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DKV will mehr Transparenz beim Tarifwechsel

München, 21.03.2012 | 15:32 | tei

Die Deutsche Krankenversicherung (DKV) hat auf den wachsenden Druck von Seiten der Politik und der Verbraucherschützer reagiert: Ab kommenden Herbst will die Ergo-Tochter ihren Kunden via Internet individuell anzeigen, in welche alternativen Tarife sie wechseln können. Ein Wechsel in einen gleichwertigen Tarif des eigenen privaten Krankenversicherers ist ein gesetzlich verankertes Recht der Kunden - wird aber von den Unternehmen kaum gefördert, da sie dadurch häufig geringere Beitragseinnahmen hätten.

DKV-Hauptverwaltung in Köln: Der private Versicherer gab dem steigenden Druck der Politik nach. Foto: DKV

DKV-Hauptverwaltung in Köln: Der private Versicherer gab dem steigenden Druck der Politik nach. Foto: DKV

Die mangelnde Transparenz war in der Vergangenheit wiederholt kritisiert worden. In letzter Zeit stieg der politische Druck auf die Branche. Vor allem die SPD und die Grünen präferieren eine komplette Abschaffung des dualen Systems, in dem gesetzliche und private Krankenversicherung nebeneinander existieren. Auch innerhalb der CDU steigt die Zahl der Gegner der aktuellen Regelung.

DKV-Vorstandschef Clemens Muth sagte der Financial Times Deutschland, man müsse auf die kritischen Stimmen, die sich mit dem System der privaten Krankenversicherung auseinandersetzen, eingehen. Er räumte ebenfalls ein, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Ab Frühjahr des kommenden Jahres soll der Kundenservice weiter ausgebaut werden: Dann können sich die DKV-Versicherten direkt darüber informieren, welcher Tarif wie viel kostet.

Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht Muth auch beim Thema Leistungsumfang. Es müsse innerhalb der gesamten Branche ein Mindeststandard festgelegt werden. Diese Aussage richtet sich augenscheinlich an andere private Krankenversicherer, die nach wie vor Billigtarife anbieten. Diese bieten zum Teil einen geringeren Schutz als die gesetzliche Krankenversicherung. Hierfür müssten die Unternehmen im Zweifelsfall jedoch auch auf Einnahmen verzichten: "Wir müssen manchen Menschen sagen, dass sie in der gesetzlichen Krankenversicherung einfach besser aufgehoben sind", so Muth.

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