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Erneuerbare Energien: Förderkosten steigen stärker als erwartet

München, 14.06.2012 | 16:44 | mbu

Verbraucher werden durch die Förderung der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren stärker belastet als bisher angenommen. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf ein Strategiepapier des Bundesumweltministeriums berichtet, werden sich die Subventionen für die Anlagen, die Ökostrom produzieren und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert werden, bis 2031 auf 150 Milliarden Euro summieren. In dieser Rechnung sind nur die Anlagen enthalten, die bis Ende 2011 installiert wurden.

Die Förderung der erneuerbaren Energien kommt die Verbraucher teurer zu stehen als erwartet.

Die Förderung der erneuerbaren Energien kommt die Verbraucher teurer zu stehen als erwartet.

85 Milliarden Euro entfallen allein auf die Solarförderung. Bisher war die Bundesregierung lediglich von einer Fördersumme von 100 Milliarden ausgegangen. Die Steigerung könnte sogar noch heftiger ausfallen, wenn der Börsenstrompreis weiter sinkt. Denn die Produzenten von Ökostrom erhalten - je nach Anlagentyp - über 15 oder 20 Jahre eine festgelegte Einspeisevergütung für jede Kilowattstunde. Die Differenz zum niedrigeren Börsenpreis wird als Förderung draufgelegt und als EEG-Umlage an die Stromkunden weitergegeben. Wenn der Börsenstrompreis sinkt, wächst die Differenz und damit die Fördersumme.

Laut dem Bericht ist im Papier des Umweltministeriums von einer besorgniserregenden Entwicklung die Rede. Die Subventionen könnten demnach auf bis zu 190 Milliarden Euro klettern. Alle Studien seien bisher von langfristig steigenden Börsenstrompreisen ausgegangen. Auch eine Kürzung der Fördersätze kann an dem Problem nichts mehr ändern. Sie würde sich nur auf die nach ihrem Inkrafttreten installierten Anlagen auswirken. Die Einspeisevergütung für bereits ans Netz gegangene Windräder oder Solarzellen kann dagegen rückwirkend nicht mehr verringert werden.

Angesichts der bereits erfolgten und der zu erwartenden Preissteigerungen ist in den vergangenen Wochen eine Debatte über die soziale Gerechtigkeit der Energiewende entbrannt. Der Paritätische Gesamtverband hatte auf die zunehmenden Probleme von Hartz IV-Empfängern, Rentnern und Geringverdienern durch die stark gestiegenen Strompreise hingewiesen. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte in diesem Zusammenhang auch Entlastungsregelungen für energieintensive Unternehmen, deren Kosten die privaten Verbraucher tragen müssen.

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