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Gazprom: Großkunden erhalten Geld zurück

München, 11.09.2012 | 18:03 | rfi

Gazprom zahlt seinen Großkunden bis spätestens Ende des Jahres insgesamt rund eine Milliarde Euro zurück. Das teilte der Vize-Chef des Unternehmens, Alexander Medwedew, Anfang der Woche in Moskau mit. Medienberichten zufolge erhält der deutsche Energiekonzern E.ON den Löwenanteil der Summe.

Gazprom: Rückzahlungen für E.ON und weitere Großkunden

Der russische Konzern Gazprom gerät immer weiter unter Druck

Erst im Juli wurde bekannt, dass E.ON günstigere Lieferverträge mit dem russischen Gasproduzenten ausgehandelt hatte, was dem deutschen Versorger ein verbessertes Halbjahresergebnis bescherte. Über die genaue Summe ist bislang allerdings nichts bekannt. Die Gazprom-Rückzahlung sei in den Gewinnprognosen für die ersten sechs Monate dieses Jahres bereits berücksichtigt, die Erwartung für das gesamte Jahr werde dadurch nicht verändert. Dies teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur Reuters nach Bekanntwerden der Gazprom-Rückzahlungsrunde mit.

Es ist bereits die zweite Rückzahlung in diesem Jahr: Im ersten Quartal 2012 hatte Gazprom schon etwa 1,9 Milliarden Euro an Gasversorger in Europa überwiesen. Dies ließ den Konzerngewinn in den ersten Monaten des Jahres 2012 um etwa ein Viertel auf insgesamt rund 8,8 Milliarden Euro zurückgehen. Ein Grund für die Rückzahlungen sind Vertragsänderungen mit den europäischen Großkunden. Diese hatten Gazprom unter Druck gesetzt, da die Nachfrage auf dem Gasmarkt gesunken ist – was unter anderem auch daran liegt, dass etwa in den USA neue Gasvorkommen erschlossen wurden.

Trotz Vertragsanpassungen und Rückzahlungen an die europäischen Großversorger steht Gazprom weiterhin unter Kartellverdacht. Die EU-Kommission hat dazu vor wenigen Tagen ein Verfahren gegen den russischen Gasriesen eingeleitet. Der Konzern soll seine Marktmacht missbraucht haben, um den Gasmarkt in Ost- und Mitteleuropa zu kontrollieren und Gas künstlich zu verteuern. Gazprom bestreitet die Vorwürfe, zeigt sich aber gesprächsbereit. Wie die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins Focus am Dienstag berichtete, plant Medwedew ein Treffen mit dem Vize-Kommissar für Wettbewerbsfragen, um die Vorwürfe zu diskutieren.

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