Unfall innerorts mit über 100 km/h

Trotz Vorfahrt: Raser verliert vor Gericht

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Foto: CHECK24/Früchtnicht

Kommt es wegen einer Vorfahrtsverletzung zu einem Verkehrsunfall, ist der Schuldige eigentlich klar.

Rast das „Unfallopfer” jedoch mit über 100 km/h durch eine Ortschaft, sieht die Sache komplett anders aus.

So hat das Kammergericht Berlin in zweiter Instanz die Klage auf Schadenersatz eines Rasers vollständig zurückgewiesen (22 U 33/18).

Wie schnell war der Raser?

Dieser war nachts mit seinem Wagen innerorts mehr als doppelt so schnell als erlaubt über den Asphalt gebrettert.

An einer Kreuzung kam es zum Crash. Ein anderer Autofahrer hatte dem Gasfuß die Vorfahrt genommen.

Warum wurde verhandelt?

Also verklagte der Raser den Unfallverursacher auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Doch vor Gericht kam er damit nicht durch.

Wäre der Mann nicht viel zu schnell gefahren, hätte es sehr wahrscheinlich keinen Autounfall gegeben, befand ein Kfz-Sachverständiger.

Wie lautet die Urteilsbegründung?

Das Gericht legte dem Kläger einen besonders schweren Verkehrsverstoß zu Last. Das Verhalten sei nicht mehr fahrlässig, sondern vorsätzlich.

Das genügte, um ihm die Alleinschuld an dem Unfall zu geben und seinen Kontrahenten komplett freizusprechen.

Das Urteil ist rechtskräftig, eine Revision wurde nicht zugelassen.

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Sascha Rhode

Redakteur Sascha Rhode

Schreibt, seit er lesen kann. Seit 2012 ist er für CHECK24 auf Mission Kfz unterwegs. Privat steht er auf altes Eisen – auf vier wie zwei Rädern.

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