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Studie Wenige Chancen für E-Government - Bundesbürger bleiben zurückhaltend

München, | 13:56 Uhr | dgi

Die Studie "E-Government Monitor 2019" hat die Interaktion der Deutschen mit digitalen Behördenangeboten analysiert. Die Zahl der Nutzung steigt, ist jedoch immer noch weiter unter den Ergebnissen anderer Länder. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Bildung, so die Studie.

Mann am Computer Nur die Hälfte der Deutschen nimmt digitale Behördenangeboten wahr
Digitale Verwaltung, Online-Behörden und mehr: Das Thema E-Government spielt in Deutschland weiterhin eher eine untergeordnete Rolle. Das hat die aktuelle Studie „E-Government Monitor 2019" der Initiative D21 und des Forschungsinstituts des Freistaats Bayern für softwareintensive Systeme und Services herausgefunden. Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage von je 1.000 Teilnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
 
Das zentrale Ergebnisse der Studie: Die Nutzung des digitalen Verwaltungsangebots und Behördenleistungen online nimmt in Deutschland zu. Die Bundesrepublik befindet sich im Vergleich aber immer noch weit abgeschlagen hinter der Schweiz und Österreich. So nutzen 48 Prozent der deutschen Bundesbürger die Angebote von Behörden im Internet. Das ist ein Plus von acht Prozent im Vergleich zu 2018. In der Schweiz waren es 58 Prozent und in Österreich 70 Prozent. Die Nutzung unterliegt jedoch auch Schwankungen nach unten: So reduzierte sich die Nutzung in Österreich um vier Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.
   

 

E-Government in Deutschland: Viele Nutzer kennen neue eID-Funktionen nicht


Laut den Machern der Studie sind zwei Bereiche vorrangig dafür verantwortlich, dass es in Deutschland noch an der Nutzung des E-Governments hapert. So werden „viele Online-Angebote der Behörden nicht wahrgenommen, weil sie unübersichtlich strukturiert, gar nicht beziehungsweise nicht durchgängig angeboten werden oder eine zusätzliche Hardware erfordern.“ Auch die Bekanntheit vieler Angebote sei noch mangelhaft.
 
Darüber hinaus lässt die tatsächliche Nutzung der elektronischen Identifikation, der eID, noch zu wünschen übrig. So besitzen knapp 75 Prozent aller Nutzer einen Personalausweis, der eID ermöglicht. Gerade einmal 24 Prozent haben die Funktion auch aktiv. Davon nutzen nur 6 Prozent die Möglichkeit der eID. Das dafür erforderliche Lesegerät besitzen  7 Prozent der Bürger. Dass die Funktion auch per NFC-Schnittstelle für Android- und neuerdings auch Apple-Smartphones nutzbar ist, wussten weit mehr als die Hälfte der Nutzer nicht.
 
E-Government Monitor 2019 Studie

 
Interessant: Bei der Nutzung von E-Government-Angeboten scheint die Bildung eine wichtigere Rolle als das Alter zu spielen. So nutzen Bundesbürger mit einem hohen Abschluss (67 Prozent) die Dienste wesentlich häufiger als Nutzer mit einem niedrigen Abschluss (41 Prozent). Im Vergleich der Altersklassen sind die Unterschiede mit 51 Prozent (18-34 Jahre), 49 Prozent (35-54 Jahre) und 44 Prozent (55+ Jahre) weniger eindeutig.

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