CHECK24 - Ihr Versicherungsmakler - mehr Informationen
089 - 24 24 12 22 Expertenberatung 08 - 22 Uhr
Sie sind hier:

ElektromobilitätElektromotorräder in der Nische

München, | 16:00 |

Auch auf dem Zweiradmarkt halten Fahrzeuge mit Elektromotor Einzug. Elektromotorräder sind nahezu wartungsfrei und blasen keine Abgase in die Luft. Und ja: Der permanente Vorschub hat etwas. Das war es dann aber auch schon an Vorteilen.

Die neue FXS von Zero. Foto: Zero
Die Nachteile der Stromräder sind vom Elektroauto her bekannt:
  • teuer in der Anschaffung
  • wenig Power
  • geringe Reichweite
  • lange Ladezeiten
 
Zudem ist ein E-Motorrad sehr leise. Das freut sicher geplagte Anwohner an beliebten Motorradstrecken. Für den Fahrer kann es aber gefährlich sein, von anderen Verkehrsteilnehmern nicht gehört zu werden.
 
2015 wurden laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland nur 1.075 Krafträder mit Elektroantrieb neu zugelassen. Marktführer ist mit wenigen Hundert Maschinen Zero aus Kalifornien. Der Motorradbauer ist in der Branche das Pendant zu Tesla: Pionier und Premiumanbieter zugleich.

Das Feeling fehlt

Stärker als beim Auto ist Motorradfahren für viele Biker ein individuelles Lebensgefühl. Das Motorrad ist meist das Zweitfahrzeug. Es soll gefallen, Spaß machen, etwas darstellen, ein Kumpel sein.
 
Damit tun sich Elektromotorräder schwer. Das Fahrgefühl ist anders als bei den herkömmlichen Maschinen. Es fehlen der typische Sound, das Schalten, die Vibrationen. Grenzenlose Freiheit beim Ausritt bieten die Modelle auch nicht.
 
Das zeigt der Süddeutsche-Test der neuen Supermoto FXS von Zero. Das Motorrad gibt es mit 20 kW (27 PS) und 33 kW (44 PS) sowie gedrosselt auf 11 kW (15 PS). In der stärkeren Motorvariante hält der Akku laut Hersteller 84 Kilometer. Mit dem 27-PS-Aggregat kommt der Fahrer nur rund 40 Kilometer weit.

Nach 50 Kilometern ist Schluss

Doch das sind theoretische Werte. Der Praxistest zeigt: Nach 50 Kilometern kurviger Motorradstrecke ist auch der starke Akku leer. Doch wer will schon nach so kurzer Strecke und ebenso kurzer Zeit wieder aus dem Sattel, nach einer Ladestation fahnden und stundenlang aufladen?
 
Oder anders gefragt: Warum sollte ich viel Geld (die große FXS kostet rund 12.500 Euro) für ein Elektromotorrad ausgeben, wenn ich für deutlich weniger eine Maschine mit ausgereiftem Verbrennungsmotor bekomme, die in vielen Belangen überlegen ist?

E-Roller und Pedelecs sind gefragt

Chancen hat der Elektroantrieb im Zweiradbereich momentan eher bei zulassungsfreien Elektrorollern und Pedelecs. E-Roller sind vergleichsweise günstig und werden oft innerstädtisch –  etwa für den Arbeitsweg – benutzt. Dafür sind Schnelligkeit, Reichweite und Ladezeit ausreichend.
 
Einen Boom erleben derzeit Fahrräder mit elektronischem Hilfsmotor. Trotz vergleichsweiser hoher Anschaffungskosten hat es die Fahrradbranche geschafft, Angenehmes mit Nützlichem zu verbinden. Der Zweirad-Industrie-Verband rechnet für das laufende Jahr mit einem Absatz von 560.000 der bei der Kundschaft als umweltfreundlich und gesundheitsfördernd angesehenen Pedelecs.

Weitere Nachrichten über Motorradversicherung