Gaspreiserhöhung bei 90 Versorgern im August und September
München, 20.07.2011 | 11:39 | bri
Im August und September 2011 planen 90 Gas-Grundversorger, ihre Gaspreise um bis zu 29 Prozent (380 Euro) zu erhöhen. Im Schnitt liegt die Erhöhung bei elf Prozent. Ein Vier-Personen-Haushalt (Verbrauch 20.000 kWh) muss deshalb im Jahr durchschnittlich 144 Euro mehr bezahlen. Das zeigt eine Analyse der Energiepreisveränderungen in der Grundversorgung durch CHECK24.

Gas wird teurer: 90 Grundversorger planen im August und September eine Gaspreiserhöhung.
Der CHECK24 Gaspreisindex zeigt, dass der durchschnittliche Preis für Gas in Deutschland von Juni 2010 bis Juli 2011 um 4,6 Prozent gestiegen ist. Die Preise der Grundversorger wurden im Schnitt um 4,6 Prozent, die günstigsten Alternativtarife im Durchschnitt um 4,6 Prozent teurer. Um 4,4 Prozent mehr verlangen die jeweils zehn günstigsten Alternativversorger pro Netzgebiet.
Seit Juni 2010 sind in Berlin die Gaspreise um 13,8 Prozent, in Bremen um zwölf Prozent und im Saarland um acht Prozent gestiegen. Nur in Hamburg blieben die Preise in den vergangenen dreizehn Monaten konstant. In Thüringen (-2 Prozent) und Sachsen (-0,04 Prozent) konnten sich Kunden über Preisnachlässe freuen. Allerdings ist Gas in Thüringen trotz der Senkung mit durchschnittlich 1.545 Euro für 20.000 kWh am teuersten, gefolgt von Sachsen (1.500 Euro) und dem Saarland (1.483 Euro). In Schleswig-Holstein bezahlen Kunden für 20.000 kWh Gas 1.277 Euro und damit 17,3 Prozent weniger als in Thüringen.
Update 29. Juli 2011: Die Gaspreise steigen auf breiter Front. Inzwischen haben 35 weitere Gasanbieter angekündigt, die Preise ihrer Grundversorgungstarife im August und September anzuheben. Die durchschnittliche Erhöhung für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh liegt nun bei 10,78 Prozent. Durchschnittlich 139,78 Euro pro Jahr müssen zusätzlich für die Gasrechnung einkalkuliert werden.
Tarifexperten erwarten, dass sich die Welle der Gaspreiserhöhungen auch im Oktober fortsetzt. Grund sind die seit Jahresbeginn stark gestiegenen Ölpreise, an denen sich - mit zeitlicher Verzögerung - die Einkaufspreise vieler Gasversorger orientieren.
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