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Wie funktioniert eine Kreditkarte? – Einfach erklärt

  • Eine Kreditkarte ermöglicht bargeldloses Bezahlen auf Basis eines eingeräumten Kreditrahmens.
  • Bei einer Zahlung prüft das Kartennetzwerk die Autorisierung, der Betrag wird vorgemerkt und später gesammelt abgerechnet.
  • Je nach Art der Kreditkarte erfolgt der Ausgleich sofort, monatlich oder in Raten. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen die Funktionen im Detail.

Was ist eine Kreditkarte? 

Es handelt sich dabei um ein bargeldloses Zahlungsmittel.

  • Sie verfügt über einen Chip, auf dem die wichtigsten Daten gespeichert sind.
  • Alle Karten sind mit dem Near-field-communication-System (NFC) ausgestattet, das kontaktloses Bezahlen ermöglicht.
  • Zu jeder Kreditkarte erhalten Sie eine PIN, die die Karte vor Missbrauch schützt.

Eine Kreditkarte können Sie weltweit zum Beispiel zum Bezahlen im Geschäft nutzen. Auch das Abheben von Bargeld ist möglich. Durch eine zusätzliche Prüfnummer (Kontrollnummer auf der Rückseite oder Vorderseite der Karte) können Sie auch online bezahlen und mobiles Bezahlen nutzen. Hier liegt ein entscheidender Unterschied zu einer Girocard, die sich nicht für Online-Käufe eignet und auch nicht unbedingt weltweit akzeptiert wird.

💡 Wo bekomme ich eine Kreditkarte?

Alle Kreditkartenarten werden von Banken, beziehungsweise im Falle von American Express vom Zahlungsanbieter selbst, herausgegeben.

Ausnahmen können sogenannte Kryptokreditkarten sein. Hier ist der Kreditkartenanbieter für gewöhnlich ein Broker oder eine Krypto-Börse.

Einige Karten sind an ein Girokonto gekoppelt, andere können Sie unabhängig davon abschließen.

Am einfachsten bekommen Sie das passende Modell, wenn Sie möglichst viele Angebote vergleichen und sich im Vorfeld überlegen, welche Leistungen Ihnen wichtig sind, da diese von Bank zu Bank variieren können.

Wie läuft bezahlen mit Kreditkarte technisch ab?

Der Bezahlvorgang per Kreditkarte funktioniert schnell und einfach. Sie benötigen die Karte in physischer oder virtueller Form und je nach Anwendung die Karten-PIN oder Zugriff auf ein anderes sicheres Autorisierungsverfahren, das die Unterschrift ersetzt. Im Hintergrund laufen dabei innerhalb weniger Sekunden zahlreiche Prozesse bis zur Freigabe des Vorgangs ab.

  • Kartendaten werden übermittelt: Sie stecken Ihre Karte in oder halten sie an das Lesegerät – alternativ können Sie auch ein bezahlfähiges Gerät verwenden, zum Beispiel Ihr Smartphone oder ein Wearable. Je nach Summe und Zahlungsart autorisieren Sie den Vorgang mit einer PIN oder bei Online-Zahlungen mit einem 2-Faktor-Verfahren und Eingabe der Prüfnummer. Relevante Daten werden daraufhin verschlüsselt übermittelt.
  • Autorisierungsanfrage an Kartenherausgeber: Im Hintergrund erfolgt eine Abfrage an die Bank, ob die persönlichen Daten korrekt sind und die Karte gültig ist.
  • Prüfung von Kartenlimit: Die Bank bestätigt je nach Kartentyp den vorhandenen Kreditrahmen, das Guthaben auf der Karte oder dem Gehaltskonto oder einen eingeräumten Dispositionskredit.
  • Genehmigung oder Ablehnung: Je nach Kreditwürdigkeit des Kunden wird die Zahlung freigegeben oder abgelehnt.
  • Verbuchung und spätere Abrechnung: Bei Genehmigung des Vorgangs wird die Buchung vom Kartenlimit oder Kartenguthaben abgezogen beziehungsweise vom Bankkonto des Inhabers eingezogen und der Bank des Händlers gutgeschrieben.
CHECK24 Wissen

Warum hat meine Kreditkarte eigentlich eine Kerbe?

Bei einigen Karten finden Sie an der Seite eine Einkerbung. Dieses Merkmal hat keinen technischen Hintergrund, aber trotzdem eine wichtige Funktion: Sie hilft sehbehinderten Menschen diese bestimmte Karte von anderen in ihrem Geldbeutel zu unterscheiden.

3 Kreditkartenarten aufeinander

Wann wird das Geld abgebucht?

Je nach Kartenart funktioniert die Abrechnung unterschiedlich. Eine "echte" Kreditkarte hat einen Verfügungsrahmen. Sie ermöglicht Ihnen einen zinslosen, aber zeitlich begrenzten Kredit. Jeder Umsatz in einem bestimmten Zeitraum wird in einer Sammelrechnung zusammengefasst, die Sie meist am Ende des Monats erhalten.

Debit- oder Girokarten sind vom Guthaben oder dem Dispokredit des hinterlegten Girokontos abhängig. Die sogenannte Prepaidkreditkarte ist eine Kreditkarte auf Guthabenbasis. Sie müssen sie vor dem Einsatz aufladen.

Die Unterschiede in der Abrechnung verschiedener Kartenarten im Überblick: 

Chargekarte
  • mit Verfügungsrahmen
  • Kreditkartenabrechnung meist einmal im Monat
  • Rechnung wird automatisch von Ihrem Konto abgebucht
Revolving Card
  • mit Verfügungsrahmen
  • meist monatliche Abrechnung
  • Teilrückzahlungen/Ratenzahlungen möglich (Zinsen fallen an)
Debitkarte
  • ohne Kreditrahmen
  • Umsatz wird direkt vom Girokonto abgebucht
Prepaid-Kreditkarte
  • ohne Kreditrahmen
  • sofortige Abbuchung vom Kartenguthaben
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Beispiel Rückzahlung Revolving Kreditkarte

Maries Waschmaschine ist kaputt und sie braucht dringend 1.300 Euro für eine neue. Auf dem Girokonto herrscht gerade Ebbe. Sie nutzt deshalb das freie Kreditkontingent ihrer Revolving Card. Von der Kartenrechnung begleicht sie zunächst nur die Hälfte des offenen Betrags. Auf den Restbetrag zahlt sie zwar Zinsen, hat aber einen kurzfristigen zeitlichen Puffer gewonnen.

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Beispiel Rückzahlung
Chargekarte

Jens ist im Urlaub in den USA. Er zahlt alles bis zur Höhe seines Kreditlimits mit seiner Chargecard. Vor der Reise hat er dafür gesorgt, dass genug Geld auf seinem Girokonto ist, sodass der Gesamtbetrag von seinem Konto abgebucht werden kann – noch während er in den USA unterwegs ist. Er muss sich um den Ausgleich nicht selbst kümmern. Danach kann er für den Rest der Reise wieder das gesamte Kreditkartenlimit nutzen.

So funktionieren weitere Kreditkartenarten

Wie funktioniert eine virtuelle Kreditkarte?

Eine virtuelle Kreditkarte unterscheidet sich von einer Plastikkarte hauptsächlich darin, dass Sie sie nicht physisch erhalten. Mithilfe der Kartennummer und dem Sicherheitscode hinterlegen Sie sie in Ihre Wallet auf einem mobilen Gerät. Statt der Karte halten Sie beim Einkauf das entsprechende Gerät an das Terminal.

Alle Karten sind für gewöhnlich kompatibel mit Apple Pay oder Google Pay. Geld am Automaten abheben ist meistens nicht möglich. Zu vielen physischen Karten erhalten Sie ein virtuelles Pendant dazu.

Wie funktioniert eine Platin-Kreditkarte?

Eine Platin-Kreditkarte ist mehr als nur ein Zahlungsmittel – sie gilt als echtes Statussymbol. Besonders Vielreisende und Geschäftsleute schätzen den hohen Komfort, den Concierge-Service und die zusätzlichen Reisevorteile.

Wie funktioniert eine Partnerkreditkarte?

Eine Partner-Kreditkarte läuft in der Regel auf dasselbe Girokonto wie die Hauptkarte. Der Inhaber der Hauptkarte ist Vertragspartner und für die Rückzahlung und den sachgemäßen Einsatz verantwortlich und haftbar.

Die Abbuchung erfolgt gemeinsam mit der Hauptkarte. Das Kreditkartenlimit müssen sich die Nutzer teilen, die Partnerkarte verfügt in der Regel nicht über ein eigenes Limit.

Einige Banken geben eine oder mehrere kostenlose Partner-Kreditkarten heraus, andere verlangen dafür Gebühren. 

CHECK24 Hinweis

Sonderfall Kryptokreditkarte

Nicht alle klassischen Kreditkarten lassen den Kauf von Kryptowährungen zu. Bei einigen ist der Kauf mit teilweise hohen Gebühren oder Sollzinsen verbunden.

Mit Kryptokreditkarten lässt sich nicht nur Kryptowährungen kaufen, es ist möglich – zumindest indirekt – damit zu bezahlen: Meist handelt es sich um Prepaidkarten, die der Inhaber mit Kryptowährung aufladen kann. Während des Bezahlprozesses wird diese in die jeweilige offizielle Währung, die sogenannte Fiat-Währung (zum Beipiel Euro oder US-Dollar), umgerechnet.

Was ist ein Kreditrahmen?

Den Kreditrahmen erhalten Sie mit Ausgabe einer Kreditkarte, wenn es sich um ein entsprechendes Modell mit Verfügungsrahmen handelt (Chargekarte oder Revolving Karte). Er gibt an, wie viel Geld Sie monatlich zinsfrei leihen können und ist abhängig von Ihrer Bonität.

Je nach Bank fällt er unterschiedlich hoch aus. Sie können für gewöhnlich nachträglich eine Anpassung beantragen oder ihn erhöhen, indem Sie Geld auf die Karte überweisen.

Wenn Sie mit Ihrer Kreditkarte bezahlen, wird der Betrag von Ihrem Kreditrahmen abgezogen, solange bis das Limit erreicht ist. Erst wenn der Betrag komplett ausgeglichen ist, kann auch das Limit wieder voll ausgereizt werden.

Wie sicher ist eine Kreditkarte?

Karten von Visa oder Mastercard oder auch American Express gelten als sehr sicher, da alle Zahlungssysteme technisch hochentwickelte Lösungen gegen Missbrauch anwenden. Dazu gehören: 

  • NFC: Die Near field communication Technologie greift, wenn Sie kontaktlos bezahlen. Die Kommunikation zwischen der Karte und dem Empfangsgerät wird auf ein Minimum an verschlüsselten Daten reduziert.
  • EMV-Chip: Die von Europay, Visa und Mastercard entwickelte Technik speichert relevante Daten auf dem Chip, die nur nach Freigabe durch die PIN an den Zahlungsempfänger übermittelt werden. 
  • 3-D-Secure: Dieses System nutzt eine 2-Faktor-Authentifizierung, um Online-Zahlungen sicherer zu gestalten.

Haftungsregelungen: Für alle Karten gilt: Bei Diebstahl, Betrug oder Verlust haftet der Inhaber mit maximal 50 Euro für einen entstandenen Schaden. Voraussetzung ist, dass nicht grob fahrlässig gehandelt wurde.

Häufige Fragen

Muss ich eine Kreditkarte immer komplett ausgleichen?

Das kommt auf den Kartentyp an. Eine Chargecard müssen Sie immer komplett ausgleichen. Offene Forderungen werden nach Rechnungsstellung per Lastschrift von der Bank eingezogen. Beim Typ Revolving Card können Sie Teil- oder Ratenzahlungen leisten. Bei Debitkarten wird jeder Umsatz direkt vom Girokonto abgebucht. Und bei Prepaid-Karten, die Sie vorab mit Geld aufladen, reduziert sich das Guthaben nach dem Karteneinsatz um die Höhe des genutzten Betrags.

Kann ich mit einer Kreditkarte ins Minus rutschen?

Mit der Karte selbst können Sie nicht ins Minus rutschen, durchaus aber mit der Art der Nutzung: Wenn Sie zur Rückzahlung getätigter Umsätze auf Ihren Dispositionskredit zugreifen müssen, befindet sich Ihr Girokonto danach im Minus.

Eine Ausnahme bildet eine Prepaidkreditkarte. Hier können Sie ausschließlich vorhandenes Guthaben ausgeben. Ihr Bankkonto kann nicht automatisch durch eine Zahlung ins Minus rutschen.

Warum wird eine Zahlung manchmal abgelehnt?

Die Bank kann den Vorgang beim Bezahlen mit Kreditkarte ablehnen, wenn

  • das Limit ausgereizt ist,
  • die Karte gesperrt oder abgelaufen ist,
  • die Karte defekt ist,
  • die Kartendaten nicht verifiziert werden können (Beispiel: Name und Geburtsdatum stimmen nicht überein),
  • ein Betrugsversuch vermutet wird,
  • das Kartenlesegerät defekt ist oder keine Internetverbindung besteht oder
  • der Kartentyp nicht akzeptiert wird.

Wie funktioniert kontaktloses und mobiles Bezahlen?

Beim kontaktlosen Bezahlen baut die Karte mithilfe des eingebauten NFC-Chips eine Verbindung zum Kartenlesegerät auf. Die benötigten Daten werden verschlüsselt übertragen.

Wenn Sie mobile Bezahldienste wie Apple Pay oder Google Pay nutzen, müssen Sie Ihre Karte zunächst mit dem entsprechenden Dienst verknüpfen. Dazu folgen Sie den Schritten auf Ihrem Handy oder in der Banken-App Ihres Kartenanbieters. Vorm Bezahlen entsperren Sie Ihr Gerät. Dann wählen Sie die hinterlegte Karte in der entsprechenden App (Wallet oder Banken-App) aus. Genau wie eine haptische Karte halten Sie nun das Gerät an den Kartenleser. Der technische Ablauf ist in Folge derselbe wie mit einer physischen Karte.

Was kostet eine Kreditkarte?

Die Kosten können unterschiedlich ausfallen, je nach Preisstruktur der Bank und Nutzung. Folgende Gebühren sind möglich: 

  • Jahresgebühr/Monatsgebühr: Einige Banken verlangen eine regelmäßige Grundgebühr. Vor allem bei Karten mit Zusatzleistungen wie Versicherungen ist das häufiger der Fall.
  • Kosten pro Transaktion: Wenn Sie im außereuropäischen Ausland per Kreditkarte zahlen, können Umrechnungsgebühren, sogenannte Fremdwährungsgebühren, anfallen. Auch beim Geldabheben verlangen einige Banken eine Gebühr.
  • Sollzinsen: Wenn Sie die Abrechnung nicht sofort begleichen, werden auf den Teil des offenen Betrags teilweise hohe Zinsen fällig. 

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

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Anna N. Baumgart ()
Online Redakteurin Finanzen
Anna ist Journalistin für Hörfunk und seit vielen Jahren den interessantesten Inhalten und deren hörer- und leserfreundlichen Umsetzung auf der Spur. Seit 2023 schreibt sie bei CHECK24 verbrauchernah über die wichtigsten Produkte und Neuigkeiten aus der Finanzwelt.

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