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Umsätze fallen: Bitkom kritisiert Regulierung der Bundesnetzagentur

München, 30.07.2012 | 17:40 | awa

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat Kritik an der Bundesnetzagentur geübt. In einer Mitteilung vom Montag hieß es, durch das kontinuierliche Absenken der Roaming-Gebühren und der Terminierungsentgelte im Inland, die Netzbetreiber für die Schaltung von Gesprächen zu einem Fremdnetz erheben, würden dem Mobilfunkmarkt finanzielle Mittel entzogen. Hintergrund der Kritik sind aktuelle vom Branchenverband veröffentlichte Zahlen zur Mobilfunknutzung in Deutschland.

Deutsche telefonieren bis zu 196 Minuten pro Monat mit ihrem Handy - dennoch sinken die Einnahme der Anbieter.

Deutsche telefonieren bis zu 196 Minuten pro Monat mit ihrem Handy - dennoch sinken die Einnahme der Anbieter.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Provider 2011 bei Gesprächsstunden im Mobilfunkbereich demnach zwar ein Plus von 4,7 Prozent. Trotz der steigenden Nachfrage sind die Erlöse der Mobilfunkbetreiber mit Sprachdiensten jedoch rückläufig. 2011 fielen die Umsätze um sieben Prozent auf 15,2 Milliarden Euro - für 2012 rechnet der Bitkom mit einem weiteren Minus von vier Prozent auf 14,6 Milliarden Euro.

Als Grund dafür führte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder in der Mitteilung einerseits die Nutzung beliebter Tarifmodelle wie Flatrates oder Zeitvolumen an, durch die Gespräche von Mobilfunknutzern nicht nutzungsabhängig, sondern pauschal abgerechnet werden. Andererseits nannte er aber auch die Eingriffe der Regulierungsbehörden sowie den intensiven Wettbewerb. Zuletzt wurden die Roaming-Gebühren zum 1. Juli 2012 gemäß der EU-Vorgabe angepasst. Durch diese Verordnung werde das Gleichgewicht zwischen dem Grundsatz des Verbraucherschutzes und den Interessen der Mobilfunkanbieter gewahrt, sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, in einer Mitteilung von Ende Juni.

Insgesamt haben die Deutschen im vergangenen Jahr 3,2 Milliarden Stunden mit Handytelefonaten verbracht. Auf jeden Bundesbürger entfallen somit durchschnittlich 40 Stunden im Jahr beziehungsweise 196 Minuten pro Monat. 2005 telefonierten die Deutschen mit lediglich 87 Minuten pro Monat noch deutlich weniger. Nach eigenen Angaben telefonieren deutsche Handybesitzer ab 14 Jahren täglich mit ihrem Mobilfunktelefon. Die zugrunde liegenden Zahlen wurden vom European Information Technology Observatory sowie vom Marktforschungsinstitut Aris im Auftrag des Bitkom erhoben.

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