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Studie: Acht Prozent junger Smartphone-Besitzer suchtgefährdet

München, | 10:28 | awa

Fast jedes zehnte Kind im Alter zwischen acht und 14 Jahren, das ein Smartphone besitzt, weist einer Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) ein hohes Suchtpotenzial auf. Weitere 21 Prozent nutzen ihr Handy auffällig stark, wie die Düsseldorfer Behörde mitgeteilt hat. Insgesamt wurden für die Studie 500 Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren befragt.

Kind mit Smartphone Zu intensive Smartphone-Nutzung kann Kinder süchtig danach machen. Aber die Geräte haben auch positiven Einfluss.
Die starke Handynutzung zeige sich dadurch, dass die Kinder „ständig an das Mobiltelefon denken, es auf neue Nachrichten überprüfen oder zum unspezifischen Zeitvertreib nutzen“, erklärte Dr. Peter Vorderer, einer der Studienautoren. Getrieben werden diese Kinder der Studie zufolge auch von der Angst, etwas zu verpassen oder ausgeschlossen zu werden. Laut Dr. Karin Knop, Co-Studienautorin, sei dies der stärkste Erklärungsfaktor für die unkontrollierte, exzessive und risikobetonte Handynutzung. 
 
Zudem würde sich die Handynutzung auch positiv auf die Beziehung zu Gleichaltrigen auswirken, teilte die LfM weiter mit. Insbesondere würden Kinder ihre Geräte einsetzen, um miteinander zu kommunizieren. Gleiches gilt für die Eltern-Kind-Beziehung: Smartphones und Handys vereinfachen die Kommunikation und Alltagsorganisation. Darüber hinaus würden Kinder ihre Geräte aber auch nutzen, um gemeinsam mit anderen Kindern Fotos und Videos anzuschauen oder Spiele zu spielen.
 
Allerdings kann sich der enge Austausch mit anderen auch negativ auf die jungen Handybesitzer auswirken. Viele der befragten Kinder haben der Studie zufolge bereits Erfahrungen mit Cybermobbing (zehn Prozent), Happy Slapping oder Sexting (jeweils vier bis sechs Prozent) gemacht.