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Girokonto für jedermann: EU fordert Bankkonto für alle

München, 19.07.2011 | 12:15 | sbi

Medienberichten zufolge verlangt die Europäische Union für jeden EU-Bürger ein Anrecht auf ein eigenes Konto. Der Grund für diese Forderung des EU-Binnenmarktsekretärs Michael Barnier ist der Umstand, dass etwa 30 Millionen Europäer kein Bankkonto besitzen.

Girokonto für jedermann: EU fordert Bankkonto für alle

Bankkonto für alle: Das Recht auf ein Girokonto für jedermann soll in der EU durchgesetzt werden.

Barnier verkündete am Montag in Brüssel, dass Banken notfalls vom Gesetzgeber zur Vergabe von Bankkonten an Arbeitslose und verschuldete Mitbürger gezwungen werden sollen. Jeder Verbraucher müsse mindestens über ein Basiskonto verfügen, welches die grundlegenden Zahlungsfunktionen ausführen kann.

„Der Zugang zu einem Bankkonto ist für den Bürger unerlässlich geworden, wenn er am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben einer modernen Gesellschaft voll teilhaben möchte, zumal die Verwendung von Bargeld stark rückläufig ist", so die EU-Kommission. Vorerst belassen es die Zuständigen jedoch bei einer Empfehlung an die Banken. Wenn sich binnen eines Jahres jedoch nichts verändert, soll das Konto für alle Europäer per gesetzliche Regelung durchgesetzt werden.

Schon seit Jahren fordern Verbraucherschützer, Bundesregierung und EU-Kommission das Girokonto für jedermann. In Deutschland unterliegen Banken und Sparkassen einer unverbindlichen Empfehlung - nach Berichten der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) existieren in der Bundesrepublik mittlerweile insgesamt 2,1 Millionen Girokonten für jedermann. Dennoch soll eine rechtlich verbindliche Selbstverpflichtung der Banken durchgesetzt werden. Nach Schätzungen der Bundesregierung verfügt allein in Deutschland eine Anzahl von Bürgern im „mindestens sechsstelligen Bereich“ kein eigenes Girokonto. Die Angaben beruhen auf einem Regierungsbericht vom Dezember 2008.

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