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LTE: Netzausbau durch Bundesnetzagentur verzögert

München, 17.08.2012 | 11:15 | awa

Die Mobilfunkanbieter bauen die LTE-Netze immer weiter aus - und trotzdem geht es nicht wirklich voran: Denn die Bundesnetzagentur kommt mit den notwendigen Genehmigungsverfahren nicht hinterher. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, kann die Behörde den Anschluss von neuen Antennen an die Mobilfunknetze nicht schnell genug durchwinken. Die Anbieter investieren Milliarden und liegen aufgrund der Verzögerungen weit hinter ihren Planungen zurück. Nun haben sie sich bei Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) beschwert.

Muster ohne Wert ? viele LTE-Stationen dürfen wegen fehlender Frequenzzuweisung noch nicht funken.

Muster ohne Wert - viele LTE-Stationen dürfen wegen fehlender Frequenzzuweisung noch nicht funken.

Vodafone und o2 haben zudem Brandbriefe an die Netzagentur gesendet und die aktuelle Entwicklung kritisiert. Doch die seit Monaten andauernde Diskussion zwischen den Unternehmen, der Bonner Regulierungsbehörde und dem Ministerium verläuft bis dato ergebnislos. Dem Bericht zufolge stapeln sich mehr als 8.000 unbearbeitete Anträge auf Frequenzzuteilung bei der Bundesnetzagentur. Eine Genehmigung lasse oft länger als fünf Monate auf sich warten. Die gesetzlich vorgeschriebene Frist für das Zulassungsverfahren liegt hingegen bei sechs Wochen.

Lösungsvorschläge seitens der Netzagentur, wie die Beschäftigung externer Mitarbeiter oder ein elektronisches Verfahren, erzielten bisher nicht die erhoffte Wirkung. Externe Mitarbeiter wurden wegen rechtlicher Bedenken abgelehnt, die Einführung der elektronischen Bearbeitung wird von der Behörde regelmäßig verschoben. Man arbeite an einer Lösung, sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur gegenüber der FTD. Die Schaffung neuer Stellen soll nun zunächst Abhilfe schaffen.

Im europäischen Vergleich entwickelt sich der Netzausbau in Deutschland dennoch schnell. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des European Information Technology Observatory (EITO), die vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Auftrag gegeben worden war. Demnach seien bis 2016 rund 41 Prozent der Verbraucher in Deutschland mit LTE versorgt - und die Bundesrepublik läge damit über dem westeuropäischen Durchschnitt (37 Prozent). Aktuell liegt die Telekom jedoch bis zu 60 Prozent unter ihren Ausbauplänen für 2012. Auch der designierte Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum geht laut FTD davon, dass heute bereits viele Millionen Haushalte mehr versorgt sein könnten.

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