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Privatversicherer wehren sich gegen Bericht über Zustrom zu Krankenkassen

München, 10.01.2012 | 18:22 | tei

Der Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV) wehrt sich gegen einen Spiegel-Bericht, nach dem mehr Privatversicherte zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln würden als in den Jahren zuvor. Den Artikel hatte das Nachrichtenmagazin am vergangenen Sonntag veröffentlicht.

Die Zahl der Privatversicherten die den Weg zurück zu den gesetzlichen Krankenkassen suchen steigt.

Die Zahl der Privatversicherten die den Weg zurück zu den gesetzlichen Krankenkassen suchen steigt.

"Tatsache ist, dass jedes Jahr weitaus mehr gesetzlich Versicherte in die private Krankenversicherung wechseln als umgekehrt", sagte PKV-Sprecher Stefan Reker den Stuttgarter Nachrichten. Sollten die gesetzlichen Krankenkassen den Anschein einer gegenläufige Tendenz erwecken wollen, sie dies unseriös. Erstaunlich ist vor allem die Vehemenz der Reaktion der privaten Versicherer, denn eine solche Aussage findet sich in dem Bericht des Spiegel gar nicht.

Das Nachrichtenmagazin spricht lediglich von einem Anstieg der Zahl der wechselwilligen Privatversicherten hin zur gesetzlichen Krankenversicherung, nicht aber von einem komplett gegenläufigen Trend. So wechselten im vergangenen Jahr etwa 27.600 Privatversicherte in die Barmer GEK, das sind neun Prozent mehr als noch 2010. Auch die Techniker Krankenkasse verzeichnete diesbezüglich einen Zuwachs von knapp zwölf Prozent. Wilfried Jacobs, Vorstandvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, bestätigte gegenüber dem Spiegel, dass sich die Anfragen von Privatversicherten zu einem Wechsel in die AOK häufen würden.

Zum 1. Januar 2012 hatten viele private Krankenversicherungen massiv die Beiträge erhöht, zum Teil um bis zu 50 Prozent. Dies könnte etliche Privatversicherte dazu animiert haben, den Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu suchen. Normalerweise ist dieser Weg nur in Ausnahmefällen gestattet. Ein Krankenkassenmanager bestätigte jedoch dem Spiegel, dass die Kassen wechselwilligen Privatversicherten dabei helfen würden, diverse Schlupflöcher zu finden, um einen Übertritt realisieren zu können.

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