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Mobilfunk: Roaming-Gebühren im EU-Ausland sinken

München, 02.07.2012 | 12:16 | awa

Verbraucher zahlen bei Telefonaten im EU-Ausland seit Sonntag geringere Roaming-Gebühren: Mit Wirkung zum 1. Juli 2012 sind die neuen Preisobergrenzen der EU für Mobilfunk im EU-Ausland in Kraft getreten. Ab sofort kosten Gespräche maximal 35 Cent pro Minute und SMS pro Stück maximal elf Cent. Wer Anrufe annimmt, wird mit höchstens noch zehn Cent pro Minute zur Kasse gebeten. Erstmals wurden auch die Kosten bei der Datenübertragung gedeckelt: Mehr als 83 Cent pro Megabyte dürfen Provider im EU-Ausland nicht in Rechnung stellen.

Zum Ferienstart senken die Mobilfunkanbieter gemäß einer EU-Vorgabe die Preise für Handynutzung im EU-Ausland.

Zum Ferienstart passen die Mobilfunkanbieter gemäß einer EU-Vorgabe die Preise für Handynutzung im EU-Ausland an.

Neu ist zudem, dass der bereits 2010 von der EU festgelegte maximale Rechnungsbetrag für die mobile Internetnutzung im EU-Ausland ab sofort auch außerhalb der Europäischen Union gilt. Die Obergrenze bleibt wie bisher bei 59,60 Euro bestehen. Durch diesen Kostendeckel sind Verbraucher vor extrem hohen Rechnungen geschützt, da die Internetverbindung vom Provider bei Erreichen der Preisgrenze getrennt wird. Bei 80 Prozent des Limits erhält der Kunde außerdem eine entsprechende Warnung. Verbraucher können die Verbindungssperre zwar auf Wunsch aufheben lassen, müssen jedoch den weiteren Verbrauch zahlen. Innerhalb der EU fallen nicht mehr als 83 Cent pro Megabyte an, außerhalb der EU können es bis zu 20 Euro pro Megabyte sein.

Die diesjährige Gebührensenkung soll jedoch nicht die letzte gewesen sein: Die EU will die Preisobergrenze bis 2014 jeweils zum ersten Juli kontinuierlich senken. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, soll der Kostendeckel ab 2014 „eingefroren“ werden und bis 2017 gelten. Die zuständige EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, plant jedoch eine weitere Senkung: Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus sagte sie, dass Handytelefonate im Ausland ab 2015 nicht teurer sein sollen als im Inland.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, begrüßen indes die neue EU-Verordnung. Die Vorgabe sorge für eine Balance zwischen Verbraucherschutz und den Interessen der Mobilfunkanbieter, so Homann. Diese hatten die Pläne der EU bereits im Vorfeld scharf kritisiert. So warnten sowohl René Schuster, Chef der Telefónica Germany (o2), als auch Vodafone-Geschäftsführer Vittorio Colao auf dem Mobile World Congress in Barcelona , dass starke Regulierungen auch Investitionen - zum Beispiel in die neue Mobilfunktechnologie LTE - behindern würden.

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