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Bundesnetzagentur-Chef verteidigt steigende Strompreise

München, 09.10.2012 | 16:28 | rfi

Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann hält einen deutlichen Anstieg der Strompreise für unvermeidbar. Der Süddeutschen Zeitung (SZ) sagte er am Mittwoch in einem Interview, mehr Strom aus erneuerbarer Energie, höhere konventionelle Kraftwerksreserven und größere Netzkapazitäten seien nicht zum Nulltarif zu haben. Grund für den Preisanstieg sei die bevorstehende Erhöhung der EEG-Umlage für 2013 - die Höhe der Abgabe schätzt Homann auf über fünf Cent pro Kilowattstunde.

Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, rechnet mit einem Anstieg der Ökostrom-Umlage. Foto: BNetzA

Der Behördenchef rechnet zukünftig außerdem mit einem Anstieg der Netzentgelte, da weitere Investitionen in Stromleitung notwendig wären. Homann sprach sich außerdem dafür aus, die Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Bau neuer Stromtrassen zu beschleunigen. Der Ausbau sei bei gleichbleibender Versorgungssicherheit für die Energiewende unabdingbar. Er schlug vor, eine zentralisierte Genehmigungsbehörde zu schaffen. Diese solle immer dann zuständig sein, wenn eine Stromtrasse durch mehrere Bundesländer hindurch gebaut werden müsse. Derzeit muss jedes einzelne Bundesland separat über den Bau neuer Leitungen entscheiden.

Im SZ-Interview wies Homann auch darauf hin, dass durch den im Rahmen der Energiewende beschlossenen Atomausstieg keine Blackouts zu befürchten seien. Er räumt zwar ein, dass das Netz durch den Wegfall der 2011 stillgelegten Atomkraftwerke stärker belastet sei. Doch die meisten Kernkraftwerke seien noch am Netz. Zudem müssten Verbraucher keine Angst vor Blackouts haben: Von diesen minimalen Kurzzeit-Stromausfällen würden private Haushalte gar nichts bemerken, sagte der Netzagentur-Präsident.

Auch auf mögliche Engpässe bei der Energieversorgung sei man vorbereitet. Um auf extreme Kälteperioden und etwaige Gas-Lieferengpässe im kommenden Winter ausreichend vorbereitet zu sein, würde mehr Energie aus Reserve-Kraftwerken bereitgehalten. Diese Reserveleistung wurde von 1.600 Megawatt auf 2.000 Megawatt angehoben - im Bedarfsfall könne man auf diese Kapazitäten zurückgreifen, so Homann.

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