EEG-Umlage: Was Privathaushalte für die Industrie bezahlen
München, 30.08.2012 | 16:54 | rfi
Der Bund Deutscher Industrie (BDI) verteidigt die Sonderbehandlung der energieintensiven Unternehmen bei der EEG-Umlage. Eigenen Berechnungen zufolge sei die Zusatzbelastung für Privathaushalte nicht sehr hoch. Dafür würden Arbeitsplätze in Deutschland gesichert.
Der Preisaufschlag für Privathaushalte beträgt laut BDI nur 2,50 im Monat
Es sei ein guter Beitrag für die Arbeitsplätze in Deutschland, erklärt BDI-Präsident Hans-Peter Keitel. „Der Strompreis ist einer der höchsten in Europa“, gibt Keitel zu. Ein großer Teil sei jedoch abhängig von politischen Belastungen, also Steuern und Abgaben. Der BDI habe ermittelt, dass die Ausnahmeregelung für die Industrie monatlich nur mit 2,50 Euro auf die Stromrechnung von Verbrauchern aufschlage. Damit sei die Sonderbehandlung nicht der alleinige Grund für die hohen Preise. Anlässlich des Treffens zur Energiewende im Bundeskanzleramt Anfang der Woche zog Keitel daher eine positive Bilanz. Zusammen mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU), Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Peter Altmaier (CDU) sowie Vertretern aus anderen Wirtschafts- und Sozialverbänden wurde in Berlin über das weitere Vorgehen in Sachen Energiewende verhandelt.
Im Vorfeld hatte es Forderungen nach einer Abschaffung des Privilegs für Unternehmen, die mehr als eine Gigawattstunde Strom im Jahr verbrauchen gegeben. Diese zahlen ab der ersten Gigawattstunde nur zehn Prozent der EEG-Umlage, ab der zehnten nur noch ein Prozent. Ab 100 Gigawattstunden pro Jahr gibt es eine Deckelung bei 0,05 Prozent. Es häuft sich die Kritik, dass die Energiewende so auf dem Rücken der Verbraucher ausgetragen werde. Auch die Grünen sind der Meinung: die Industrie muss sich mehr an der Energiewende beteiligen. „Sehr viele Unternehmen profitieren durch sinkende Strombeschaffungspreise an der Börse sowieso schon vom Ausbau der erneuerbaren Energien. Und nun werden diese zusätzlich noch von der Bundesregierung beschenkt“ wird ihr Gürnen-Energieexperte Hans-Josef Fell in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zitiert.
Doch die Sonderkonditionen für die Industrie bleiben, darauf haben sich die Teilnehmer des Energiegipfels geeinigt. Derweil beantragen immer mehr Unternehmen die Ausnahme von der EEG-Umlage. Die so fehlenden Einnahmen schlagen wiederum auf der Stromrechnung der privaten Verbraucher auf. Die Bundesregierung wolle die zusätzlichen Kosten, die durch die Befreiung der Unternehmen entstehen, noch nicht beziffern, heißt es in einem Bericht des Handelsblatts. Es sei noch nicht klar, wie viele Anträge genehmigt würden. Außerdem sei der tatsächliche Stromverbrauch der Firmen erst am Ende des nächsten Jahres klar und die Höhe der Umlage sei auch noch nicht festgelegt. Die Höhe der Umlage im kommenden Jahr wird erst am 15. Oktober bekannt gegeben.
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