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Massiver Stellenabbau bei Google-Tochter Motorola Mobility

München, 13.08.2012 | 12:50 | awa

Google strukturiert den frisch erworbenen Elektronikhersteller Motorola Mobility um und will im Zuge dessen insgesamt 4.000 Jobs streichen. Wie die New York Times berichtet, würde dies weltweit etwa jeden fünften Arbeitsplatz der Mobilfunksparte des Suchmaschinenkonzerns betreffen. Zwei Drittel der gefährdeten Stellen liegen dem Bericht zufolge außerhalb der USA. Zudem ist die Schließung von 94 Motorola-Mobility-Standorten weltweit geplant.

Nach der Motorola-Übernahme durch Google greifen weitreichende Umstrukturierungen - massenhaft Jobs fallen weg.

Nach der Motorola-Übernahme durch Google greifen weitreichende Umstrukturierungen - massenhaft Jobs fallen weg.

Künftig soll unrentablen Märkten der Rücken gekehrt und die Produktpalette auf wenige hochwertige Smartphone-Modelle beschränkt werden, sagte der von Google installierte Motorola-Mobility-Chef Dennis Woodside gegenüber dem Blatt. Er orientiert sich dabei an der erfolgreichen Strategie des Elektronikkonzerns Apple: Statt der 2011 vorgestellten 27 Mobilfunkgeräte soll es nur noch einige wenige, mit hochwertiger Technik ausgestattete Geräte geben. Diese Maßnahmen dienen dem Bericht zufolge vor allem einem Ziel: Motorolas Produkte sollen für Kunden künftig deutlich ansprechender werden.

Branchenkenner bezweifeln jedoch, dass der Plan aufgeht. 90 Prozent der Gewinne auf dem Handymarkt teilen sich Apple und Samsung, sagte der ehemalige Microsoft-Manager Charlie Kindel der New York Times. Alle anderen Wettbewerber wie Motorola, RIM, LG und Nokia müssten mit den übrigen zehn Prozent vorliebnehmen. Zudem gäbe es keine Anzeichen dafür, dass sich dieses Gefüge in absehbarer Zeit ändert. Seinen letzten erfolgreichen Coup landete Motorola im Jahr 2004 mit dem beliebten Motorola Razr. Seitdem, so ein Analyst des Marktforschungsunternehmens Forrester Research, habe sich das Unternehmen im Wettbewerb kontinuierlich verloren und dabei den Anschluss im Smartphone-Geschäft verpasst.

Die seit Mai bestehende Allianz von Google und Motorola wird vor allem von anderen Geräteherstellern, auf deren Smartphones oder Tablets ebenfalls Googles Betriebssystem Android läuft, skeptisch beäugt. Sie fürchten einen Wettbewerbsnachteil, da Motorola die neueste Version des Betriebssystems eher zur Verfügung gestellt werden könnte. Woodside bekräftigte jedoch gegenüber der New York Times das Versprechen, Motorola keine Vorteile durch die enge Verbindung zu Google verschaffen zu wollen.

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