Ab 2018 Pflicht

Abgasuntersuchung für alle Autos

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aktualisiert am 29.04.2020
Foto: Getty Images

Ab 2018 ist die Abgasuntersuchung (AU) wieder für alle Gebrauchtwagen mit Verbrennermotor Pflicht.

Diese Änderung bei der Hauptuntersuchung (HU) hat der Gesetzgeber bereits im September besiegelt.

Wie wird untersucht?

Wird ein Fahrzeug künftig auf seine Verkehrstauglichkeit geprüft, findet obligatorisch eine Endrohrmessung bei laufendem Motor statt.

So sollen Probleme bei der Abgasreinigung – ob durch einen Defekt oder bewusste Manipulation verursacht – besser erkannt werden, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zur Erklärung der Novelle.

Bisher betraf die Endrohrmessung lediglich Fahrzeuge vor dem Baujahr 2006. Bei moderneren Autos lasen die Prüfer von TÜV, DEKRA, KÜS und GTÜ lediglich die Fahrzeugdiagnose aus. War sie unauffällig, galt die AU als bestanden.

Wer hat die Messung gefordert?

Mit der Sonderuntersuchung kommt die Politik entsprechenden Forderungen der Prüforganisationen nach. Diese hatten in der Vergangenheit immer wieder einen entsprechenden Handlungsbedarf dargestellt.

Durch schärfere Kontrollen fliegen mehr „Stinker” auf. Sie werden aus dem Verkehr gezogen. Das sorgt am Ende für bessere Luft. So lautet kurz gefasst die Argumentation der Befürworter.

Was sind die Probleme?

Das Problem: Manipulationen direkt ab Werk – wie im Diesel-Gate – werden auch durch eine Endrohrmessung nicht entlarvt.

Da die Fahrzeugelektronik merkt, dass das Auto auf einem Prüfstand steht, arbeitet das Abgasreinigungssystem perfekt. Der Dreck wird erst wieder bei normaler Fahrt in die Umwelt gepustet.

Eine Überprüfung von entsprechender Fahrzeugsoftware ist jedoch auch weiterhin im Rahmen der HU nicht vorgesehen.

Außerdem sind die aktuell verwendeten Abgas-Diagnosegeräte der Prüforganisationen gar nicht in der Lage, die gefährlichen Stickoxide – um die es beim Diesel-Skandal geht – zu erkennen.

Die zusätzliche Untersuchung wird demnach nur wenig „schwarze Schafe” entlarven.

Was kostet die Abgasuntersuchung?

Trotzdem wird es für die Autofahrer teurer. Ein DEKRA-Sprecher sagte laut Focus Online, die Mehrkosten für die Endrohruntersuchung bei der HU beliefen sich auf bis zu zwölf Euro.

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Sascha Rhode

Redakteur Sascha Rhode

Schreibt, seit er lesen kann. Seit 2012 ist er für CHECK24 auf Mission Kfz unterwegs. Privat steht er auf altes Eisen – auf vier wie zwei Rädern.

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