Diesel Umtauschprämie und Nachrüstung

Autos mit Dieselmotor geht es an den Kragen. Betroffen sind Millionen Autofahrer.

In immer mehr Städten sind Fahrverbote angekündigt oder schon in Kraft:

  • Berlin – spätestens ab Juni 2019
    Gilt für Diesel Euro 1 bis 5 auf elf Abschnitten auf insgesamt acht Straßen in der Innenstadt.
  • Bonn – ab April 2019
    Gilt für Diesel Euro 1 bis 4 sowie Benziner Euro 1 und 2 auf der Straße Belderberg und auf der Reuterstraße.
  • Essen – ab Juli 2019
    Gilt für Diesel Euro 1 bis 4 sowie Benziner Euro 2 und älter in der „blauen Umweltzone”. Betroffen sind 18 der 50 Stadtteile sowie Teile der A40.
    Ab 1. September 2019 wird Fahrverbot auf Diesel-Euro 5 ausgeweitet.
  • Frankfurt/Main – ab April 2019
    Gilt für Diesel Euro 1 bis 4 sowie Benziner Euro 1 und 2 in der Umweltzone.
    Ab 1. September 2019 wird Fahrverbot auf Diesel-Euro 5 ausgeweitet.
  • Gelsenkirchen – ab Juli 2019
    Gilt für Diesel Euro 1 bis 5 nur auf auf der zentralen Kurt-Schumacher-Straße.
  • Hamburg – seit Juni 2018
    Gilt für Diesel Euro 1 bis 5 auf 580 Meter der Max-Brauer-Allee. Auf einem etwa 1,6 Kilometer langen Abschnitt der viel befahrenen Stresemanstraße dürfen nur ältere Diesel-Lkw nicht fahren.
  • Köln – ab April 2019
    Gilt für Diesel Euro 1 bis 4 in der Umweltzone.
    Ab 1. September 2019 wird Fahrverbot auf Diesel-Euro 5 ausgeweitet.
  • Mainz – eventuell ab 1. September 2019 (hängt von den Messwerten ab)
    Würde für Diesel Euro 1 bis 4 in der gesamten Stadt, für Euro 5 auf einzelnen Straßen gelten.
  • Stuttgart – seit 1. Januar 2019 für Auswärtige, ab 1. April 2019 für Stuttgarter
    Gilt für Diesel Euro 1 bis 4 in der Umweltzone.
    Ab 1. September 2019 wird Fahrverbot auf Diesel-Euro 5 ausgeweitet.

Welche Stadt folgt als nächstes?

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) prozessiert aktuell gegen diverse Städte mit dem Ziel, Diesel-Fahrverbote einzuführen.

Dazu gehören untere anderem Backnang, Bochum, Darmstadt, Dortmund, Düren, Düsseldorf, Esslingen, Freiburg (Breisgau), Halle (Saale), Hannover, Heilbronn, Kiel, Limburg, Ludwigsburg, Mainz, Marbach, München, Offenbach, Paderborn und Reutlingen. 

Wie will die Politik Fahrverbote für Diesel vermeiden?

Das Diesel-Paket der Regierung sieht zwei Alternativen vor:

Ältere Dieselfahrzeuge sollen mit modernen Abgas-Katalysatoren nachgerüstet werden. Dafür werden sogenannte SCR-Katalysatoren eingebaut. Mittels Harnstoff wird so der Schadstoff-Ausstoß gesenkt, die Diesel halten die neuen Grenzwerte ein.

Thomas Peckruhn vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) hält Nachrüstungen in den Werkstätten für lösbar.

Allerdings müssen die Umbau-Kits noch freigegeben werden – etwa vom Kraftfahrt-Bundesamt.

Haftung und Garantien würden die Anbieter der Umrüst-Katalysatoren übernehmen, heißt es aus deren Umfeld. Darin habe man bereits Erfahrung.

Wer bezahlt die Umrüstung?

Der Bund erwartet „vom jeweiligen Automobilhersteller, dass er die Kosten für die Umrüstung einschließlich des Einbaus übernimmt”.

Wer am Ende jedoch tatsächlich die Kosten für die Nachrüstung bei privaten Pkw-Haltern übernimmt, ist aber noch offen. Zahlreiche Automobilkonzerne, unter anderem BMW und Opel, lehnen eine Hardware-Lösung komplett ab.

Ausnahme: Für Handwerker- und Lieferfahrzeuge gibt es hingegen die Zusage der Regierung, dass die Halter 80 Prozent der Umrüstungskosten erstattet bekommen.

Wie hoch sind Diesel-Prämien der Hersteller?

Viele Autohersteller bieten Besitzern von Diesel-Pkw hohe Rabatte beim Kauf eines neuen Autos.

Allerdings gilt der finanzielle Kaufanreiz (außer bei Toyota) nicht nur für besonders schadstoffarme Fahrzeuge, sondern für die gesamte Modellpalette.

Alfa Romeo

Prämie Begingungen
bis 10.500 Euro für Neuwagen der Marke Euro-5-Diesel und älter;
mind. 3 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis Ende 2018;

Audi

Prämie Bedingungen
bis 9.000 Euro (regional)/10.000 Euro (deutschlandweit) für Neuwagen der Marke;
bis 6.750 Euro (regional)/7.500 Euro (deutschlandweit) für Gebrauchtwagen der Marke;
Euro-4/Euro-5-Diesel;
mind. 3 Monate auf Käufer zugelassen;
keine Angebotsbeschränkung;

BMW/MINI

Prämie Bedingungen
bis 6.000 Euro (regional)/2.000 Euro (deutschlandweit) für Neuwagen der Marken BMW und MINI;
bis 4.500 Euro (regional)/1.500 Euro (deutschlandweit für Gebrauchtwagen der Marken BMW und MINI;
nur BMW/MINI-Dieselmodelle mit Euro-4/Euro-5;
mind. 12 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis Ende 2019;

Fiat

Prämie Bdingungen
bis 6.000 Euro für Neuwagen der Marke; Euro-5-Diesel und älter;
mind. 3 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis Ende 2018;

Ford

Prämie Bedingungen
bis 8.000 Euro für Neuwagen der Marke; Euro-5-Diesel und älter;
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
keine Angebotsbeschränkung;

Hyundai

Prämie Bedingungen
bis 10.000 Euro für Neuwagen der Marke;
2.000 Euro für Gebrauchtwagen der Marke;
Euro-5-Diesel und älter;
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis Ende 2018;

Jeep

Prämie Bedingungen
bis 11.500 Euro für Neuwagen der Marke; Euro-5-Diesel und älter;
mind. 3 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis Ende 2018;

Mercedes

Prämie Bedingungen
bis 10.000 Euro (regional)/2.000 Euro (deutschlandweit) für Neuwagen der Marke;
bis 5.000 Euro (regional)/1.500 Euro (deutschlandweit) für Gebrauchtwagen der Marke;
Euro-5-Diesel und älter (regional)/Euro-5-Diesel und älter (deutschlandweit);
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis Ende 2018;

Nissan

Prämie Bedingungen
bis 5.000 Euro für Neuwagen der Marke; Euro-5-Diesel und älter;
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis Ende 2018;

Opel

Prämie Bedingungen
bis 8.000 Euro für Neuwagen der Marke; nur Opel-Dieselmodelle mit Euro-5 (regional)/Euro-4 und älter (deutschlandweit);
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis Ende 2018;

Renault

Prämie Bedingungen
bis 10.000 Euro für Neuwagen der Marke; Euro-5-Diesel und älter;
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis 30.11.2018;

Seat

Prämie Bedingungen
bis 7.000 Euro für Neuwagen der Marke (regional);
bis 8.000 Euro für einen Diesel-Neuwagen der Marke(deutschlandweit);
Euro-4/5-Diesel und älter(regional)/Euro-4-Diesel und älter (deutschlandweit);
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
keine Angebotsbeschränkung;

Skoda

Prämie Bedingungen
bis 6.500 Euro für Neuwagen der Marke (regional);
bis 7.500 Euro für einen Diesel-Neuwagen der Marke(deutschlandweit);
Euro-4/5-Diesel und älter(regional)/Euro-4-Diesel und älter (deutschlandweit);
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
keine Angebotsbeschränkung;

Toyota

Prämie Bedingungen
bis 6.500 Euro für Neuwagen der Marke (nur Hybrid-Modelle); Euro-6-Diesel und älter;
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
Angebot gilt bis 30.12.2018;

VW

Prämie Bedingungen
bis 7.000 Euro (regional)/8.000 Euro (deutschlandweit, nur Diesel) für Neuwagen der Marke;
bis 5.250 Euro (regional)/6.000 Euro (deutschlandweit, nur Diesel) für Gebrauchtwagen der Marke;
Euro-4/5-Diesel und älter(regional)/Euro-4-Diesel und älter (deutschlandweit);
mind. 6 Monate auf Käufer zugelassen;
keine Angebotsbeschränkung;

Fahrverbote: Welche Schadstoff-Grenzwerte gelten?

Die Bundesregierung will die bestehenden Stickoxid-Grenzwerte für Pkw anheben. Künftig soll in Zonen mit Fahrverboten erst ein Wert ab 270 Mikrogramm Ausstoß je Kilometer gelten.

Bislang liegt die Stickoxid-Obergrenze für Euro-5-Fahrzeuge bei 180 Milligramm, bei Euro-4-Fahrzeugen bei 250 Milligramm.

 

Update Montag, 19. November 2018:

Skeptisch sieht die die bisherigen Beschlüsse der Koalition das Umweltbundesamt (UBA). In Bezug auf Nachrüstungen fehle eine Konkretisierung, bemängelte die Leiterin Marion Wichmann-Fiebig gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel.

Auch die Eintauschaktion älterer Dieselautos gegen moderne Fahrzeuge wird von den Umwelt-Experten missbilligt. Als besonders störend wird der Umstand gesehen, dass es die höchsten Rabattprämien auf große Pkw-Modelle gibt, die im Betrieb wiederum vergleichsweise viele Schadstoffe freisetzen.

Daher wird seitens des Amtes angezweifelt, ob sich mit diesen Maßnahmen die Luftqualität in betroffenen Städten und Regionen tatsächlich dauerhaft verbessern lässt. Es laufen ja bereits Klagen gegen die Urteile (aktuell Essen und Gelsenkirchen).

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

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