Industrie sehr gering ausfällt.
Gaskraftwerk
In einem Gaskraftwerk wird aus Erd- oder Biogas Strom hergestellt. Herkömmliche Anlagen verwenden Gas, um einen Dampfkessel zu beheizen und mit dem Dampf Turbinen zur Stromerzeugung anzutreiben. Häufig werden Gasturbinen eingesetzt, die direkt einen Stromgenerator antreiben. In ihrer modernsten Bauform als Gas- und Dampfkraftwerk wird die Abwärme der Gasturbine zur Beheizung eines Dampfkessels genutzt, der Dampf wird zur Stromerzeugung und zur Gewinnung von Nutzwärme verwendet. Sie arbeiten daher sehr energieeffizient. Kleinere Anlagen und Blockheizkraftwerke setzen statt einer Turbine einen Verbrennungsmotor ein.

Vorteile von Gasturbinen- und Blockheizkraftwerken sind die gute Regelbarkeit. Diese Gaskraftwerke können daher die schwankende Stromproduktion der erneuerbaren Energien gut ergänzen. Außerdem verbrennt Gas schadstoffärmer und verursacht einen geringeren CO₂-Ausstoß als andere fossile Energieträger. Eine Umstellung auf Biogas ist - auch teilweise - problemlos möglich. Nachteilig sind die im Vergleich zu Kohle höheren Brennstoffkosten. Im Zuge des Atomausstiegs sollen Gaskraftwerke in Deutschland als Brückentechnologie dienen.
Geothermie
Als Geothermie werden sowohl die in den zugänglichen Schichten der Erdkruste gespeicherte Wärme als auch deren Nutzung zum Heizen, Kühlen oder zur Erzeugung von Strom bezeichnet. Bei der oberflächennahen Geothermie wird dabei die Energie in den obersten Bodenschichten genutzt, die hauptsächlich aus der Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche resultiert. Bei der tiefen Geothermie werden dagegen Bohrungen von mehreren Kilometern Tiefe niedergebracht. Die dabei genutzte Erdwärme stammt teilweise aus radioaktiven Zerfallsprozessen im Erdinneren, teilweise handelt es sich um Restwärme aus der Zeit der Erdentstehung. Erdwärme zählt zu den erneuerbaren Energien. Ihre Quelle ist nach menschlichen Maßstäben nicht erschöpfbar. Es ist aber noch nicht geklärt, welche Folgen die Bohrungen und die Entnahme größerer Wärmemengen auf den Boden haben.
Gleichstrom
Als Gleichstrom werden elektrische Ströme bezeichnet, deren Stärke und Richtung sich nicht ändert. Zwischen dem positiven und negativen Pol der Gleichstromquelle liegt immer eine konstante Spannung an, die Gleichspannung. Dieser Begriff wird umgangssprachlich auch für den dadurch hervorgerufenen Gleichstrom verwendet. Gleichstrom wird von Solarzellen und Brennstoffzellen erzeugt. Auch Batterien liefern Gleichstrom. Größere Generatoren in den Kraftwerken liefern dagegen Wechselstrom. Im Stromnetz wird ebenfalls meist auf Wechselstrom zurückgegriffen, weil dieser sich für den Transport in Stromleitungen einfacher in höhere Spannungen transformieren lässt. Mit steigender Spannung sinken der erforderliche Kabeldurchmesser und die Übertragungsverluste.

Die meisten elektronischen Geräte und Schaltungen müssen allerdings mit Gleichstrom betrieben werden. Geräte wie Radios, Fernseher oder Computer benötigen daher Netzteile, die den Wechselstrom aus der Steckdose in Gleichstrom umwandeln. Umgekehrt müssen Solaranlagen über einen Wechselrichter ans Netz angeschlossen werden. Erst seit wenigen Jahrzehnten steht die erforderliche Technik bereit, um auch Gleichstrom zum Transport über große Distanzen bei hoher Spannung zu nutzen. Als Abkürzung für Gleichstrom und Gleichspannung dient DC (Englisch: direct current).
Grundlast
Die Grundlast ist der Strombedarf, der rund um die Uhr in einem Stromnetz gedeckt werden muss. Es ist der Stromverbrauch, der im Netzgebiet im Laufe eines Tages nicht unterschritten wird. Die Grundlast ist unabhängig von den Schwankungen, die zum Beispiel von der Tageszeit abhängen - diese werden als Mittel- oder Spitzenlast bezeichnet. Weil die niedrigsten Stromverbräuche meist nachts auftreten, wird die Grundlast vor allem durch nachts produzierende Industrieanlagen, Straßenbeleuchtung und Dauerverbraucher in Haushalten und Bürogebäuden beeinflusst. Die Grundlast wird vorwiegend von Kraftwerken gedeckt, die berechenbar ins Netz einspeisen können und deren Dauerbetrieb technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Das sind vor allem Braunkohle- und Atomkraftwerke sowie Laufwasserkraftwerke. 

Windenergie und Sonnenenergie sind dagegen zur Deckung der Grundlast nur eingeschränkt geeignet, da ihre Einspeisung vom Wetter abhängt. Bei einem zunehmenden Anteil von erneuerbaren Energien, deren Einspeisemengen schwanken, benötigen die Stromanbieter vermehrt schnell startende und flexibel regelbare Kraftwerke, die den Sonnen- und Windstrom bei Bedarf ergänzen können. Dies sind vor allem Erdgas- und Biogas-Kraftwerke sowie Pumpspeicherkraftwerke.
Grundpreis
Die meisten Gas- und Stromtarife sehen eine Grundgebühr oder einen Grundpreis vor, der unabhängig vom Verbrauch fällig wird. Damit sollen die Leistungen abgegolten werden, die der Energieanbieter verbrauchsunabhängig erbringt, zum Beispiel die Bereitstellung des Stromzählers und der Leitungen im Stromnetz. Außerdem müssen jederzeit Kraftwerke vorgehalten werden, um den Strombedarf des Kunden decken zu können. Neben dem Grundpreis wird normalerweise auch ein Arbeitspreis verlangt, der für jede verbrauchte Kilowattstunde bezahlt werden muss. Der Grundpreis schlägt anteilig desto stärker zu Buche, umso weniger Strom abgenommen wird. Für Stromkunden mit einem sehr geringen Verbrauch können daher Stromtarife ohne oder mit einem niedrigen Grundpreis eine lohnende Alternative sein. Derartige Tarife werden bei einem Stromvergleich automatisch berücksichtigt.
Grundversorger

Grundversorger ist der Stromanbieter, der in einem Netzgebiet die Belieferung der Haushaltskunden zu allgemeinen Bedingungen und allgemeinen Preisen sicherstellen muss. Rechtliche Grundlage ist die Grundversorgungsverordnung. Der Netzbetreiber ist rechtlich verpflichtet, in regelmäßigen Abständen den Grundversorger in seinem Netzgebiet festzustellen. Grundversorger wird derjenige Stromanbieter, der zum Stichtag die meisten Kunden im betreffenden Netzgebiet hatte. Der Grundversorger muss automatisch die Belieferung der Kunden übernehmen, deren Stromanbieter ausfällt (Ersatzversorgung). Kunden, die elektrische Energie aus dem Netz entnehmen, werden Kunden beim Grundversorger, wenn sie sich bei keinem anderen Stromversorger anmelden. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Haushalte jederzeit von einem Stromversorger beliefert werden. In der Grundversorgung gibt es keine Mindestlaufzeit oder Kündigungsfrist, Kunden können daher immer zum Monatsende den Stromversorger wechseln. Allerdings sind die Preise in der Regel vergleichsweise hoch.

Grundversorgungsverordnung (GVV)
Die Strom-Grundversorgungsverordnung (Strom-GVV) legt die allgemeinen Bedingungen fest, nach denen Haushaltskunden im Rahmen der Grund- und Ersatzversorgung mit Energie beliefert werden. Sie stellt sicher, dass private Verbraucher jederzeit und ohne Unterbrechung von einem Stromanbieter versorgt werden müssen. Die Grundversorgungsverordnung (GVV) regelt das Zustandekommen und die Beendigung von Stromlieferverträgen in der Ersatz- und Grundversorgung sowie Rechte und Pflichten der Vertragspartner. Stromkunden, die noch keinen Stromvergleich durchgeführt und sich nicht selbst bei einem anderen und oftmals günstigeren Stromanbieterangemeldet haben, werden vom Grundversorger beliefert. Er springt auch ein, wenn ein Stromversorger ausfällt. Die Grundversorgungsverordnung wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit Zustimmung des Bundesrates erlassen und ist im Internet abrufbar.
GuD-Kraftwerk
In einem GuD-Kraftwerk werden die Funktionsweisen eines Gasturbinenkraftwerks mit denen eines Dampfkraftwerks vereint, um Strom zu erzeugen. Die Abkürzung GuD steht für Gas und Dampf und war bis 2009 ein von Siemens geschützter Markenname. Mittlerweile darf jeder Kraftwerksbetreiber das Kürzel GuD verwenden, um seine Anlage zu benennen.
H
Heizkraftwerk
In einem Heizkraftwerk wird die Energie von Verbrennungsprozessen in einem Kuppelprozess zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Dadurch können die eingesetzten Brennstoffe effizienter ausgenutzt werden. Moderne Heizkraftwerke können durch diese Kraft-Wärme-Kopplung Wirkungsgrade von über 80 Prozent erreichen. Weil große Heizkraftwerke ihre Wärme in ein Fernwärmenetz einspeisen müssen, stehen sie meist in der Nähe großer Städte oder von Industrieanlagen mit einem hohen Wärmebedarf. Als Brennstoff setzen die Stromanbieter vor allem Steinkohle und Erdgas ein. Auch viele Müllverbrennungsanlagen wurden inzwischen zu Heizkraftwerken aufgerüstet. In kleineren Blockheizkraftwerken, die auf einen lokalen Wärmebedarf zugeschnitten sind, kommt neben Erdgas oft auch Biogas zum Einsatz. Bei sehr kleinen Heizkraftwerken, die auf den Wärmebedarf von einzelnen Wohnhäusern ausgelegt sind, spricht man von Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung.
H-Gas
Erdgas wird in unterschiedlichen Qualitäten ins Gasnetz eingespeist, weil die Zusammensetzung des Gases je nach Fördergebiet schwankt. Grob unterschieden werden H-Gas und L-Gas. H-Gas hat einen höheren Energiegehalt von rund elf Kilowattstunden pro Kubikmeter, L-Gas liegt dagegen bei neun bis zehn Kilowattstunden. Verbraucher können nicht selbst entscheiden, welche Gasqualität sie beziehen wollen. Kunden, die kein H-Gas erhalten, haben aber keinen Nachteil, weil der Gasanbieter den durchschnittlichen Brennwert des gelieferten Gases ermitteln und angeben muss. Abgerechnet werden die verbrauchten Kilowattstunden, die nicht von der Gasqualität abhängen. Vorteile hat H-Gas allerdings für Fahrer von Autos mit Erdgasantrieb, weil das Fahrzeug mit einer Tankfüllung eine längere Strecke schafft als mit L-Gas.
Heizleistung
Bei Gasgeräten, wie Gasheizkesseln oder Gasherden, wird die Heizleistung in Kilowatt angegeben. Dieser Wert bezeichnet die Leistung, die bei Volllastbetrieb aus dem Netz aufgenommen wird. Die abgegebene Leistung ist durch den Wirkungsgrad der Geräte geringer als die aufgenommene Leistung. Die Angabe der Heizleistung ist wichtig, um die Gasleitung zu dem Gerät entsprechend auslegen zu können. Manche Gasanbieter machen auch den Grundpreis von der angeschlossenen Heizleistung abhängig. Der Grund: Die Gasmenge, für die sie die Lieferbereitschaft aufrecht erhalten müssen, hängt von der Leistungsaufnahme ab. Aus der Heizleistung kann auch auf den Verbrauch geschlossen werden - allerdings nur, wenn das Gerät konstant mit voller Leistung betrieben wird. Beispielsweise verbraucht ein Heizkessel mit 11 kW Heizleistung dann in einer Stunde elf Kilowattstunden.
Hochspannungsnetz
In der Elektrotechnik werden in der Regel Spannungen über 1.000 Volt als Hochspannung bezeichnet. Im Bereich des Stromnetzes ist der Begriff Hochspannungsnetz dagegen nur für Leitungen gebräuchlich, die unter einer Spannung von 60.000 bis 150.000 Volt Wechselstrom stehen. Diese Leitungen gehören meist zum Verteilnetz, das den Strom vom Übertragungsnetz (Höchstspannungsnetz) grob in die einzelnen Regionen verteilt. Unterhalb des Hochspannungsnetzes übernehmen die Leitungen des Mittelspannungsnetzes die weitere Verteilung des Stroms auf einzelne Orte, Stadtteile oder Industriebetriebe. Einzelne Haushalte sind schließlich an das Niederspannungsnetz angeschlossen. Hohe Spannungen werden verwendet, um die Verluste bei der Übertragung hoher Leistungen zu reduzieren. Im Hochspannungsnetz werden hauptsächlich Freileitungen verwendet, weil diese deutlich billiger sind und geringere Übertragungsverluste bewirken als Erdkabel.
Hochtarifzeit
Die Hochtarifzeit umfasst die Zeiträume, in denen keine Schwachlastregelung greift und kein günstigerer Nachtstrom bezogen werden kann. Dies sind in den meisten Netzgebieten die Tagstunden der Werktage. In der Niedertarifzeiterhalten Verbraucher, die einen Schwachlasttarif abgeschlossen haben, dagegen billigeren Strom. Voraussetzung ist ein Doppeltarifzähler, der mit zwei Zählwerken ausgerüstet ist und den Verbrauch in der Hochtarifzeit und Niedertarifzeit getrennt erfassen kann. Die Hochtarifzeit wird auch als HT abgekürzt. Auch auf Eintarifzählern und Formularen der Stromanbieter für Tarife ohne Schwachlastregelung findet sich gelegentlich die Abkürzung HT, wobei dabei kein NT-Zählwerk zum Einsatz kommt und kein NT-Verbrauch gemessen wird.
J
Jahresendabrechnung
Am Ende eines Abrechnungszeitraumes - meist zwölf Monate - erstellt der Stromanbieter die Jahresendabrechnung. Dazu wird über den Zählerstand der Jahresverbrauch an Strom exakt bestimmt und mit den Abschlagszahlungen des Kunden verglichen. Für einen Mehrverbrauch werden Nachzahlungen fällig, andernfalls gibt es eine Gutschrift oder Rückzahlung. Ergibt die Jahresendabrechnung eine starke Veränderung des Verbrauches, werden meist auch die Abschlagszahlungen entsprechend angepasst. Auf der Jahresendabrechnung befinden sich die wichtigsten Angaben, die für einen Stromvergleich und Anbieterwechsel erforderlich sind, neben dem Jahresverbrauch beispielsweise auch die Kundennummer. Seit Februar 2012 gelten neue gesetzliche Regelungen für die Jahresendabrechnung. Unter anderem muss sie nun spätestens sechs Wochen nach Ende des Abrechnungszeitraumes versandt werden, Informationen zu Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist enthalten und den Stromverbrauch in Relation zu einer Vergleichsgruppe setzen.
Jahresverbrauch
Der Jahresverbrauch an Strom ist die Energiemenge, die ein Kunde im Laufe eines Jahres verbraucht hat. Er wird einmal jährlich durch die Ablesung des Stromzählers ermittelt. Der Jahresverbrauch ergibt sich dabei aus der Differenz des alten und neuen Zählerstandes. In den meisten Stromtarifen müssen die Kunden monatliche oder vierteljährliche Abschlagszahlungen leisten, deren Höhe sich nach dem Jahresverbrauch des vorhergehenden Jahres richtet. Am Ende des Abrechnungszeitraumes, der üblicherweise zwölf Monate umfasst, wird der exakte Jahresverbrauch bestimmt und eine Jahresendabrechnung erstellt. Hat der Kunde zu viel Geld vorausgezahlt, erhält er eine Gutschrift, andernfalls muss er eine Nachzahlung leisten. Hat sich der Stromverbrauch seit der letzten Jahresabrechnung stark verändert, zum Beispiel durch den Auszug eines Kindes oder den Einbau einer elektrisch beheizten Sauna, empfiehlt es sich, die Abschlagszahlungen beim Versorger entsprechend anpassen zu lassen.
K
Kaltreserve
Als Kaltreserve werden Kraftwerksblöcke bezeichnet, die längerfristig außer Betrieb genommen wurden, aber - im Gegensatz zu stillgelegten Anlagen - grundsätzlich noch betriebsfähig sind. Sie können nach einer gewissen Vorlaufzeit wieder angefahren werden. Dies wird vor allem bei älteren, wenig effizienten und damit unrentablen Anlagen praktiziert, um beim Ausfall anderer Kraftwerke über Ersatz zu verfügen. Außerdem sollen durch die Kaltreserve Versorgungsengpässe vermieden werden, wenn eine hohe Stromnachfrage an kalten Wintertagen auf eine geringe Stromproduktion aus erneuerbaren Energien trifft. Derzeit umfasst die Kaltreserve in Deutschland rund drei Gigawatt; dies entspricht der Leistung mehrerer Großkraftwerke.
Kapazitätsmarkt
Als Kapazitätsmarkt wird eine derzeit diskutierte Form des Energiemarktes bezeichnet, die Anreize für Kraftwerksbetreiber schafft, Reserveleistung vorzuhalten. Kraftwerke sollen nicht mehr nur für die abgegebene Leistung Geld erhalten, sondern auch für ihre Betriebsbereitschaft. Hintergrund ist die Energiewende und der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien. Weil diese einerseits vorrangig eingespeist werden und andererseits durch den Merit-Order-Effektden Börsenstrompreis senken, verringern sich Betriebszeiten konventioneller Mittel- und Spitzenlastkraftwerke. Etliche dieser Anlagen lassen sich dadurch nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Gleichzeitig wird ihre Leistung aber immer dann benötigt, wenn eine hohe Stromnachfrage und eine geringe Einspeisung von Sonnen- und Windstrom zusammentreffen. Über ein sinnvolles Design eines Kapazitätsmarktes wird debattiert. So steht beispielsweise der Vorschlag im Raum, vorzuhaltende Reserveleistung auszuschreiben. Der Kraftwerksbetreiber, der die geforderte Leistung am günstigsten anbieten kann, soll den Zuschlag erhalten.
Kilowatt
Ein Watt ist eine Einheit der Leistung. Die im Bereich der elektrischen Energie ebenfalls gebräuchliche Angabe Kilowatt entspricht 1.000 Watt. Bei elektrischen Geräten muss die maximale Leistungsaufnahme in Watt (Anschlussleistung) angegeben werden, um Leitungen und Sicherungen richtig auslegen zu können. Die abgegebene Leistung ist dagegen im Regelfall geringer und hängt vom Wirkungsgrad ab. Anhand der Leistungsangabe lässt sich der Stromverbrauch abschätzen: Eine Glühbirne mit 60 Watt, die eine Stunde lang brennt, verbraucht 60 Wattstunden. Ein Fön mit einer Leistungsaufnahme von 1.000 Watt verbraucht in derselben Zeit eine Kilowattstunde. Allerdings: Manche Geräte nehmen nicht ständig die volle Leistung ab, z.B. Backöfen nach Erreichen der eingestellten Temperatur. In diesem Fall lässt sich der verbrauchte Strom nicht so einfach errechnen.
Kilowattstunde
Eine Kilowattstunde ist eine Maßeinheit für Energie. Der Stromverbrauch privater Haushalte wird in Kilowattstunden abgerechnet.
Klimatarif
Klimatarife zählen neben den Biogastarifen zum Ökogas. Ein Klimatarif ist ein Gastarif, bei dem der Kunde nicht mit Biogas beliefert wird, die bei der Verbrennung des Erdgases entstehenden CO₂-Emissionen werden jedoch an anderer Stelle ausgeglichen. Viele Anbieter von Klimatarifen unterstützen Klimaschutzprojekte, etwa die Wiederaufforstung des Regenwaldes, da dort große Mengen Kohlendioxid gebunden werden. 
Konzessionsabgabe
Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt eines privaten an einen öffentlich-rechtlichen Rechtsträger für eine eingeräumte Konzession. Beispielsweise vergeben Gemeinden an ein Energieversorgungsunternehmen die Konzession, ihre öffentlichen Wege für die Verlegung und den Betrieb der Stromleitungen zu nutzen. Dazu wird ein Konzessionsvertrag zwischen Netzbetreiber und der Gemeinde geschlossen. In der Konzessionsabgabenverordnung sind Höchstgrenzen geregelt. Die Konzessionsabgabe wird in Cent pro Kilowattstunde vereinbart und macht einen Teil des Strompreises aus, den Endkunden an ihren Stromanbieter bezahlen müssen.
Kraft-Wärme-Kopplung
Als Kraft-Wärme-Kopplung wird ein Prozess bezeichnet, bei dem gleichzeitig sowohl mechanische Energie (meist zum Antrieb von Stromgeneratoren) und Nutzwärme gewonnen wird. Sie können die eingesetzte Primärenergie, meist Steinkohle oder Gas, besonders effizient ausnutzen. Moderne Heizkraftwerke können einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent erreichen. Durch Kraft-Wärme-Kopplung sind daher Brennstoffeinsparungen und eine Reduzierung des CO₂-Ausstoßes möglich. Ihr Ausbau wird deshalb durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) gefördert.

Große Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung werden als Heizkraftwerke bezeichnet, bei Anlagen, die einen größeren lokalen Wärmebedarf bedienen, wird von Blockheizkraftwerken gesprochen. Kleine Anlagen, die nur eine oder wenige Wohneinheiten mit Wärme versorgen und eine herkömmliche Zentralheizung ersetzen, werden als Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung oder Mikro-KWK bezeichnet. Manche Gas- und Stromanbieter bieten Kunden an, derartige Anlagen in ihren Heizungskellern zu installieren. Der Hausbesitzer soll von vergleichsweise günstigen Wärmepreisen profitieren, der Versorger kann den Strom vertreiben.
Kraftwerk
Ein Kraftwerk ist eine technische Anlage, die mechanische Energie zur Stromerzeugung nutzt. Kraftwerke werden deshalb auch als Elektrizitätswerke bezeichnet. Teilweise wird neben der Nutzung der mechanischen Energie auch Nutzwärme ausgekoppelt. Derartige Prozesse in Kraftwerken werden als Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet. Die mechanische Energie kann auf verschiedene Weise bereitgestellt werden. Genutzt werden die kinetische Energie von Wasser oder Wind sowie thermische Energie der Sonne, von Verbrennungsprozessen oder aus der Kernspaltung. Zudem kommen auch Verbrennungsmotoren und Gasturbinen zum Antrieb der Generatoren zum Einsatz. Photovoltaikanlagenwerden umgangssprachlich ebenfalls oft zu den Kraftwerken gezählt, obwohl sie keine mechanische Energie zur Stromerzeugung nutzen und damit keine Kraftwerke im engeren Sinne darstellen.

Die einzelnen Kraftwerkstypen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. So können beispielsweise Gaskraftwerke billiger errichtet und leichter geregelt werden, verursachen aber höhere Brennstoffkosten als Kohlekraftwerke. Kohlemeiler decken daher meist die Grundlast ab, während Gaskraftwerke vermehrt zur Deckung der Spitzenlast zum Einsatz kommen, wenn der Strom teurer vermarktet werden kann. Ökostromanbieter vermarkten nur Energie, die aus Kraftwerken stammt, in denen erneuerbare Energien zur Stromerzeugung genutzt werden.
KWK-Abgabe
Mit der KWK-Abgabe wird die Förderung der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung in fossilen Kraftwerken subventioniert. Grundlage ist das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK-Gesetz. Betreiber von KWK-Anlagen, die mit erneuerbaren Energien (Biogas oder Biomasse) betrieben werden, erhalten hingegen einen KWK-Bonus, der im Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt ist. Die KWK-Abgabe, die auch als KWK-Umlage oder KWK-Aufschlag bezeichnet wird, ist ein Aufschlag auf den Strompreis pro verbrauchter Kilowattstunde. Ziel der Förderung ist es, die Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung zu fördern und auf diese Weise den Verbrauch an Primärenergieträgern und den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Bis 2020 soll die Technik auf einen Anteil von 25 Prozent an der Stromerzeugung kommen. Ebenso wie die EEG-Umlage wird die KWK-Abgabe über die Betreiber der Übertragungsnetze verwaltet. Ihre Höhe wird immer für ein Jahr festgelegt. Aktuell zahlen Privathaushalte für 2017 0,551 Cent pro Kilowattstunde als KWK-Abgabe.
L
Laufzeitverlängerung
Mit der Laufzeitverlängerung verschob die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel 2010 nach heftigen Debatten den von rot-grün beschlossenen Atomausstieg nach hinten. Den Kernkraftwerken waren Reststrommengen zugeteilt worden, die laut Atomkompromiss von 2000 um das Jahr 2020 aufgebraucht sein sollten. Diese Strommengen wurden soweit erhöht, dass ältere Kernkraftwerke acht zusätzliche Volllastjahre erhalten sollten, neuere Atommeiler vierzehn Jahre. Zusatzgewinne der Atomkonzerne sollten teilweise durch eine neue Atomsteuer abgeschöpft werden. Weil das entsprechende Gesetz ohne Beteiligung des Bundesrates zustandekam, obwohl die Länder für einen Teil der Atomaufsicht zuständig sind, reichten mehrere oppositionsgeführte Länder Anfang 2011 Verfassungsklage ein. Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace und Anwohner von Atomkraftwerken zogen gegen die Laufzeitverlängerung vor das Karlsruher Gericht.

Nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima wurde ein dreimonatiges Moratorium für die Laufzeitverlängerung und eine vorübergehende Abschaltung der sieben ältesten AKWs beschlossen. Bis 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen.
Leistungspreis
Großkunden mit einem sehr hohen Stromverbrauch bezahlen einen Leistungspreis als Teil des Strompreises. Er richtet sich nach der höchsten während des Abrechnungszeitraums aus dem Stromnetz entnommenen elektrischen Leistung. Diese wird durch die Leistungsmessung erfasst. Der Leistungspreis soll die Kosten für die Lieferbereitschaft des Stromanbieters abdecken, um jederzeit den hohen Energiebedarf des Kunden decken zu können.
L-Gas
Die Zusammensetzung von Erdgas schwankt je nach Herkunft und Fördergebiet. Dadurch weist es auch einen unterschiedlichen Energiegehalt auf. Grob unterschieden werden H- und L-Gas. L-Gas hat einen etwas niedrigeren Brennwert von rund neun bis zehn Kilowattstunden pro Kubikmeter, während H-Gas bei rund elf Kilowattstunden liegt. Verbraucher können nicht wählen, welche Gasqualität sie beziehen möchten. Die Gasanbieter müssen aber genau ermitteln, welchen Brennwert das während eines Abrechnungszeitraums von ihnen gelieferte Gas tatsächlich aufweist. Auf Basis dieses Wertes wird dann der Verbrauch des Kunden bei der Abrechnung von Kubikmetern in Kilowattstunden umgerechnet. Für den Kunden entsteht also kein finanzieller Nachteil, wenn er L-Gas erhält. Erdgasautos, die mit L-Gas betankt werden, können allerdings mit einer Tankfüllung nur eine geringere Strecke zurücklegen als mit höherwertigem Gas.
Liberalisierung des Energiemarkts
Die Liberalisierung des Strommarktes geht auf EU-Richtlinien zurück und wurde 1998 durch das Energiewirtschaftsgesetz umgesetzt. Verbraucher können seitdem ihren Stromanbieter frei wählen. Der dadurch entstehende Wettbewerb soll für sinkende Strompreise sorgen oder ihren Anstieg zumindest begrenzen. Zuvor hielten die jeweiligen Lokalversorger und Stadtwerke in ihrem Gebiet das Monopol und versorgten automatisch alle Kunden. Die Liberalisierung des Strommarktes unterwirft allerdings nur die Bereiche Erzeugung, Handel und Vertrieb den Gesetzen des Marktes, während Transport und Verteilung als natürliche Monopole durch die Bundesnetzagentur reguliert sind.

Seit 2006 ist es in Deutschland möglich, auch den Gasversorger zu wechseln. Inzwischen konnten sich zahlreiche neue Gasanbieter am Markt etablieren, viele regionale Gasversorger haben ihr Liefergebiet ausgeweitet und beliefern auch außerhalb ihres Stammgebietes Haushalts- und Gewerbekunden mit Gas. Heute kann jeder Haushalt zwischen einer großen Anzahl an Gasversorgern auswählen.

M
Mehr-/Minderverbrauchsaufschlag
Der Mehr-/Minderverbrauchsaufschlag ist eine Regelung, die in manchen Stromtarifen angewendet wird und auch als Mehr-/Minderverbrauchsregelung bezeichnet wird. Der vereinbarte Arbeitspreis pro Kilowattstunde gilt in diesen Angeboten nur für den bei Vertragsschluss angegebenen Stromverbrauch. Geringe Abweichungen innerhalb einer vertraglich festgelegten Toleranzgrenze sind möglich. Weicht der tatsächliche Jahresverbrauch stärker von dieser Energiemenge nach oben oder unten ab, kommt der Mehr-/Minderverbrauchsaufschlag zum tragen und jede verbrauchte Kilowattstunde verteuert sich. Die Folge: Ein höherer Verbrauch kann überproportionale Kostensteigerungen verursachen, ein sinkender Verbrauch führt dagegen nicht immer zu sinkenden Stomkosten. Tarife mit Mehr-/Minderverbrauchsaufschlag eignen sich daher ähnlich wie Pakettarife vor allem für Kunden, die ihren Strombedarf sehr gut abschätzen können. Sie werden jedoch – anders als Pakete – verbrauchsgenau abgerechnet. 
Merit-Order-Effekt
Der Begriff Merit-Order-Effekt bezeichnet das Phänomen, dass Ökostrom teilweise den Börsenstrompreis senkt.
Mindestvertragslaufzeit
Die meisten Stromtarife sehen eine Mindestvertragslaufzeit vor. Diese kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren reichen. Ein Kunde muss mindestens für die Mindestvertragslaufzeit bei dem Stromanbieter bleiben, bevor er den Vertrag kündigen und den Anbieter wechseln kann. Eine Ausnahme davon stellt das Sonderkündigungsrecht im Fall von Preiserhöhungen dar. Soll der Vertrag zum Ende der Mindestvertragslaufzeit gekündigt werden, ist zudem eine in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters festgelegte Kündigungsfrist einzuhalten. Ohne Kündigung zum Ende der Mindestvertragslaufzeit verlängert sich der Vertrag automatisch um einen ebenfalls in den Vertragsbedingungen festgelegten Zeitraum. Stromkunden, die in der Grundversorgung beliefert werden, müssen keine Mindestvertragslaufzeit einhalten und können mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende den Stromanbieter wechseln.
Mittelspannungsnetz
Als Mittelspannungsnetz wird der Teil des Stromnetzes bezeichnet, der den elektrischen Strom vom Hochspannungsnetzübernimmt und innerhalb einer Region verteilt. Über das Mittelspannungsnetz werden Ortschaften, Dörfer sowie Stadtteile versorgt. Auch Industriebetriebe, andere Großabnehmer wie Krankenhäuser oder Schwimmbäder sowie kleinere Kraftwerke sind häufig direkt an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Zum Einsatz kommen in der Regel Wechselspannungen von 10.000, 20.000 oder 30.000 Volt. Das Mittelspannungsnetz gehört meist zum regionalen Verteilnetz und speist über Trafostationen das Niederspannungsnetz, an das die meisten Verbraucher - zum Beispiel Privathaushalte - direkt angeschlossen sind. Stromanbieter nutzen das Stromnetz zur Durchleitung der Energie zu ihren Kunden. Die Kosten hierfür werden als Netzentgelte auf den Strompreis aufgeschlagen.
N
Nebenzeit
Als Nebenzeit werden die Zeiträume bezeichnet, in denen Kunden in Schwachlasttarifen günstigeren Strom beziehen können. Die Nebenzeit deckt meistens die Nachtstunden sowie das Wochenende ab. Die genauen Zeiträume legt der örtliche Netzbetreiber fest. Die Nebenzeit wird bewusst auf verbrauchsschwache Tageszeiten gelegt, um Stromverbraucher dazu zu bewegen, ihren Verbrauch in diese Zeiträume zu verlagern. Stromkunden, die über einen Eintarifzähler elektrische Energie beziehen, brauchen auf Haupt- und Nebenzeit keine Rücksicht zu nehmen, weil rund um die Uhr dieselben Stromtarife gelten.
Netzbetreiber
Ein Netzbetreiber besitzt ein Leitungsnetz, über das Strom oder Gas zu den Kunden gelangt. Die Stromanbieter müssen für die Nutzung ein Netzentgelt zahlen. Diese Zahlungen machen rund ein Viertel des Strompreises für Privatkunden aus. Weil die Versorgungsnetze Monopole darstellen, wird der Zugang zu ihnen und die Höhe der Netznutzungsgebühren von der staatlichen Bundesnetzagentur reguliert. Die Netzbetreiber benötigen Konzessionen von den jeweiligen Kommunen, um ihre Leitungen unter den öffentlichen Straßen und Wegen verlegen und instandhalten zu dürfen. Netzbetreiber dürfen nicht gleichzeitig auch Strom anbieten, um Konkurrenten ohne eigenes Netz nicht zu benachteiligen. Viele Lokalversorger haben ihre Netze deswegen in eigene Gesellschaften ausgegliedert.

Unterschieden wird zwischen Verteilnetzen, die auf der Mittel- und Niederspannungsebene Strom an die einzelnen Abnehmer verteilen, und den Übertragungsnetzen im Hoch- und Höchstspannungsbereich. Diese sind in Deutschland in der Hand der vier Übertragungsnetzbetreiber Tennet, 50 Hertz Transmission, Amprion und EnBW Transportnetze.
Netznutzungskosten
Netznutzungskosten werden einem Stromanbieter vom Netzbetreiber für die Benutzung seiner Stromleitungen in Rechnung gestellt. Daher wird auch von einer Durchleitungsgebühr gesprochen. Die Betreiber sind verpflichtet, die Netznutzungsentgelte zu veröffentlichen. Ihre Höhe wird von der Bundesnetzagentur überwacht und reguliert, weil es sich bei den Stromnetzen um ein Monopol handelt. Die Netznutzungskosten sind im Strompreis, den Endkunden bezahlen müssen, bereits enthalten. Regional unterschiedliche Netznutzungskosten sind ein Grund für unterschiedlich hohe Preise in einem Stromtarif, die ein Anbieter in verschiedenen Orten verlangt.
Neukundenbonus
Mit dem Neukundenbonus versuchen manche Anbieter, den Wechsel des Stromanbieters für Verbraucher noch lukrativer zu machen. Kunden, die bisher nicht von dem Unternehmen beliefert wurden, erhalten eine einmalige Gutschrift, die meist nach einem Jahr mit der ersten Jahresrechnung verrechnet wird. Meist ist die Zahlung des Neukundenbonus an bestimmte Bedingungen wie einen Mindestumsatz gebunden, außerdem muss der Kunde oft mindestens ein Jahr lang bei dem Stromanbieter bleiben. Da der Neukundenbonus nur einmalig ausgezahlt wird, steigen die Stromkosten im zweiten Jahr. Im Stromvergleich kann daher der Neukundenbonus von der Berechnung der Stromkosten ausgenommen werden.
Niederspannungsnetz
Das Niederspannungsnetz ist die unterste Ebene des Verteilnetzes, an das die Haushaltskunden direkt angeschlossen sind. Um Spannungsverluste zu vermeiden, ist die räumliche Ausdehnung eines Niederspannungsnetzes auf wenige Kilometer begrenzt. Als Niederspannung sind Wechselspannungen von bis zu 1.000 Volt definiert. In Deutschland wird das Niederspannungsnetz mit 230 Volt (einphasig) bzw. 400 Volt (dreiphasig) betrieben. Das Niederspannungsnetz wird über Transformatoren aus dem Mittelspannungsnetz gespeist. Größere Stromverbraucher wie Industriebetriebe sind häufig direkt an das Mittelspannungsnetz angeschlossen und verfügen über eigene Transformatoren. Über weite Strecken wird der Strom mit Höchstspannung im Übertragungsnetz transportiert.
Niedertarifzeit
Die Niedertarifzeit ist die Zeitspanne, in der in Schwachlasttarifen günstigerer Strom genutzt werden kann. Voraussetzung hierfür ist das Vorhandensein eines Doppeltarifzählers, der den Verbrauch in der Niedertarifzeit und Hochtarifzeit getrennt erfassen kann. Die Niedertarifzeit umfasst in der Regel die Nachtstunden der Werktage sowie den Sonntag. Sie wird vom jeweiligen Verteilnetzbetreiber definiert. Ein Rundsteuersignal, das über das Stromnetz verbreitet wird, löst die Umschaltung auf Niedertarifzeit aus und aktiviert das entsprechende Zählwerk. Sinn der Niedertarifzeit ist es, Stromverbrauch auf nachfrageschwache Stunden zu verlagern und so die konventionellen Kraftwerke gleichmäßiger auszulasten. Durch den steigenden Anteil der erneuerbaren Energien, die unregelmäßig Strom einspeisen, sinkt die Bedeutung der Niedertarifzeit für die Netzstabilität. Stattdessen soll das Netz zu einem Smart Grid ausgebaut werden, das Angebot und Nachfrage flexibel angleichen kann.
O
Offshore
Das englische Wort Offshore bedeutet zu Deutsch "küstennah" oder "außerhalb der Küstengewässer". Es wird zur Bezeichnung von Ölbohrinseln und anderer Bauwerke benutzt, die vor der Küste im Meer stehen. Windenergie kann mit Offshore-Windparks zur Erzeugung von Strom genutzt werden. In den letzten Jahren wurden in Nord- und Ostsee zahlreiche Offshore-Windparks gebaut, die eine wachsende Menge Ökostrom produzieren. Als Vorteile gelten, dass das Landschaftsbild nicht gestört wird und dass der Wind auf dem Meer kräftiger und beständiger weht. Als problematisch werden die Salzwasserbeständigkeit der Anlagen, der aufwändige Bau und Anschluss an das Stromnetz auf dem Festland sowie die erschwerte Wartung und mögliche Störungen der Tierwelt angesehen.             
Offshore-Umlage
Die Offshore-Umlage (oder Offshore-Haftungsumlage) ist seit 2013 Teil des Strompreises, den die Endverbraucher bezahlen. Sie wurde eingeführt, um die Betreiber des Übertragungsnetzes zu entlasten. Ist eine Offshore-Windkraftanlage fertiggestellt, ist der für das Gebiet zuständige Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, sie an das Stromnetz an Land anzuschließen. Geschieht dies nicht rechtzeitig, kann der Windpark keinen Strom liefern und der Betreiber bekommt keine Vergütungen für den Windstrom. Die Kraftwerksbetreiber stellen dann – ebenso wie im Falle einer längeren Betriebsstörung der Netzanbindung – oftmals Schadensersatzansprüche an den Übertragungsnetzbetreiber. Für die Deckung dieser Kosten wurde die Offshore-Umlage eingeführt. Die Höhe der Umlage wird von den Übertragungsnetzbetreibern jährlich neu festgelegt, die Bundesnetzagentur überwacht die Ermittlung.            
Onshore
Das englische Wort Onshore bedeutet "an Land" und wird zur Bezeichnung von Windkraftanlagen verwendet, die auf dem Festland aufgestellt sind. Derartige Windräder dominieren derzeit noch die Ökostromgewinnung aus Windenergie, auch wenn immer mehr Offshore-Windparks gebaut werden. Vorteile der Onshore-Windkraft sind die gute Erreichbarkeit der Anlagenstandorte bei Bau und Wartung und der einfach zu realisierende Anschluss ans Stromnetz. Allerdings sind die möglichen Standorte begrenzt, kritisiert werden außerdem die Veränderungen im Landschaftsbild und Beeinträchtigungen von Tier- und Pflanzenwelt. Anwohner fühlen sich von Geräuschen, Schatten der Rotoren und dem Blinken der Hinderniskennzeichnung für Flugzeuge gestört. Zudem weht der Wind an Land schwächer und weniger gleichmäßig als auf See. Wegen der ungleichmäßigen Produktion können Stromanbieter bisher nicht ausschließlich Windenergie nutzen.            
P
Pakettarif
Ein Pakettarif ist ein Stromvertrag, bei dem der Kunde eine festgelegte Menge an elektrischer Energie vom Stromanbieter kauft. Zum Beispiel gibt es Strompakete mit 3.500 Kilowattstunden. Diese Energiemenge kann der Kunde während der Vertragslaufzeit – meist ein Jahr – verbrauchen. Pakettarife erscheinen in einem Stromvergleich oft als sehr günstig. Allerdings verfallen nicht genutzte Strommengen meist, so dass Verbrauchseinsparungen nicht zu Kostenreduzierungen führen. Auch ein höherer Verbrauch kann ins Geld gehen, da der Mehrverbrauch pro Kilowattstunde meist mit vergleichsweise hohen Preisen abgerechnet wird. Pakettarife eignen sich daher vor allem für Verbraucher mit einem konstanten Stromverbrauch, die ihren Energiebedarf gut vorhersagen können. Umweltschützer kritisieren, dass ein Pakettarif nicht zu mehr Energieeffizienz anregt.
Photovoltaik
Als Photovoltaik wird die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom bezeichnet, die in Solarzellen abläuft. Die Photovoltaik wird zu den erneuerbaren Energien gezählt und trägt zur Produktion von Ökostrom bei. Unterschieden werden Freiflächenanlagen, Photovoltaik auf Hausdächern und an Lärmschutzwänden sowie kleine Solarzellen, die beispielsweise Parkscheinautomaten versorgen. Die Preise für die Solarmodule sind in den letzten Jahren gesunken, sodass die Kosten für eine Kilowattstunde Strom bei der Photovoltaik nicht mehr viel höher ausfallen als bei anderen erneuerbaren Energien. In Deutschland trägt die Photovoltaik derzeit zu rund sechs Prozent zur Stromerzeugung bei. 
Preisindex
Mit einem Preisindex werden Preisänderungen für eine Ware, eine Warengruppe oder einen Warenkorb im Lauf der Zeit gemessen. Beispielsweise wird ermittelt, wie stark die durchschnittlichen Strompreise gestiegen oder gesunken sind. Um einen Preisindex zu berechnen, muss ein Basisjahr festgelegt werden, von dem aus dann die Veränderung berechnet wird. Dadurch kann abgelesen werden, wie hoch die Preiserhöhung oder die Preissenkung der Stromanbieter seit dem Basisjahr war.
Primärenergieträger
Als Primärenergieträger werden Energieträger bezeichnet, die natürlich vorkommen und aus denen durch Umwandlungsprozesse andere Energieformen erzeugt werden können. Zu den Primärenergieträgern zählen Kohle, Öl und Gas (fossile Energieträger), erneuerbare Energieträger wie Wind, Wasser, Sonne und Gezeiten sowie die Kernenergie. Mit Ausnahme der regenerativen Energien sind alle Primärenergieträger endlich und stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Bei den Umwandlungsprozessen in sekundäre Energieformen entstehen Verluste, so dass nicht die komplette eingesetzte Primärenergiemenge beim Verbraucher als nutzbare Endenergie ankommt. Beispielsweise liegt der Wirkungsgrad eines Kohlekraftwerkes bei rund 40 Prozent. Das bedeutet, dass nur 40 Prozent der in der Kohle enthaltenen Primärenergie in Strom umgewandelt wird, der Rest geht verloren, größtenteils als ungenutzte Abwärme. Durch eine höhere Energieeffizienz lässt sich der Primärenergieverbrauch und die dadurch verursachte Umweltbelastung senken.
Pumpspeicherkraftwerk
Ein Pumpspeicherkraftwerk nutzt Wasser als Medium, um in Schwachlastzeiten Strom zu speichern und in Spitzenlastzeiten wieder zur Verfügung zu stellen.
R
RECS-Zertifikat
Ein RECS-Zertifikat war seit 2002 ein Herkunftsnachweis für Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Ein RECS-Zertifikat diente als Nachweis für eine Megawattstunde Ökostrom. Diese Zertifikate wurden im Rahmen eines Handelssystems in 25 europäischen Ländern gekauft und verkauft. Der Zertifikatehandel war dabei nicht an den physikalischen Stromfluss gekoppelt. Das RECS-System wurde 2013 durch das EECS-GoO-System (European Energy Certificate System – Guarantee of Origin) ersetzt. Dabei handelt es sich um Herkunftsnachweise, die sicherstellen, dass es sich um Strom aus regenerativen, nicht-fossilen Brennstoffen handelt, der direkt und als Ökostrom gekennzeichnet ins europäische Stromnetz eingespeist wird. Die Doppelvermarktung soll damit ausgehebelt werden.             
​Regenerative Energien
Regenerative Energien sind Energien, die nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich zur Verfügung stehen oder deren Quellen sich nach der Nutzung binnen kurzer Zeit erneuern. Regenerative Energien werden auch als erneuerbare Energien bezeichnet. Die bedeutendsten regenerativen Energiequellen sind Wind, Wasser, Sonne und Gezeiten sowie die Biomasse. Die Nutzung regenerativer Energien gilt als Lösung des Problems der endlichen fossilen Energieträger. Auch der Klimawandel soll durch den Umstieg auf regenerative Energien eingedämmt werden, da ihre Nutzung den CO₂-Gehalt in der Atmosphäre nicht steigert. In Deutschland wird die Erzeugung von Strom aus regenerativen Energiequellen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Die Kosten werden vom Stromanbieter als EEG-Umlage auf den Strompreis aufgeschlagen.             
S
Schlichtungsstelle Energie
Die Schlichtungsstelle Energie ist eine Einrichtung zur außergerichtlichen Konfliktbeilegung zwischen Kunden und Energieanbietern mit Sitz in Berlin.
Schwachlasttarif
In einem Schwachlasttarif können Verbraucher während der Nebenzeit günstigeren Strom beziehen. Die Nebenzeit wird vom Netzbetreiber definiert und deckt meist die Nachtstunden sowie das Wochenende ab. Voraussetzung für die Nutzung eines Schwachlasttarifs ist ein Doppeltarifzähler, der den Verbrauch in der Haupt- und Nebenzeit getrennt erfassen kann. Für diesen aufwändigeren Zähler werden meist höhere Grundgebühren fällig, auch ist der Strompreis während der Hauptzeit häufig höher als bei gewöhnlichen Stromtarifen. Ein Schwachlasttarif lohnt sich deshalb vor allem für Haushalte, die einen großen Teil ihres Verbrauches in die Schwachlastzeit verlegen können. Zukünftig sollen die Schwachlasttarife zunehmend durch lastvariable Stromtarife und Tarife mit mehreren Zeitzonen abgelöst werden, die durch den Einsatz von intelligenten Stromzählern möglich werden.
Smart Meter
Intelligente Stromzähler, die neben der reinen Verbrauchsmessung über Zusatzfunktionen verfügen, werden auch als Smart Meter bezeichnet. Sie können neben den verbrauchten Mengen auch die Verbrauchszeiträume erfassen und somit den Energieverbrauch transparenter machen. Smart Meter ermöglichen eine Datenabfrage aus der Ferne, dazu wird meist eine Internet-Leitung verwendet. Gleichzeitig machen sie die Einführung lastabhängiger Stromtarife möglich, bei denen der Preis von der Stromnachfrage im Netz abhängt. Auch Zeitzonentarife mit mehr als zwei Zeitbereichen können mit einem derartigen Zähler erfasst werden. Durch solche Stromtarife soll der Stromverbrauch an das schwankende Angebot aus erneuerbaren Energiequellen angepasst werden.

Ziel ist das intelligente Stromnetz (Smart Grid). In Neubauten sind Smart Meter seit 2010 gesetzlich vorgeschrieben. Im Juni 2016 hat die Bundesregierung zudem das "Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende" beschlossen. Bis 2032 sollen alle Drehstromzähler durch elektronische Zähler oder intelligente Messsysteme ersetzt werden. Dabei wird stufenweise vorgegangen – zunächst sind Großverbraucher an der Reihe, ab 2020 folgen Haushalte, die einen Stromverbrauch von jährlich mehr als 6.000 Kilowattstunden haben.             
Sonderabschlag
Bei manchen Stromtarifen müssen Kunden vor Vertragsbeginn einen Sonderabschlag leisten. Diese Summe wird ähnlich wie eine Kaution nach Vertragsende wieder zurückgezahlt, jedoch nicht verzinst. Tarife mit Sonderabschlag bieten meist einen vergleichsweise günstigen Strompreis. Zudem ersetzt die Zahlung des Sonderabschlags häufig die Bonitätsprüfung, die einige Stromanbieter vor Vertragsschluss durchführen. Viele Tarifrechner bieten die Möglichkeit, Tarife mit Sonderabschlag auszublenden.            
Sonderkündigungsrecht
Im Fall von Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit haben Gas- und Stromkunden ein Sonderkündigungsrecht. Der Versorger muss die Preiserhöhung schriftlich mitteilen, Verbraucher können den Vertrag dann auch während der Laufzeit beenden. Reagiert der Kunde nicht innerhalb der Frist auf die Ankündigung der Preiserhöhung, erlischt das Sonderkündigungsrecht. Manche Energieanbieter schränken das Sonderkündigungsrecht in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen allerdings ein, zum Beispiel wenn die Preiserhöhung durch Steigerungen von Steuern oder Abgaben zustande kommt. Verbraucher sollten bei einem Gas- oder Stromvergleich auf derartige Vertragsklauseln achten.             
Spitzenlast
Unter Spitzenlast versteht man eine kurzfristig auftretende hohe Nachfrage nach Leistung in einem Versorgungsnetz, zum Beispiel im Stromnetz. Im Gegensatz zur kontinuierlich nachgefragten Grundlast und den periodischen Schwankungen der Mittellast ist die Spitzenlast durch einen sehr schnellen Anstieg der Leistungsabnahme gekennzeichnet. In der Regel treten Spitzenlasten am Morgen, am Vormittag und am frühen Abend auf. Die Spitzenlast muss durch Kraftwerke abgedeckt werden, die sehr schnell starten können, zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke oder Gasturbinen.

Da diese Kraftwerke höhere Betriebskosten haben als Kohle- oder Atomkraftwerke, weil sie Erdgas bzw. Pumpenstrom verwenden, werden sie von den Stromanbietern meist nur für wenige Stunden am Tag während der Spitzenlastzeiten sowie bei unerwartetem Strombedarf (z.B. beim Ausfall eines Kraftwerks) betrieben. Spitzenlaststrom wird an der Strombörse zu hohen Preisen gehandelt. Durch den zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien kommt es allerdings vermehrt zum Merit-Order-Effekt. So reduziert beispielsweise an sonnigen Tagen die hohe Solarstromeinspeisung mittags die Notwendigkeit, teure Spitzenlastkraftwerke einzusetzen, was den Börsenstrompreis sinken lässt.       
Stand-by
Als Stand-by wird ein Betriebszustand von Elektrogeräten bezeichnet, in dem die Nutzungsfunktionen zwar deaktiviert sind, aber jederzeit ohne lange Wartezeit wieder genutzt werden können. Beispiele sind Computer oder Fernseher, die im Stand-by-Betrieb nicht komplett ausgeschaltet werden. In etlichen Elektrogeräten, vor allem im Bereich der Unterhaltungselektronik, sind auch die eingebauten Netzteile ständig eingeschaltet, solange die Geräte eingesteckt sind. Ein Strommessgerät kann ihren Verbrauch sichtbar machen. Als Vorteil von Stand-by werden Komfortgewinne angeführt. Kritisiert wird jedoch der teilweise hohe Verbrauch an Strom. Die so genannten Leerlaufverluste summieren sich nach Expertenschätzungen in Deutschland auf die Leistung eines Atomkraftwerks. Eine Ökodesignrichtlinie der EU begrenzt seit 2010 den Stand-by-Verbrauch neuer Elektrogeräte.
Steinkohle
Steinkohle ist ein fossiler Energieträger, der im Laufe von Jahrmillionen unter Luftabschluss und Druck durch den Prozess der Inkohlung aus Pflanzenresten entstand. Sie wird hauptsächlich zur Strom- und Wärmeerzeugung in großen Kraftwerken und zur Herstellung von Koks verwendet. Bei der Verbrennung von Steinkohle entsteht neben anderen Schadstoffen auch Kohlenstoffdioxid. Steinkohle wird deshalb neben anderen fossilen Brennstoffen für den Klimawandel mitverantwortlich gemacht. Steinkohle verbrennt mit einem geringeren Schadstoffausstoß als Braunkohle. Die anfallenden Emissionen sind jedoch höher als die von Gas. In Deutschland soll die Förderung 2018 auslaufen, weil sie unwirtschaftlich geworden ist.
Strombörse
An der Strombörse werden zeitlich begrenzte Mengen an Strom angekauft und wieder verkauft. Das Prinzip folgt der Wertpapierbörse, wobei die gehandelten Produkte die zeitlich abgestuften Strommengen (gemessen in MWh) sind und der Strompreis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird.
Stromkennzeichnung
Als Stromkennzeichnung werden die Angaben zum Erzeugungsmix des Stroms bezeichnet, die alle Stromanbieter veröffentlichen müssen. Die Stromkennzeichnung wird immer Mitte November aktualisiert, wenn die Daten zum Energiemix des Vorjahres ausgewertet sind. Zum Beispiel bezieht sich die Stromkennzeichnung von November 2016 auf das Jahr 2015. Verbraucher sollen anhand der Stromkennzeichnung erkennen können, welche Energieträger zur Stromerzeugung eingesetzt werden und wie viele CO₂-Emissionen und Mengen an radioaktiven Abfällen dabei entstehen. Kritiker bemängeln, die Kategorien der Stromkennzeichnung seien zu undifferenziert und würden beispielsweise den Wirkungsgrad der Kraftwerke nicht berücksichtigen.
Strommessgerät
Ein Strommessgerät misst die Stromstärke in Ampere, die durch eine Leitung fließt. Im privaten Bereich können Strommessgeräte eingesetzt werden, um den Stromverbrauch von elektrischen Geräten zu messen. Dadurch kann der Energiebedarf einzelner Geräte bestimmt werden. Haushalte können so Stromfresser aufspüren und abschalten. Auch der Energiebedarf im Stand-by-Betrieb kann durch ein Strommessgerät aufgezeigt werden. Zahlreiche Stromanbieter verleihen Strommessgeräte kostenlos oder gegen Gebühr. Sie sollen für mehr Energieeffizienz sorgen. Tests haben allerdings ergeben, dass nicht alle Strommessgeräte exakte Ergebnisse liefern.
Stromspeicher
Der Begriff Stromspeicher bezeichnet technische Einrichtungen, Anwendungen und Geräte, die elektrische Energie aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder abgeben können. In kleinem Maßstab sind dies Akkus oder Kondensatoren. Großtechnische Lösungen für die Stromspeicherung sind dagegen Druckluftspeicher oder Pumpspeicherkraftwerke. Auch das Gasnetz wird als Stromspeicher verwendet, indem mit Hilfe von Strom Wasserstoff oder Methan hergestellt und ins Gasnetz eingespeist wird. Stromspeicher gelten als wichtige Voraussetzung, um den Strombedarf zunehmend mit erneuerbaren Energien zu decken.

Da regenerative Sonnen- oder Windkraftwerke nur wetterabhängig und nicht nachfragegesteuert Strom einspeisen können, müssen Stromspeicher deren Produktionsschwankungen sowie Nachfragespitzen ausgleichen helfen. Eine wichtige Größe bei Stromspeichern ist ihr Wirkungsgrad, da nicht der gesamte in den Speicher geleitete Strom später genutzt werden kann. So kommen Pumpspeicherkraftwerke auf einen Wirkungsgrad von 70-80 Prozent. Die restliche Energie geht durch die Reibungsverluste des fließenden Wassers, den Wirkungsgrad der Pumpe bzw. Turbine, den Wirkungsgrad des Motors bzw. Generators sowie durch Trafoverluste und den Eigenbedarf des Pumpspeicherwerkes verloren.
Stromsteuer
Mit der Stromsteuer wird der Verbrauch von elektrischer Energie im deutschen Steuergebiet besteuert. Die Stromsteuer gehört zu den 1999 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung eingeführten Ökosteuern. Durch die Stromsteuer soll einerseits ein Anreiz zum Energiesparen gegeben werden, die Einnahmen sollen andererseits die sozialen Sicherungssysteme entlasten und die Lohnnebenkosten senken. Der überwiegende Teil der Stromsteuer fließt in die Rentenkasse. Der Steuersatz liegt derzeit bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Reduzierte Steuersätze gelten unter anderem für den Fahrstrom von Bahnen und O-Bussen sowie für das produzierende Gewerbe. Die Stromsteuer ist in den Stromtarifen, die für Privatkunden angeboten werden, bereits enthalten.
T
Transportnetz
Als Transportnetz werden die miteinander verbundenen Erdgasleitungen und Pipelines bezeichnet, in denen das Gas unter hohem Druck über weite Strecken transportiert wird. Die meisten Rohrleitungen im Transportnetz haben einen Durchmesser von mehr als einem Meter und stehen unter einem Druck von über 80 bar. Alle 100 bis 150 Kilometer muss eine Verdichterstation für neuen Druck sorgen. In regelmäßigen Abständen sind Schieber angebracht, um im Falle eines Lecks das betreffende Leitungsstück absperren zu können. Über Druckregelstationen wird das Gas in die regionalen Verteilnetze geleitet, die unter einem wesentlich geringeren Druck stehen. Auch die großen unterirdischen Gasspeicher sind an das Transportnetz angeschlossen. Die Betreiber des Transportnetzes werden als Monopolinhaber von der Bundesnetzagentur überwacht. Sie reguliert auch die Durchleitungsgebühren, die von den Gasanbietern für die Benutzung der Netze entrichtet werden müssen.            
U
Übertragungsnetz
Als Übertragungsnetz wird das nationale Verbundnetz aus Höchstspannungsleitungen bezeichnet, in dem Strom über weitere Strecken transportiert wird. Über Umspannwerke gelangt der Strom in die Verteilnetze, in denen er bei niedrigerer Spannung zu den einzelnen Anschlüssen und Verbrauchern geleitet wird. Im deutschen Übertragungsnetz werden Spannungen von 220.000 Volt und 380.000 Volt verwendet, während im Niederspannungsnetz nur 230 bzw. 400 Volt verwendet werden. Die Leitungen sind bisher meist als Freileitungen ausgeführt, da Erdkabel wesentlich aufwändiger zu bauen und instandzuhalten sind. Außerdem trocknet das Erdreich über den Kabeln durch die entstehende Wärme aus, daher sind sie bei Landwirten unbeliebt. Das Übertragungsnetz ist derzeit in der Hand von vier Übertragungsnetzbetreibern: Tennet TSO GmbH, 50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH und EnBW Transportnetze AG. Die Bundesnetzagentur überwacht die Handlungen der Übertragungsnetzbetreiber und reguliert die Höhe der Netzengelte, die Stromanbieter für die Durchleitung ihres Stroms bezahlen müssen.            
V
Versorgungssicherheit
Die Versorgungssicherheit ist als eines der Ziele der Stromversorgung im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) festgeschrieben. Es soll jederzeit ausreichend elektrische Energie zur Deckung des Bedarfs zur Verfügung stehen. Daneben wird auch eine möglichst preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung gefordert. Die Betreiber des Übertragungsnetzes sind beispielsweise dazu verpflichtet, für einen stabilen Betrieb und ausreichende Kapazitäten zu sorgen. Die Versorgungssicherheit der Verbraucher wird auch durch die Festlegung eines Grundversorgers in jedem Verteilnetzgebiet sichergestellt. Der Grundversorger muss bei einem Ausfalle eines Stromanbieters dessen Kunden sofort und ohne Unterbrechung beliefern. Diese Regelung stellt sicher, dass kein Stromkunde ohne elektrische Energie dastehen kann.
Verteilnetz
Als Verteilnetz wird der Teil des Stromnetzes bezeichnet, der die elektrische Energie auf die einzelnen Verbraucher verteilt. Es leitet den Strom vom Übertragungsnetz in immer feineren Verästelungen zu den einzelnen Abnehmern und sorgt somit für die regionale Stromversorgung. Das Verteilnetz umfasst die Spannungsebenen der Nieder- und Mittelspannung, je nach örtlichen Gegebenheiten können aber auch Hoch- und Höchstspannungsleitungen zum Verteilnetz gehören. Aufgeteilt ist das Verteilnetz in einzelne Netzgebiete, in denen jeweils ein Netzbetreiber für den Betrieb zuständig ist. Aufgrund der Entflechtungsregeln der EU darf dies ab einer bestimmten Größe des Netzes nicht mehr durch den lokalen Energieversorger erfolgen, sondern muss über eine rechtlich eigenständige Gesellschaft abgewickelt werden.

Da jedes Verteilnetzgebiet ein lokales Monopol darstellt, werden die Netzbetreiber und die Höhe der Netzentgelte von der Bundesnetzagentur überwacht, die auch für einen diskriminierungsfreien Zugang aller verfügbaren Stromanbieter sorgt. Für den Betrieb eines Verteilnetzes ist neben dem Besitz der Leitungen auch eine Konzession der jeweiligen Kommune nötig und es muss eine Konzessionsabgabe gezahlt werden, die über den jeweiligen Stromanbieter an die Verbraucher weitergereicht wird.
Volt
Die physikalische Einheit Volt gibt eine elektrische Spannung an. Sie ist nach dem italienischen Physiker Alessandro Volta benannt und wird mit dem Großbuchstaben "V" abgekürzt. Die Spannung gibt als physikalische Größe an, wie viel Arbeit nötig ist, um ein Elektron oder Ion mit einer bestimmten Ladung innerhalb eines elektrischen Feldes zu bewegen. Die Spannung in Volt liegt immer zwischen zwei Punkten oder Polen an. Unterschieden wird dabei zwischen Gleichspannung, bei der die Pole bestehen bleiben, und Wechselspannung, bei der die Pole periodisch wechseln. Bei der Stromversorgung von Haushaltskunden wird eine Netzspannung von 230 Volt verwendet (zulässig ist dabei eine Abweichung von zehn Prozent nach oben und unten), bei der mit einer Frequenz von 50 Hertz die Pole 50-mal pro Sekunde wechseln. Bei sogenannten Drehstromanschlüssen, an denen zum Beispiel ein Elektroherd angeschlossen wird, liegt eine Spannung von 400 Volt Wechselstrom an. In Freileitungen im überregionalen Höchstspannungsnetz werden Spannungen von bis zu 380.000 Volt verwendet. Die Spannung ist unabhängig vom gewählten Stromanbieter und wird vom Netzbetreiber geregelt.
Vorauskasse
Vorauskasse ist eine Vertragsklausel, die eine Bezahlung der Ware oder Leistung vor ihrer Lieferung oder Erbringung fordert. Bei Stromtarifen mit Vorauskasse müssen die Kunden dazu die Rechnung für ihren zu erwartenden Jahresverbrauch im Voraus bezahlen. Nach dem Ende des Abrechnungszeitraumes wird der exakte Verbrauch ermittelt und eine Nachzahlung oder Rückzahlung veranlasst. Durch die Vorauskasse mindert der Anbieter sein Risiko, keine Bezahlung für seine Leistung zu erhalten. Der Kunde geht dafür die Gefahr ein, für seine Vorleistung keinen Gegenwert zu erhalten, zum Beispiel bei einer Insolvenz des Lieferanten. Dafür bieten Stromtarife mit Vorauskasse meist vergleichsweise günstige Strompreise an. Viele Vergleichsrechner bieten die Möglichkeit, Tarife mit Vorauskasse auszublenden.
W
Wasserkraft
Die kinetische Energie von Wassermassen, die Wasserkraft, kann zum Antrieb von Turbinen und damit zur Stromerzeugung genutzt werden. Dies wird bereits seit Jahrhunderten genutzt, zum Beispiel zum Antrieb von Getreidemühlen mit Wasserrädern. Die Wasserkraft zählt zu den erneuerbaren Energien. Bei der Stromerzeugung wird zwischen dem Pumpspeicherkraftwerk, das als Energiespeicher dient, und dem Laufwasserkraftwerk unterschieden. Zur Nutzung der Wasserkraft werden Flüsse meist aufgestaut, um die Fallhöhe und damit die nutzbare kinetische Energie zu vergrößern. Die Nutzung der Wasserkraft verursacht keine CO₂-Emissionen, ökologisch problematisch sind jedoch Veränderungen im Wasserhaushalt und dem Landschaftsbild durch die Staumaßnahmen und Dämme sowie Auswirkungen auf die Tierwelt, insbesondere Fische und Wasserlebewesen. 
Watt
Watt ist die internationale physikalische Maßeinheit für Leistung. Es beschreibt den Energieaufwand in einer bestimmten Zeitspanne.
Wechselstrom
Der Begriff Wechselstrom bezeichnet einen elektrischen Strom, der durch Wechselspannung hervorgerufen wird. Wechselstrom ändert in regelmäßiger Wiederholung bzw. Frequenz seine Fließrichtung. Die negativen und positiven Augenblickswerte ergänzen sich dabei im zeitlichen Mittel derart, dass der Strom null ist. Abgekürzt wird Wechselstrom mit AC (englisch: alternating current). Im europäischen Stromnetz wird Wechselstrom eingesetzt, da dieser sich einfacher erzeugen, in höhere Spannungen transformieren und mit geringeren Verlusten über weite Strecken transportieren lässt als Gleichstrom. Die Netzfrequenz liegt einheitlich bei 50 Hertz.

Zum Einsatz kommt sogenannter Dreiphasenwechselstrom, der über drei Außenleiter übertragen wird. Zusammengeschaltet beträgt die Spannung zum Neutralleiter 400 Volt, zwischen einem der Außenleiter und dem Neutralleiter liegt eine Spannung von 230 Volt an. Durch diese Wechselstromtechnik halbiert sich der erforderliche Leitungsquerschnitt im Vergleich zu einem Einphasensystem. Elektrische Verbraucher, die mit Gleichstrom versorgt werden müssen, werden über ein Netzteil mit einem Gleichrichter an das Wechselstromnetz angeschlossen.
Widerrufsrecht
Das Widerrufsrecht ist das Recht von Verbrauchern, einen schwebend wirksamen Vertrag zu annullieren. Gründe müssen bei der Ausübung des Widerrufsrechtes nicht angegeben werden. Das Widerrufsrecht gilt nur während der Widerrufsfrist. Dazu muss der Widerruf entweder schriftlich erklärt oder eine eventuell gelieferte Ware zurückgesandt werden. Das Widerrufsrecht steht nur privaten Käufern zu, wenn das Geschäft nicht im Rahmen einer beruflichen oder geschäftlichen Tätigkeit abgeschlossen wurde. Es besteht nur bei bestimmten Vertragsarten, unter anderem bei Haustürgeschäften und bei sogenannten Fernabsatzgeschäften, also beispielsweise bei einem Vertragsschluss über den Stromvergleichsrechner. Die Länge der Widerrufsfrist beträgt im Normalfall zwei Wochen. Sie beginnt, wenn der Verbraucher eine wirksame Widerrufsbelehrung vom Stromanbieter erhalten hat. Erfolgt diese nicht oder nicht wirksam, hat der Kunde ein unbefristetes Widerrufsrecht. Neben dem Widerrufsrecht nach Vertragsschluss haben Kunden bei den meisten Stromanbietern auch ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen.
Windenergie
Windenergie ist die kinetische Energie der Luftmassen in der Atmosphäre, die unter anderem durch unterschiedliche Temperatur- und Druckverhältnisse in Bewegung gesetzt werden. Sie gehört zu den erneuerbaren Energien. Menschen nutzen die Windenergie schon seit Jahrhunderten, zum Beispiel zum Antrieb von Segelschiffen und mit Windmühlen zum Antrieb von Getreidemühlen und Wasserpumpen. Umgangssprachlich wird auch die Erzeugung von Strom mit Windrädern als Windenergie bezeichnet. Unterschieden wird nach dem Standort der Anlagen die Offshore- und die Onshore-Windenergie. Sie kann im Vergleich zu anderen regenerativen Energien vergleichsweise günstig große Mengen an Strom liefern. Umstritten ist die Windenergie unter anderem wegen der Veränderungen im Landschaftsbild und ihrer Auswirkungen auf die Tierwelt. 
Z
Zählernummer
Die Zählernummer ist so etwas wie ein Nummernschild des Stromzählers. Sie ist einer Verbrauchsstelle im Netz zugewiesen und identifiziert eindeutig gegenüber Stromanbieter und Netzbetreiber, um welchen Anschluss es geht. Die Zählernummer wird bei einem Stromanbieterwechsel benötigt, da es in vielen Häusern und an vielen Adressen mehrere Stromzähler gibt. Verbraucher sollten deshalb darauf achten, die korrekte Zählernummer anzugeben. Die Zählernummer ist auch auf der Jahresendabrechnung des Stromversorgers angegeben. Beim Neueinzug in eine Wohnung wird die Zählernummer meist auf dem Übergabeprotokoll vermerkt oder kann beim Vermieter erfragt werden. 
Zertifikatehandel
Unter Zertifikatehandel versteht man den Handel mit Nachweisen. Beim CO₂-Zertifikatehandel werden beispielsweise Rechte gehandelt, bestimmte Mengen an CO₂ ausstoßen zu dürfen. Betreiber großer Industrieanlagen und Kraftwerke müssen im Emissionshandel entsprechende Verschmutzungsrechte kaufen. Durch den Zertifikatehandel soll der schädliche Abgasausstoß einen Preis bekommen und die Betreiber sollen zu einer Verringerung angeregt werden.
Zweitarifzähler
Ein Zweitarifzähler ist ein Stromzähler, der über zwei getrennte Zählwerke verfügt. Damit können die Stromverbräuche in zwei unterschiedlichen Zeitzonen gemessen werden. Ein Zweitarifzähler ermöglicht daher die Nutzung eines Schwachlasttarifes, der nachts oder am Wochenende einen günstigeren Arbeitspreis bietet. Für einen Zweitarifzähler ist häufig eine höhere Zählermiete nötig, viele Stromanbieter verlangen daher eine erhöhte Grundgebühr. Die Umschaltung zwischen den beiden Zählwerken erfolgt in der Regel durch ein Steuersignal, das über das Stromnetz verbreitet wird (Rundsteuerung). Gelegentlich werden auch Zeitschaltuhren eingesetzt. Zweitarifzähler sollen nach und nach durch Smart Meter ersetzt werden, die Stromtarife mit mehr als zwei Zeitzonen sowie lastabhängige Stromtarife ermögliche

 


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