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Strompreise: Debatte nach Energiegipfel neu entfacht

München, 24.05.2012 | 12:34 | mbu

Die Strompreise sorgen wieder für Aufregung. Verbraucherschützer und Wirtschaft verlangen von der Politik klare Aussagen zu den erwarteten Kostensteigerungen in den kommenden Jahren. Handelsblatt und Bild-Zeitung werfen der Kanzlerin eine "Strompreis-Lüge" vor.

Die steigenden Strompreise haben pünktlich zum Energiegipfel eine neue Diskussion entbrennen lassen.

Die steigenden Strompreise haben pünktlich zum Energiegipfel eine neue Diskussion entbrennen lassen.

Die Blätter rechnen vor, dass sich die Summe, die der Staat über Steuern und Abgaben bei den Stromkunden eintreibt, in den vergangenen 15 Jahren fast verzehnfacht hat. Zwar ist auch der Stromverbrauch in Deutschland gestiegen, dennoch bleibt unterm Strich eine massive Steigerung der Abgabenlast. Allein die Förderkosten für Ökostrom belasten laut Bild einen Durchschnittshaushalt mit mehr als 120 Euro jährlich - das entspricht laut bild.de eine Steigerung von 1400 Prozent seit 2001. Für das kommende Jahr erwarten die Übertragungsnetzbetreiber einen weiteren Anstieg der EEG-Umlage, mit der die Förderkosten auf die Stromkunden verteilt werden.

Hinzu kommen steigende Netzgebühren. Zudem ist auch eine neue Umlage für den Ausbau der Offshore-Windenergie im Gespräch. Privatkunden und kleine Gewerbetreibende werden durch die steigenden Abgaben besonders hart getroffen, da es für energieintensive Industriebetriebe Ausnahmeregelungen gibt. Weil diese weniger zahlen müssen, steigen die Kosten für die übrigen Verbraucher umso stärker. Mieterbund-Chef Lukas Siebenkotten verlangt deshalb von der Regierung eine klare Auskunft über zu erwartende Preissteigerungen. Auch der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel, fordert Planungssicherheit bei den Strompreisen.

Kanzlerin Angela Merkel hatte beim Beschluss der Energiewende weiterhin bezahlbare Strompreise versprochen. Die Kritiker werfen ihr nun angesichts der für die kommenden Jahre prognostizierten Preissteigerungen vor, dieses Versprechen gebrochen zu haben. Allerdings gibt es auch Stimmen, die in der Energiewende nicht den alleinigen Grund für Preissteigerungen sehen. So belegt eine Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe den preisdämpfenden Effekt der erneuerbaren Energien zu Spitzenlastzeiten. Die EU rechnet in ihrer Energy Roadmap 2050 damit, dass die Strompreise durch einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien nach 2030 wieder sinken und langfristig günstiger ausfallen als ohne Energiewende.

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