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Facebooks Börsen-Fiasko: Ermittlungen gegen Investmentbank Morgan Stanley

München, 23.05.2012 | 18:01 | awa

Nachdem die Facebook-Aktie seit Erstemission am vergangenen Freitag stetig gefallen ist, wurden nun von US-amerikanischen Behörden Ermittlungen gegen die für den Börsengang zuständige Investmentbank Morgan Stanley eingeleitet. Die Bank soll exklusive Informationen über den zu erwartenden Gewinn nur an ausgewählte Großinvestoren weitergegeben und diese dadurch bevorzugt haben. Denn vor Börsenstart hatte Facebook laut Medienberichten Morgan Stanley bereits mitgeteilt, dass der Gewinn niedriger ausfallen würde als zuvor angenommen.

Das Lachen dürfte Marc Zuckerberg und Anlegern vergangen sein - die Facebook-Aktie stürzt ab. Foto: Facebook

Das Lachen dürfte Marc Zuckerberg und Anlegern vergangen sein - die Facebook-Aktie stürzt ab. Foto: Facebook

Diese Senkung der Gewinnprognose allein ist kein Vergehen, die Weitergabe der Information an ausgewählte Kreise hingegen schon, berichtet Süddeutsche.de. Dadurch hätte Morgan Stanley einigen Großinvestoren einen Wissensvorsprung verschafft. Sowohl die US-Börsenaufsicht SEC als auch die Regulierungsbehörde für die Finanzindustrie Finra untersuchen die Begleitumstände des Facebook-Börsengangs. Zudem habe laut Spiegel Online die Bank die Nachfrage für Facebook-Aktien deutlich überschätzt und zu viele Papiere ausgegeben, was zum Wertverlust bei Aktien führen kann.

Neben Morgan Stanley waren auch die Bankinstitute Goldman Sachs und JP Morgan als sogenannte 'underwriter' von Facebook für den Börsengang beauftragt worden. Sie sollten Käufer für die Papiere finden und als Stützungskäufer fungieren, falls nicht genügend Anleger gefunden werden könnten. Wie Süddeutsche.de berichtet, musste Morgan Stanley als führende Bank bereits am Freitag enorme Stützungskäufe tätigen, um ein Abrutschen der Facebook-Aktie unter den Ausgabepreis zu verhindern.

Am vergangenen Freitag war der Börsengang des weltweit größten Sozialen Netzwerkes mit einem Ausgabepreis von 38 US-Dollar pro Aktie gestartet worden. Nachdem sich der Aktienwert am Freitag zunächst positiv entwickelte und zum Börsenschluss sogar mit einem leichten Plus notierte, setzte bereits am Montag die Talfahrt ein. Die Papiere verloren zum Wochenstart zunächst elf Prozent und gingen am Dienstag mit eine weiteren Minus von neun Prozent aus dem Handel. Damit führt Facebook die Negativliste der schlechtesten Börsenstarts eines Milliarden-Unternehmens nach nur drei Handelstagen an.

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