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E.ON und Gazprom ohne Einigung über niedrigere Gaspreise

München, 04.07.2011 | 10:38 | mbu

Gas bleibt für viele Stadtwerke-Kunden vorerst teuer: In der Auseinandersetzung zwischen dem deutschen Energiekonzern E.ON und dem russischen Gasexporteur Gazprom gab es keine Einigung über die künftige Höhe der Gaspreise. Am Wochenende lief eine Frist in den Gaslieferverträgen aus, die eine Neuverhandlung der Preise erlaubt hätte, ohne dass eine Einigung erzielt werden konnte.

E.ON und Gazprom ohne Einigung über niedrigere Gaspreise

Gaspipeline-Bau: Ohne Einigung von E.ON und Gazprom bleibt russisches Gas für viele Kunden teuer.

Laut ard.de ist allerdings noch offen, ob der Zeitraum noch einmal bis in den Juli hinein verlängert werden könnte. E.ON wollte dies zunächst nicht kommentieren. Auch der Gang vor ein Schiedsgericht wäre möglich. Die Auseinandersetzung ist wichtig für die gesamte Gasbranche und hat Auswirkungen auf die Gaspreise hunderttausender Verbraucher. Denn Gazprom liefert rund ein Drittel des gesamten deutschen Erdgasbedarfs. Und von der E.ON-Tochter Ruhrgas beziehen wiederum zahlreiche Stadtwerke und kleinere Versorger ihr Gas.

Ruhrgas kämpft seit längerem für niedrigere Einkaufspreise. Das Unternehmen hat sich in sehr lang laufenden Lieferverträgen an Gazprom gebunden, die vorsehen, dass die Gaspreise mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung der Entwicklung der Ölpreise folgen. Nach den Ölpreissteigerungen der vergangenen Monate muss Ruhrgas sehr hohe Gaspreise bezahlen, während Erdgas an den Energiebörsen derzeit vergleichsweise billig zu haben ist. Grund ist die Erschließung zusätzlicher Gasvorkommen durch neue Fördertechniken.

Konkurrenten, die sich auf dem freien Markt eindecken, können dadurch verhältnismäßig günstige Preise anbieten. Zahlreiche Gasanbieter, die ihr Gas über Verträge mit Ölpreisbindung beziehen, müssen dagegen die Preise erhöhen. Auch E.ON Ruhrgas selbst gerät zunehmend unter Druck, weil die hohen Einkaufspreise nicht voll an die Abnehmer weitergegeben werden können. Im laufenden Jahr wird mit einem Verlust von einer Milliarde Euro gerechnet. Gazprom dagegen erwartet im laufenden Jahr Rekordgewinne. Das Unternehmen will seine Gasexporte nach Westeuropa steigern und sich an Gaskraftwerken beteiligen. Den Russen wird auch Interesse an einer Beteiligung an Strom- und Gasanbietern nachgesagt.

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