Auto macht sich selbstständig

Vollkasko muss in jedem Fall zahlen

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Foto: CHECK24/Früchtnicht

Ein geparktes Auto mit Automatikgetriebe war plötzlich davongerollt. Den entstandenen Schaden wollte die Vollkaskoversicherung zunächst nicht zahlen, muss es nun aber.

Dies hat das Oberlandesgericht Braunschweig entschieden (Aktenzeichen: 11 U 74/17).

Der Fahrzeugbesitzer bekommt nach dem eher ungewöhnlichen Unfall die Reparaturkosten von seiner Vollkaskoversicherung doch noch erstattet.

Mit welcher Begründung?

Die Begründung der Richter: Wenn die Schäden am Auto nach Art und Beschaffenheit nur auf einem Unfall beruhen können, müsse der Kfz-Versicherer zahlen.

Das gelte auch, wenn sich – wie in diesem Fall – der genaue Unfallhergang nicht zweifelsfrei rekonstruieren lässt.

Was war passiert?

Der Autofahrer hatte gegenüber seinem Kfz-Versicherer angegeben, er sei am Auto gestanden, als sich der Wagen unvermittelt in Bewegung gesetzt habe.

Der Mann hat eigenen Angaben zufolge die Fahrertür aufgerissen und versucht, den Wagen mit einem Tritt auf das Bremspedal zu stoppen. Jedoch habe er bei diesem Versuch das Gaspedal erwischt.

Der Wagen habe beschleunigt und in der Folge einen Torflügel durchbrochen und zwei Stützpfeiler umgefahren.

Diese Beschreibung war für die Vollkaskoversicherung unglaubwürdig, nicht aber für den Richter.

Welcher Fakt ist entscheidend?

Dieser argumentierte, der Wagen sei ohne Zutun des Fahrers losgerollt.

Dass der Mann statt des Brems- das Gaspedal erwischt habe, sein ein Versehen und damit für den Unfall nicht entscheidend gewesen.

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Michael Langenwalter

Redakteur Michael Langenwalter

Kurvt seit mehr als 30 Jahren kreuz und quer durch die PS-Welt. Mit einem besonderem Faible für kernige Offroader.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.

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