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EEG-Streit: Altmaier lehnt Stromsteuersenkung ab

München, 08.10.2012 | 16:55 | rfi

Angesichts der bevorstehenden Festlegung der EEG-Umlage für 2013 ist die Diskussion um die Strompreise in vollem Gang. Medienberichten zufolge will Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) die Stromsteuer senken, wenn die Kosten durch eine höhere Umlage massiv steigen sollten. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) erteilte diesen Plänen jedoch eine Absage. Er sehe keine Möglichkeit, auf die Steuereinnahmen zu verzichten. Aktuellen Prognosen unterschiedlicher Industrieverbände zufolge wird die EEG-Umlage von derzeit 3,59 auf über 5 Cent pro Kilowattstunde ansteigen.

Geldscheine kommen aus der Steckdose

Altmaier möchte die Stromsteuer auch bei steigender EEG-Umlage aufrechterhalten.

Währenddessen warnte EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) vor einer weiteren Strompreiserhöhung. Dies sei weder für die Verbraucher noch für die Industrie vertretbar, sagte Oettinger der Berliner Zeitung (B.Z.) am Wochenende in einem Interview. Die Verbraucher würden es nicht unbegrenzt akzeptieren, die Kosten der Energiewende über ihre Rechnung mitzutragen. Zudem habe die Befreiung von der EEG-Umlage für immer mehr Industriebetriebe ihre Grenzen, so der Energieexperte der EU-Kommission.

Die Befreiung für stromintensive Unternehmen wird häufig kritisiert, da sie von den übrigen Verbrauchern mitbezahlt werden muss. Verbraucherschutzverbände fordern daher eine Abschaffung des Industrieprivilegs. Der Aluminiumhersteller Norsk Hydro hingegen hält die Ausnahmen für unverzichtbar. Aufgrund der enormen Energiekosten würde sich hierzulande ein Betrieb ohne die Privilegien nicht mehr rentieren würde, sagte Vorstandsmitglied Oliver Bell dem Online-Portal des Nachrichtenmagazins Stern. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt in einer eigenen Mitteilung vor einem möglichen Umzug von Unternehmen ins günstigere Ausland.

Deren Höhe für 2013 wird voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche bekannt gegeben. Steigt die EEG-Umlage wie erwartet, wird eine Strompreiserhöhung kaum vermeidbar sein. Es sei denn, Bundeswirtschaftsminister Rösler setzt seinen Vorschlag der Stromsteuersenkung durch. Dies würde auch der DIHK begrüßen. Denn die Stromsteuer hatte ursprünglich den Sinn, eine ökologische Lenkungswirkung hin zu einem geringeren Stromeinsatz zu erwirken. Durch die inzwischen gestiegenen Preise würde diese Wirkung ohnehin erreicht.

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