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Beitragsfreistellung bei Insolvenz oder Hartz IV

Bei Zahlungsschwierigkeiten Beiträge freistellen lassen

In einen finanziellen Engpass kann jeder einmal geraten. Bevor Sie jedoch gleich in Erwägung ziehen, Ihre Sterbegeldversicherung zu kündigen, können Sie auch alternativ überlegen, mit Ihrem Versicherer eine Beitragsfreistellung zu vereinbaren. Einige Gesellschaften bieten diese Möglichkeit für Versicherungsnehmer mit Zahlungsschwierigkeiten an.

Zur Wahl stehen üblicherweise eine teilweise oder vollständige Aussetzung der Beitragszahlung. Das heißt, Sie zahlen vorübergehend einen geringeren oder gar keinen Versicherungsbeitrag mehr.

Eine Beitragsfreistellung kann dazu führen, dass im Versicherungsfall eine geringere Versicherungssumme als ursprünglich vereinbart ausgezahlt wird, da Sie zeitweise weniger einzahlen als geplant. Dennoch ist diese Variante für Sie in aller Regel gewinnbringender als eine Kündigung der Sterbegeldversicherung, da hierbei der Versicherungsschutz – wenn auch mit geringerer Deckung – erhalten bleibt.

Wenn Sie eine Beitragsfreistellung beantragen möchten, kontaktieren Sie den Anbieter Ihrer Sterbegeldversicherung hierzu schriftlich. Geben Sie, wenn möglich, auch eine Einschätzung ab, wie lange Sie voraussichtlich eine vollständige oder teilweise Beitragsfreistellung in Anspruch nehmen werden.

Eine Sterbegeldversicherung ist Schonvermögen

Unabhängig von der eigenen Liquidität zählt die Sterbegeldversicherung zum sogenannten Schonvermögen. Dieses ist zwar nicht eindeutig im Gesetz geregelt, aber in den letzten Jahren fielen einige Rechtsprechungen zu diesem Thema. Schonvermögen ist ein Begriff aus dem Sozialhilferecht und bezeichnet den Teil des Vermögens, der einem Bedürftigen auch bei Eintritt der Hilfsbedürftigkeit nicht genommen werden darf. Das heißt, es gilt sozialhilferechtlich nicht als verwertbares Vermögen. Im Falle einer Privatinsolvenz darf die Sterbegeldversicherung nicht vom Sozialamt gepfändet werden, solange die Höhe der Versicherungssumme zweckmäßig bleibt. Laut BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) liegt die Grenze bei 8.000 Euro.

Sollte die Bestattungsvorsorge einen angemessenen Rahmen überschreiten, muss sie auch dann nicht aufgelöst werden, wenn dies unwirtschaftlich wäre. Sollte Sie ein Sozialarbeiter zur Kündigung Ihrer Sterbegeldversicherung auffordern, kontaktieren Sie Ihr Versicherungsunternehmen oder suchen Sie sich einen Rechtsbeistand.

Sozialamt muss im Notfall Beiträge zahlen

Zusätzlich hat das Karlsruher Sozialgericht in einem Urteil Ende 2015 (Aktenzeichen S 4 SO 370/14) entschieden, dass Beiträge für die Sterbegeldversicherung als Grundsicherung im Alter gelten. Mit Verweis auf Paragraph 33 Absatz 2 des Zwölften Sozialgesetzbuches muss eine angemessene Bestattung der versicherten Person zu gewährleistet werden. Daher muss der Sozialhilfeträger im Notfall die offenen Beiträge übernehmen, wenn die Versicherung nicht aus Absicht abgeschlossen wurde, um das Sozialamt zu belasten, und die versicherte Summe allein zur Bestattung dienen soll bzw. zweckgebunden ist.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.