Alkoholkontrolle in Neuwagen

Versicherer fordern Alkolock im Auto

Foto: Getty Images

Wie können Unfälle aufgrund von Alkohol am Steuer wirksam verhindert werden? Die Versicherungswirtschaft hat darauf eine Antwort.

Die Kfz-Versicherungen möchten, dass EU-weit in jedem Neuwagen ab Werkeine Alkoholwegfahrsperre eingebaut sein muss.

Ein solches, „Alkolock” genanntes Gerät, würde Alkoholfahrten weitgehend verhindern, sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann, Medienberichten zufolge im Rahmen des aktuellen Verkehrsgerichtstages in Goslar.

Wie funktioniert ein Alkolock?

Ein Alkolock besteht aus zwei Teilen – einer Steuereinheit und einem flexiblen Handgerät -  und ist fest mit dem Fahrzeug verbunden.

Wird die Zündung aktiviert, muss der Fahrer pusten. Der Alkolock wertet den Alkoholgehalt des Atemtestes aus.

Ist (zu viel) Alkohol in der Atemluft, blockiert das System den Anlasser. Das Auto kann dann nicht gestartet werden.

Sind Alkoholkontrollen für alle sinnvoll?

Die Forderung der Versicherungswirtschaft bleibt nicht unwidersprochen.

Dem Fachmagazin VersicherungsJournal zufolge geht beispielsweise dem Verkehrsrechtsanwalt Christian Funk von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) die grundsätzliche Einbaupflicht von Alkohol-Wegfahrsperren in Pkw zu weit.

Für privat genutzte Autos wäre dies unverhältnismäßig, so Funk. Bei Berufskraftfahrern – wie beispielsweise Taxi-, Bus- und Lkw-Fahrern - sei es hingegen etwas anderes.

Dies ist auch die letztendliche Empfehlung des Verkehrsgerichtstages für den europäischen Verkehr.

Wo sind Alkohol-Wegfahrsperren Pflicht?

In den Niederlanden müssen ertappte Alkoholsünder hingegen bereits seit 2011 einen Alkolock in ihr Fahrzeug einbauen, wenn sie einem mehrjährigen Führerscheinentzug entgehen wollen. Zusätzlich ist ein Therapieprogramm vorgeschrieben.

Aktuell sprechen sich unter anderem der DAV sowie der Auto Club Europa (ACE) für ein entsprechendes Pilotprojekt in Deutschland aus.

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Sascha Rhode

Redakteur Sascha Rhode

Schreibt, seit er lesen kann. Seit 2012 ist er für CHECK24 auf Mission Kfz unterwegs. Privat steht er auf altes Eisen – auf vier wie zwei Rädern.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

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