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Atommüll-Endlager: Gabriel will Gorleben nicht von Suche ausschließen

München, 24.07.2012 | 17:30 | tei

Die Diskussion um die Suche nach einem geeigneten Endlager für Atommüll wird neu entfacht: Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sprach sich dagegen aus, den Salzstock im niedersächsischen Gorleben komplett von der Debatte auszuschließen. Die Endlager-Suche könne nicht seriös betrieben werden, wenn der Standort Gorleben aus politischen Gründen bereits im Vorfeld ausscheide, sagte Gabriel am Montag gegenüber der Presse.

Gabriel will Gorleben nicht von Endlager-Suche für Atommüll ausnehmen

Atomkraftwerk: SPD-Chef Gabriel will Gorleben nicht im Vorfeld als Endlager für Atommüll ausschließen.

Allerdings dürfe der Salzstock aktuell nicht weiter erkundet werden. Vielmehr könne er auf jeder weiteren Etappe der Suche aufgrund von schlechteren geologischen Eigenschaften aus dem Kreis der möglichen Atommülllager ausscheiden, so der SPD-Chef weiter. Mit dieser Aussage stellte sich Gabriel auch gegen die niedersächsischen Sozialdemokraten. Stephan Weil, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat für die im kommenden Jahr anstehende Landtagswahl, sagte Medienberichten zufolge, dass Gorleben keine Rolle spielen dürfe. Der Salzstock sei als Endlager geologisch nicht geeignet.

Unterstützung erhielt Gabriel indes vom baden-württembergischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Nach einem Treffen mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) in Stuttgart sagte Kretschmann, dass Gorleben weiterhin Bestandteil des Suchprozesses sei. Die Eignung des Salzstocks müsse im Vergleich zu anderen Standorten geprüft werden. Er sei überzeugt, dass ein politischer Konsens darüber zustande komme, wie die Suche nach einem geeigneten Endlager organisiert werden könne.

Altmaier sagte, er wolle bald eine Lösung für die heiß diskutierte Endlagersuche präsentieren. In den nächsten Tagen und Wochen werde es zu einer Einigung kommen, so der Minister. Altmaier hatte angekündigt, das Thema im Juli mit allen Bundestagsfraktionen und den Länderregierungen besprechen zu wollen. Der Salzstock in Gorleben ist aufgrund möglicher Sicherheitsmängel bereits seit Jahren umstritten. Im Zuge des Atomausstiegs hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, mehrere Standorte ergebnisoffen zu prüfen. Ursprünglich war eine Einigung im März vorgesehen.

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