Nachbesserung bei Gebrauchtwagen

Händler muss auch Transport bezahlen

Foto: CHECK24/Früchtnicht

Geht ein bei einem Händler erworbener Gebrauchtwagen innerhalb der Gewährleistungszeit kaputt, muss dieser das Auto für die Behebung des Schadens auch auf seine Kosten holen.

Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) aktuell entschieden. Das höchstrichterliche Urteil (VIII ZR 278/16) stärkt damit einmal mehr die Verbraucherrechte.

Motorschaden – was nun?

Für die betroffene Autobesitzerin war der Fall von Beginn an unangenehm. Bereits kurz nach dem Kauf hatte ihr gebrauchter Kleinwagen einen Motorschaden. Der Pkw war nicht mehr fahrbereit.

Das Auto stand nun am Wohnort der Frau in Schleswig-Holstein. Gekauft hatte sie ihn aber in Berlin. Hier wollte der Händler den Wagen im Rahmen seiner Gewährleistungspflicht wieder flott machen.

Wer übernimmt die Transportkosten?

Doch wie sollte der Kleinwagen dahin kommen? Und wer hätte den Transport bezahlt?

Die Geschädigte sah es nicht ein, in Vorleistung zu gehen. Sie forderte den Verkäufer auf, das Fahrzeug entweder abzuholen oder ihr die ermittelten Transportkosten in Höhe von 280 Euro im Voraus zu überweisen.

Darauf reagierte der Kfz-Händler nicht. Auch die Frist zur Mängelbeseitigung ließ er verstreichen.

Der Autobesitzerin reichte es. Sie ließ den Wagen in einer Kfz-Werkstatt ihrer Wahl reparieren. Die happigen Kosten von 2.300 Euro soll der untätige Händler begleichen.

Handelte die Geschädigte korrekt?

Ob dieses Verhalten rechtens war, ließ der BGH offen. Dieser Punkt wurde zur Klärung an die Vorinstanz zurückverwiesen.

Bei den Transportkosten ist das Urteil jedoch eindeutig. Die Halterin hat alles richtig gemacht. Sie kann nicht dazu verpflichtet werden, den nicht fahrbereiten Wagen auf eigene Kosten zu überführen.

Vielmehr sei der Verkäufer gemäß § 439 Absatz 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) dazu verpflichtet, die zum Zweck der Nacherfüllung erforderlichen Kosten – darunter auch Transportkosten – zu übernehmen.

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Sascha Rhode

Redakteur Sascha Rhode

Schreibt, seit er lesen kann. Seit 2012 ist er für CHECK24 auf Mission Kfz unterwegs. Privat steht er auf altes Eisen – auf vier wie zwei Rädern.

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